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Aldi


Aldi (Abkürzung für Albrecht Diskont) ist ein Unternehmen, das aus den beiden Discounter-Riesen Aldi Süd und Aldi Nord. besteht. Dabei handelt es sich um zwei rechtlich selbstständige Unternehmensgruppen, mit einer Gemeinsamkeit: Beide Einzelhandelsketten bieten ihren Kunden ein günstiges Sortiment mit Discounter-Preisen. Aldi zählt mit insgesamt 11.235 Filialen zu den zehn größten Einzelhandelsketten weltweit. Die Geschichte der Discounter-Dynastie Aldi begann 1913 in Deutschland, mit einem bescheidenen Tante-Emma-Laden in Essen. Das Imperium, dessen Aldi-Nord-Sitz sich noch heute in der Gründungsstadt befindet, wurde von den Brüdern Karl und Theo Albrecht gegründet.

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Aldi: Vom Tante-Emma-Laden zum Weltkonzern – Geschichte, Sortiment, Filialen


Die Geschichte der Discounter-Dynastie Aldi begann in einem bescheidenen Tante-Emma-Laden in Essen. Doch es dauerte nicht lange, bis die Gebrüder Albrecht ihr Imperium errichteten.

Vom Tante-Emma-Laden zum Weltkonzern: Das ist die Kurzfassung der Geschichte des ersten deutschen Discount-Supermarktes Aldi. Mit über 200.000 Mitarbeitern weltweit und 53 Milliarden Euro Umsatz ist Aldi einer der erfolgreichsten internationalen Discountern. Doch wie bewerkstelligten die beiden Gründer Karl und Theo Albrecht diesen Wandel inmitten der Nachkriegszeit?

Aldi: Geschichte des ersten deutschen Discounters – die frühen Tage


Aldi ist einer der führenden internationalen Discounter-Supermärkte. Ein Blick in die Vergangenheit des Unternehmens zeigt die bescheidenen Anfänge: Im Jahre 1913 eröffnete Karl Albrecht Senior einen Tante-Emma-Laden im Essener Arbeiterviertel Schonnebeck. In den ersten Jahren wurde hier noch alles selbst abgewogen, abgepackt und in Flaschen gefüllt; Mehl und Zucker gab es nur aus Säcken. Mit einem heutigen Aldi hatte der Tante-Emma-Laden von Karl Albrecht sen. nicht viel gemeinsam!

Nach dem Zweiten Weltkrieg übernahmen die beiden Söhne von Karl Albrecht sen. den Laden, da ihr Vater zwei Jahre zuvor gestorben war. Theo und Karl Albrecht haderten nicht lang und stellten das Betriebskonzept schon bald auf den Kopf, damit sie den damaligen Umständen gerecht werden konnten. In der Nachkriegszeit hatten viele Menschen kein oder wenig Geld und Theo und Karl wollten daher die Preise für die Lebensmittelversorgung möglichst niedrig halten. Dies bewerkstelligten die Gebrüder Albrecht indem sie ihr Sortiment klein hielten und Prozesse optimierten.

So eröffneten Karl und Theo Albrecht in 1954 ihre erste Filiale außerhalb von Essen und ihr einstiger Tante-Emma-Laden wurde zum ersten Selbstbedienungsladen umgestaltet. Die beiden hatten in der kurzen Zeit von 1945 bis 1955 über 100 Standorte in Nordrhein-Westfalen eröffnet und waren schon damals Millionäre.

Aldi: Vom Tante-Emma-Laden zum Weltkonzern
Doch der monetäre Erfolg reichte den beiden ehrgeizigen Brüdern nicht. Bis zum Jahr 1961 eröffneten sie weitere 200 Filialen im damaligen West-Deutschland mit einem Bruttoumsatz von 90 Millionen Mark. Das damalige Unternehmen „Albrecht KG“ hatte die beiden zu den reichsten Männern in Deutschland gemacht und doch entschieden sie sich in 1961 das Unternehmen aufzuteilen in „Aldi Nord“ und „Aldi Süd“: Theo Albrecht übernahm die nördlichen Filialen und Karl Albrecht die südlichen.

Mit dem Aufkommen von Supermärkten in Deutschland stagnierten die Umsätze bei den Gebrüdern Albrecht. Viele ihrer Filialen waren noch Bedienungsläden, die durch ihre geringe Größe nur ein kleines Sortiment anbieten konnten. Nach mehreren gescheiterten Versuchen mit Supermarktketten wie Rewe oder Edeka zu konkurrieren, kam Theo und Albrecht die entscheidende Idee: Sie würden Grundnahrungsmittel zu Tiefstpreisen anbieten – die Idee des Discounters war geboren. Aus dieser Zeit stammt auch der Name „Aldi“: AL-brecht DI-scount.

Um ihre Preise zu drücken, griffen die Gebrüder Albrecht zu drastischen Maßnahmen: Kleine Sortimente, keine leicht verderblichen Frischwaren, keine Preisetiketten auf der Ware (Kassiererinnen mussten die Preise auswendig kennen), Waren wurden nicht ausgepackt und im Karton verkauft, keine teure Ladeneinrichtung, keine Dekoration, keine Werbung und kein Kreditverkauf. Für lange Zeit wurde Aldi daher als „Arme-Leute-Laden“ abgestempelt. (Quellen: aldi-sued.de, Wikipedia)

Aldi Nord, Aldi Süd: Wo ist der Unterschied? Filialen, Konzept und Imagewechsel


Heute gilt Aldi schon lange nicht mehr als „Arme-Leute-Laden“, in dem es nur Mehl, Kartoffeln und H-Milch gibt. Seit den 2000ern erweiterte Aldi ihr Sortiment, um mit anderen Supermarktgrößen, wie Kaufland, mitzuhalten. Mittlerweile haben die meisten Aldi-Filialen eine Frischetheke mit Feinkost, viele vegan-vegetarische Produkte aber auch Elektronikgeräte. Abgesehen von dem breiteren Sortiment wollte die Aldi-Geschäftsführung weg von der „Lagerhallen-Atmosphäre“, um ein ästhetisches Einkaufen zu ermöglichen. So investierte Aldi Süd etwa 3,5 Milliarden Euro, um die 1900 Filialen in Deutschland zu modernisieren. Aldi Nord sprang etwas später auf den Modernisierungszug mit auf und verzeichnete sinkende (oder zumindest stagnierende) Umsätze in den letzten Jahren.

Insgesamt beschäftigt Aldi Süd in Deutschland mehr als 47.000 Mitarbeiter in 1.940 Filialen – weltweit sollen es fast 150.000 sein! Davon sind um die 4.700 noch in der Ausbildung. Nach Angaben des Unternehmens sollen knapp 85 Prozent der Verbraucher im Aldi-Süd-Einzugsgebiet regelmäßig bei Aldi einkaufen. Aldi Nord ist etwas kleiner als das Partnerunternehmen und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter, darunter 2.500 Auszubildende, in Deutschland.

Die Grenze zwischen Aldi Nord und Aldi Süd verläuft entlang dem „Aldi-Äquator“, der vom Westmünsterland über Siegen nach Fulda, entlang der Autobahn bis zur thüringischen Grenze führt. In den Neuen Bundesländer gibt es ausschließlich (bis auf eine Filiale in Thüringen) Aldi Nord-Filialen. Die beiden Unternehmen arbeiten zwar noch in manchen Aspekten zusammen, sind aber zwei komplett eigenständige Firmen. Auch international ist Aldi gut aufgestellt und hat Filialen in rund 20 anderen Ländern: Österreich, Schweiz, Slowenien, Ungarn, USA, Großbritannien, Irland, Australien, Italien und China. In der Schweiz, Österreich und Slowenien operiert Aldi unter dem Namen „Hofer“ und in den Vereinigten Staaten leitet Aldi Nord knapp 400 „Trader Joe’s“-Filialen.

Aldi Sortiment: Eigenmarken, Markenprodukte und Aktionen


Das Sortiment bei Aldi ist in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gewachsen. Mittlerweile bietet Aldi Süd knapp 1.700 Basisartikel an, von denen knapp 90 Prozent den Eigenmarken entstammen. Zu den Eigenmarken gehören unter anderem Hofburger, Cucina, Choceur, Amaroy, rio d‘oro und King‘s Crown. Im Vergleich zu Markenprodukten können solche „No-Name-Produkte“ deutlich günstiger angeboten werden, da sie keiner Preisbindung unterlegen sind, obwohl viele dieser Produkte bei dem Öko-Test besser abschneiden als Markenprodukte. Aktuell verkauft Aldi Markenware von Schneekoppe, Storck, Haribo, Ferrero, Coca-Cola, Freixenet, Gerolsteiner, Red Bull und der Beiersdorf AG.

Aldi präsentiert sich in der Öffentlichkeit als besonders nachhaltiges Unternehmen: „Als international agierendes Unternehmen übernehmen wir Verantwortung für unsere Kunden und Mitarbeiter, für Natur und Umwelt sowie für die Gesellschaft – dazu berücksichtigen wir bei unserem täglichen Handeln neben wirtschaftlichen sowohl ökologische als auch soziale Ziele.“ Viele verschiedene Siegel sollen die nachhaltige Haltung Aldis belegen, wie das Fairtrade oder Gut bio Wappen. Allerdings sieht sich das Unternehmen auch immer wieder Kritik ausgesetzt, da Aldi beispielsweise vorgeworfen wird, unökologische Garnelen zu verkaufen, deren Anzucht kostbare Mangrovenwälder zerstört. Dennoch kann sich Aldi Süd mit einigen harten Fakten brüsten: So ist das Unternehmen der erste klimaneutral handelnder Lebensmitteleinzelhändler und hat über 1.300 Filialen mit Fotovoltaikanlage. Die Recyclingquote für Karton, Papier, PET und Kunststofffolie soll bei knapp 100 Prozent liegen und 98 Prozent der Mitarbeiter sollen unbefristete Verträge haben.

Aldi: Gebrauchsgüter und Dienstleistungen bei Aldi – Von Camping bis Computer


Seit den 1990ern steigt auch der Anteil von Gebrauchsgütern bei Aldi: Von Sport- und Campingprodukten bis hin zu Computer und Handyverträgen schreckt Aldi vor keiner Sparte zurück. Auch im Textilgeschäft gehört Aldi unter die zehn größten Händlern Deutschlands und vertreibt Klamotten unter Namen wie „watsons“, „blue motion“, „crane“ oder „Royal Class Comfort“. Von Babykleidung über Sport- und Funktionswäsche oder Anzüge: Aldi bietet ein breites Spektrum an Kleidung an.

Ein weiterer Kassenschlager bei Aldi sind sogenannte Aldi-PCs. Schon früh erkannte die Geschäftsführung das Potenzial einen preisgünstigen und somit massentauglichen Computer im Sortiment aufzunehmen. Vom ersten Aldi-PC in den späten 1980ern bis heute wird der Großteil der Elektronikprodukte von der Firma Medion hergestellt. Weitere Geschäftsfelder von Aldi ist der Vertrieb von Zigaretten und Tabakwaren; ein Online-Fotoservice; Pauschalreisen; Zeitschriften und Schnittblumenbestell-Service. Außerdem bietet Aldi auch einen Hauseigenen Prepaid-Handyvertrag „Aldi Talk“ an in Kooperation mit MedionMobile.

Aldi – Familie Albrecht: Streit, Entführung, Intrigen


Es dauerte nicht lange, bis die Gebrüder Albrecht mit ihrem Discounter-Konzept großen Reichtum erlangten. Schon in den 50er-Jahren sollen die beiden Millionäre geworden sein. Ihr stetig wachsendes Supermarkt-Imperium machte Karl und Theo Albrecht für lange Zeit zu den reichsten Deutschen. Zählte man ihr Vermögen zusammen, sollen sie sogar die reichsten Personen auf der Welt gewesen sein – sogar über Bill Gates und Warren Buffet! Im März 2010, als beide noch am Leben waren, wurde das Vermögen von Karl Albrecht auf satte 23,5 Milliarden Dollar von Forbes Magazine beziffert. Im selben Jahr soll Theo Albrecht 16,7 Milliarden auf dem Konto gehabt haben. Damit waren sie auf Platz 1 und Platz 3 der reichsten Deutschen in 2010.

Trotz – oder vielleicht wegen – des vielen Gelds ging es bei den Albrechts nicht immer harmonisch zu. Über viele Jahre hinweg war die Unternehmerfamilie äußerst öffentlichkeitsscheu und zeigte sich ungern vor der Presse. Doch in den 2010ern entbrannte ein Streit, der vor den Augen der Nation ausgetragen wurde. Bei dem Streit ging es um eine Stiftung von Aldi-Nord: die Jakobus-Stiftung. Theo Albrecht jr. und seine Mutter wollten möglichst viel Kontrolle in der Stiftung haben, aber die Witwe von Berthold Albrecht, Babette, wollte keine Macht abgeben. In dem ersten Interview seines Lebens erklärte Theo Albrecht jr. der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass seine Schwägerin eine „Belastung für Aldi“ sei und warf ihr einen „aufwendigen Lebensstil“ vor. Nach mehreren Monaten wurde der Familienstreit schließlich beigelegt.

Aldi – Die Entführung von Theo Albrecht: Höchste Lösegeldzahlung


Ein weiterer emotionaler Moment in der Geschichte der Familie Albrecht begann am 29. November 1971. Theo Albrecht hatte gerade Feierabend gemacht und ging als letzter aus dem Büro. Vor dem Gebäude in Herten lauerten zwei Männer, Heinz Joachim Ollenburg und Paul Kron, die über den Reichtum der Albrechts gelesen hatten. Ihr Plan war es, Theo Albrecht zu entführen und eine horrende Lösegeldforderung zu stellen. Als die Männer den Aldi-Chef sahen, sollen sie ihren Augen nicht getraut haben, da der Multimillionär nicht seinem Reichtum entsprechend kleidet war. Ihre Skepsis ging so weit, dass sie zuerst seinen Personalausweis sehen wollten, bevor sie ihn entführten.

Über zwei Wochen hielten die beiden Theo Albrecht gefangen und forderten eine noch nie zuvor dagewesene Lösegeldsumme von sieben Millionen Mark. Nach 17 Tagen wurde ihnen schließlich das Geld überreicht und sie ließen Theo Albrecht auf freien Fuß. Die beiden Täter schafften es gerade mal ein Jahr unentdeckt zu bleiben: 1973 wurden sie gefasst und zu jeweils achteinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. (mw)