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2G beim Arzt: Kein Zutritt für Ungeimpfte – ist das überhaupt erlaubt?

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Von: Katja Becher

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2G oder 3G beim Arzt: Immer wieder kommt es offenbar vor, dass Praxen die Regel zur Voraussetzung für die Untersuchung machen. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Dürfen Arztpraxen die 3G- oder 2G-Regel zur Voraussetzung für Patienten machen? Immer wieder kommt es in Deutschland vor, dass ungeimpfte Patienten sich erst einmal testen lassen müssen, bevor sie überhaupt in die Praxis gelassen und medizinisch untersucht werden können – oder gar ganz abgewiesen werden. So hat das Gesundheitsministerium in Rheinland-Pfalz* zum Beispiel mitgeteilt, es seien „im ambulanten Sektor bereits Beschwerden über Praxen im 3G- bzw. 2G-Betrieb eingereicht“ worden.

Besteht die 2G-Regel erhalten nur Genesene und vollständig Geimpfte Zutritt, bei 3G müssen Ungeimpfte einen negativen Corona-Test vorlegen können. Doch ist die Einführung dieser Beschränkungen beim Arzt überhaupt erlaubt?

3G oder 2G beim Arzt erlaubt? Gesundheitsministerium äußert sich

Gegenüber der „Welt“ hat ein Sprecher des Bundesgesundheitsministeriums nun eine klare Antwort auf die Frage gegeben, ob Arztpraxen die 3G-Regel zur Voraussetzung für medizinische Untersuchungen machen dürfen. „Vertragsärzte sind verpflichtet, Patientinnen und Patienten zu behandeln. Die Behandlung dürfen sie nicht von der Einhaltung der 3G-Regel abhängig machen“, wird der Sprecher im Bericht zitiert.

Auch ein Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung stellte klar, dass es für den sicheren Betrieb von Arztpraxen Alternativen zur 3G- oder gar 2G-Regel gebe – wie zum Beispiel spezielle Sprechzeiten für ungeimpfte und ungetestete Patienten. Der Wunsch der Arztpraxen nach dem Schutz der Patienten sei zwar nachvollziehbar. Aber: „Ärzte können eine Behandlung nicht von der Einhaltung der 3G-Regel abhängig machen.“

2G-Optionsmodell: Immer mehr Einschränkungen für Ungeimpfte

In immer mehr Bundesländern besteht im Kampf gegen das Coronavirus aktuell das sogenannte 2G-Optionsmodell. So wird in Sachsen aktuell sogar darüber diskutiert, ob die 2G-Regel auf nahezu alle öffentlichen Bereiche ausgeweitet werden soll* – mit massiven Einschränkungen für Ungeimpfte. In Baden-Württemberg* können Gastronomen und Veranstalter selbst entscheiden, ob sie die 2G-Regel einführen und damit auf bisher gültige Maßnahmen wie Maskenpflicht und Abstandsgebot verzichten* dürfen. In Hessen wurde dieses Optionsmodell sogar auf den Einzelhandel ausgeweitet. Das bedeutet, dass auch Supermärkte sich theoretisch dafür entscheiden könnten, den Einkauf ohne Maskenpflicht möglich zu machen* – wenn ungeimpfte Kunden draußen bleiben. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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