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„Einkaufsfalle“ Aldi? Discounter wegen Preis-Schildern angeklagt

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Von: Katja Becher

Aldi: Verbraucherschützer haben eine Klage gegen den Discounter eingereicht. Der Vorwurf: Verstöße bei den Preisen. Was es mit den Anschuldigungen auf sich hat:

Hamburg - Wird die Preis-Auszeichnung eines veganen Aufschnitts von Aldi* für den Discounter zum Problem? Weil dieser Artikel in zwei Fällen ohne Grundpreis auf dem Preisschild verkauft worden sein soll, hat die Verbraucherzentrale Hamburg nach eigenen Angaben Klage gegen Aldi eingereicht. „Was nach einer Lappalie klingt, hat bei dem Discounter anscheinend System“, erklären die Verbraucherschützer ihre rechtlichen Schritte. Denn bei Stichproben in weiteren Aldi-Filialen seien noch etliche weitere Verstöße aufgedeckt worden. HEIDELBERG24* erklärt, warum die Verbraucherzentrale in den fehlenden Preis-Auszeichnungen bei Aldi ein großes Problem für Kunden sieht.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946
Anzahl der Standorte11.235

Aldi: Verbraucherzentrale verklagt Discounter wegen Preis-Angaben – „Die Schlampigkeit hat System“

Die Verbraucherzentrale Hamburg wirft Aldi vor, Grundpreise pro Liter oder pro Kilogramm nicht ordentlich auszuweisen. Kunden finden den Grundpreis eines Artikels meist neben dem Verkaufspreis am Regal. „Wegen der mangelhaften Kennzeichnung von Grundpreisen haben wir eine Regionalgesellschaft der Aldi GmbH & Co KG verklagt“, teilte die Verbraucherzentrale Anfang Mai mit. Konkret gehe es in dem Verfahren um einen veganen Aufschnitt, der laut den Angaben in mindestens zwei Hamburger Filialen von Aldi Nord ohne Grundpreis auf dem Preisschild verkauft worden sei.

Laut Verbraucherschützern sei der vegane Aufschnitt, der die Klage gegen Aldi auslöste, allerdings kein Einzelfall. Wie die Verbraucherzentrale Hamburg weiter berichtet, hätte man viele weitere Verstöße gegen die Preisangabenverordnung in Geschäften von Aldi Nord festgestellt. In mehr als 100 Fällen seien in fünf Hamburger Filialen Verstöße aufgefallen – unter anderem fehlende oder falsche Grundpreise und Preisschilder sowie irreführende Angaben zu Preissenkungen. In einer Filiale wurden bei Kontrollen sogar 30 Verstöße festgestellt,* wie hna.de berichtet. „Die Schlampigkeit hat anscheinend System“, teilt die Verbraucherzentrale mit.

Aldi: Fehlender Grundpreis auf Preisschildern – Streit bald vor Gericht?

Eingereicht hat die Verbraucherzentrale Hamburg die Klage gegen eine Regionalgesellschaft der Aldi GmbH & Co KG vor dem Landgericht Itzehoe. „Angesichts der zahlreichen Verstöße führen wir die Auseinandersetzung mit Aldi nun vor Gericht“, teilt die Verbraucherzentrale auf ihrer Internetseite mit. Der Discounter habe sich geweigert, für die fehlenden Grundpreise beim veganen Aufschnitt eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

„Mit unserer Klage wollen wir auch den vielen Verbraucherbeschwerden zu diesem Thema Gehör verschaffen“, erklären die Verbraucherschützer weiter. Tatsächlich müssen Supermärkte und Discounter laut Preisangabenverordnung neben dem tatsächlichen Preis auch immer die Grundpreise ihrer Lebensmittel anbieten. Die Informationen dürfen nur in Ausnahmefällen fehlen. Zuletzt wurde im Fall von Aldi Süd im Netz über ein Detail auf den Kassenbon diskutiert,* über das eine empörte Kundin gestolpert war.

Klage gegen Aldi: „Besonders dreist“ – Heftige Vorwürfe wegen Preis-Auszeichnung

Auch andere Supermärkte seien nach Ansicht der Verbraucherzentrale nicht sorgfältiger bei der Auszeichnung ihrer Grundpreise. Dabei dient dieser den Kunden als Möglichkeit, die Preise zwischen verschiedenen Produkten vergleichen zu können. „Fehlende oder fehlerhafte Grundpreisauszeichnungen gelten im Einzelhandel als Kavaliersdelikt. Die Supermärkte und Discounter wissen, dass praktisch niemand die Grundpreise kontrolliert und die Rechtsvorschriften durchsetzt“, prangert Armin Valet von der Verbraucherzentrale Hamburg in einer Pressemitteilung an. Die Händler selbst führten die Preise sogar oft als vermeintlich probates Mittel gegen versteckte Preiserhöhungen durch verringerte Füllmengen ins Feld. „Vor diesem Hintergrund ist es besonders dreist, wenn Aldi Nord bei der Kennzeichnung von Grundpreisen eine solche Schludrigkeit an den Tag legt“, so Valet. (kab) *HEIDELBERG24 und hna.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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