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Aldi & Co.: Experte fordert 2G beim Discounter – „Bin für strikte Auslegung“

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Von: Marten Kopf

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Die 2G-Regel im Einzelhandel gilt inzwischen bundesweit, davon ausgenommen sind lediglich Geschäfte der täglichen Grundversorgung. Jetzt werden Forderungen laut, das zu ändern.

Mit immer schärferen Corona-Verordnungen versuchen Bund und Länder die ausgerechnet kurz vor Weihnachten übers Land schwappende „Vierte Welle“ der Corona-Pandemie zu brechen. Neben einer Vielzahl anderer Beschränkungen gilt nun die 2G-Regel tatsächlich auch für den Einzelhandel – und das bundesweit –, davon ausgenommen sind lediglich Geschäfte der täglichen Grundversorgung. Darunter fallen neben Apotheken und Drogerien natürlich auch Supermärkte und Discounter wie Aldi – bislang jedenfalls. Die Forderung, diesen Umstand angesichts dramatisch steigender Inzidenzzahlen womöglich bald schon zu ändern, ist nicht ganz neu, wird aber zunehmend lauter.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Umsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Hintergrund: Vor allem Menschen, die sich aus medizinischen Gründen nicht schützen können oder anfälliger sind für schwere Krankheitsverläufe, müsste von der Gesellschaft mehr Solidarität entgegengebracht werden – etwa Krebspatienten. Und in genau diese Kerbe schlägt nun auch Richard Werkmeister. Werkmeister (61) ist Arzt und Professor am Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz, außerdem Vorsitzender der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz e. V.

2G bei Aldi & Co.: Experte fordert mehr Solidarität

„Ich bin für eine strikte Auslegung der 2G-Regel – auch am Arbeitsplatz oder im Supermarkt“, fordert der Experte in der Bild-Zeitung. „Ich finde, man steht vor der Frage, ob eher Krebskranke oder Ungeimpfte zurückstecken und solche Orte meiden sollten. Meiner Ansicht nach steht Krebskranken als den Schwächeren eher die Solidarität zu.“ Diese Menschen seien besonders durch Ungeimpfte gefährdet. Zwar könnten auch Geimpfte das Virus übertragen, aber von nicht Geimpften gehe klar das höchste Infektionsrisiko aus. „In ihrem Alltag müssen Krebskranke ständig aufpassen, jeder Kontakt kann gefährlich sein“, zitiert die Zeitung Werkmeister weiter. Er verweist darüber hinaus auf den Umstand, dass aktuell dringende Behandlungen wegen (in ihrer überwiegenden Mehrzahl) ungeimpften Corona-Intensivpatienten verschoben werden müssten.

Der Discounter selbst sieht dagegen bislang keinerlei Notwendigkeit, seine Kunden mit strengeren Regeln zu belasten. „Zutrittsbeschränkungen zu den Filialen von ALDI SÜD im Sinne einer 2G- oder 3G-Regelung sind derzeit nicht geplant. Wir sind davon überzeugt, dass die zahlreichen Maßnahmen, die in den vergangenen Monaten in allen Filialen von ALDI SÜD umgesetzt wurden, sinnvoll dazu beitragen, unsere Kundinnen und Kunden sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestmöglich zu schützen“, erklärt Aldi Süd bereits Mitte Oktober in einer Stellungnahme gegenüber HEIDELBERG24.

Beschränkungen für Ungeimpfte: „Brechen der Vierten Welle oberste Priorität“

Und man geht sogar noch einen Schritt weiter: „Einzelne Kundengruppen vom Einkauf auszuschließen, würde grundsätzlich unserem Selbstverständnis des zuverlässigen Grundversorgers widersprechen.“ Tatsächlich käme die Einführung einer 2G-Regel auch in Supermärkten für Ungeimpfte faktisch einem völligen Ausschluss aus dem öffentlichen Leben gleich. Endgültig, müsste man wohl sagen. Denn in anderen Bereichen bleibt ihnen der Zutritt schon jetzt verwehrt: Neben dem Einzelhandel (2G) betrifft das auch die Gastronomie (2G plus), Kultur- und Freizeiteinrichtungen (ebenfalls 2G plus), außerdem gelten für Menschen ohne Immunisierung auch im privaten Umfeld deutlich schärfere Kontaktbeschränkungen.

Doch viele erachten diese Maßnahmen für dringend notwendig. Geht es beispielsweise nach Winfried Kretschmann, Ministerpräsident in Baden-Württemberg, hat das Brechen der „Vierten Welle“ der Pandemie oberste Priorität: „Die erste Grundregel lautet für die nächsten Wochen: Kontakte sollen wieder radikal reduziert werden, um die Welle vor Weihnachten abzuflachen.“. (mko) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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