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Aldi-Knaller: Trotz Böller-Verbot werden Raketen beworben – Kunden entsetzt

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Von: Daniel Hagen

Wegen der Corona-Pandemie wird es 2020 kein Feuerwerk geben. Damit sich die Leute daran halten, darf auch keines verkauft werden. Verkauft Aldi trotzdem Böller?

An Silvester lassen Millionen Menschen weltweit Raketen, Böller und Korken knallen. Doch wegen der Corona-Pandemie sieht das dieses Jahr komplett anders aus. Die Bundesregierung hat nicht nur eine nächtliche Ausgangssperre erlassen, sondern auch ein Böller-Verbot an öffentlichen Plätzen*. So soll zum einen verhindert werden, dass viele Menschen auf einem Haufen zusammenkommen und sich gegenseitig anstecken, zum anderen soll damit die Belastung für Notaufnahmen am 31. Dezember gesenkt werden. Denn zahlreiche Personen feiern, bis der Arzt kommt – und das nicht nur im übertragenen Sinne. Die Discounter und Baumärkte reagieren auf das Verbot und verkaufen kein Feuerwerk. Umso größer ist die Verwunderung über einen Aldi-Prospekt. Darüber berichtet HEIDELBERG24.de*.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen
Gründung1946
CEOMarc Heußinger

Aldi: Discounter bietet Feuerwerk an – Kunden sind verwirrt

Aldi Süd* veröffentlicht vor kurzem ihren neuen Prospekt, der vom 28. Dezember bis zum 2. Januar gültig ist. Doch schnell sticht eine Sache heraus. Bereits auf dem Cover wird damit geworben, dass ab dem 29. Dezember Feuerwerk verkauft wird. Auch in den Prospekten von Kaufland, Real und Penny wird für Böller und Raketen geworben. Das sorgt in den sozialen Medien für viel Verwirrung. „Da hat wohl einer nicht aufgepasst bei Aldi-Süd“, schreibt ein User dazu.

Auch andere posten Fotos der Werbeseiten und regen sich über das Angebot auf. Manche rufen sogar zu einem Boykott von Aldi auf – wie schon zuletzt bei Edeka, die für ihren Weihnachts-Werbestpot einen rechten Shitstorm bekommen haben*. Doch die Fragen der User sind schon berechtigt: Warum machen Discounter Werbung für Feuerwerk, wenn man doch nicht öffentlich böllern darf?

Aldi: Verwirrende Werbung zum Schutz der Umwelt

Eine Antwort dafür haben mehrere Twitter-Nutzer gleich parat. Die Prospekte werden Wochen, teilweise sogar Monate vorher gedruckt. Diese zu vernichten und neu zu drucken, würde nicht nur Geld kosten, sondern auch die Umwelt belasten. Stattdessen hat sich Aldi Süd für eine andere Variante entschieden. „Aufgrund des Regierungsbeschlusses findet in diesem Jahr kein Feuerwerksverkauf statt“, schreibt das Unternehmen mitten auf die betroffenen Seiten. Über den „Skandal“ berichtet auch Merkur.de.

Bei Kaufland gibt es eine solche Warnung in den Papier-Prospekten nicht. Stattdessen werden die Kunden im Internet über die Regelung aufgeklärt. „Bitte beachten Sie, dass wir in diesem Jahr keine Feuerwerksartikel in unseren Märkten verkaufen“, schreibt das Unternehmen. Zudem wird erklärt, dass man aus „ressourcenschonenden Gründen“ keine neuen Prospekte drucken wollte.

Aldi: User wollen sich nur über Verbot aufregen

Für manche Twitter-Nutzer ist dieser „Skandal“, der sich unter den #aldi und #feuerwerksverbot abspielen, aber nur eine weitere Chance, um sich über die Corona-Regeln der Politik aufzuregen. So fasst ein User den Vorfall treffend zusammen: „Wenn die Deutschen mal wieder nichts besseres zu tun haben, als sich um die Weihnachtszeit sich über Aldi Prospekte aufzuregen.“ (dh) *HEIDELBERG24.de und Merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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