In Großbritannien erlaubt

Impfstoff von AstraZeneca: Beipackzettel enthüllt – diese Nebenwirkungen drohen

Der Impfstoff von AstraZeneca könnte auch bald in Europa zugelassen werden. Doch was steht eigentlich im Beipackzettel? Und mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?

Bereits Ende Dezember 2020 ist in Großbritannien der Corona-Impfstoff des Pharmakonzerns AstraZeneca zugelassen worden. Seit Montag (4. Januar) wird damit das Volk immunisiert. Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) prüft aktuell eine Notfall-Zulassung für das Vakzin. Doch wie schon bei der Prüfung des Corona-Impfstoffes* von BioNTech* könnte das etwas länger dauern. Die EU hat trotzdem schon einmal 300 Millionen Dosen vorbestellt. Doch wie unterscheidet sich das Mittel von AstraZeneca zu dem von BioNTech? Und welche Nebenwirkungen können erwartet werden? HEIDELBERG24.de* wirft einen Blick in den Beipackzettel und beantwortet die wichtigsten Fragen.

NameAstraZeneca
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich
CEOPascal Soriot
Gründung 6. April 1999
TochtergesellschaftenMedImmune

Impfstoff von AstraZeneca: Für wen ist er geeignet?

Der Covid-19-Impfstoff AstraZeneca ist für die aktive Immunisierung von Personen über 18 Jahren angeraten“, heißt es im Beipackzettel, den man online auf der Seite der britischen Regierung lesen kann. Für die Sicherheit und Effizienz bei Kindern und Heranwachsenden gebe es aktuell noch keine Studienergebnisse. Derzeit gebe es auch nur begrenzte Daten, wie der Impfstoff auf Menschen über 65 Jahren wirkt. Über 90 Prozent der Studienteilnehmer waren nämlich zwischen 18 und 64 Jahren alt.

Damit sich die Schutzimpfung voll entfalten kann, sollte jede Person zudem zweimal gespritzt werden. Die zweite Injektion sollte zwischen vier und zwölf Wochen nach der ersten stattfinden. Die Impfung muss zudem in den Muskel am Oberarm gespritzt werden.

Impfstoff von AstraZeneca: Wer sollte sich nicht impfen lassen?

Neben Menschen unter 18 Jahren sollten sich auch schwangere Frauen aktuell nicht impfen lassen. „Die Gabe des Covid-19-Impfstoffes von AstraZeneca während der Schwangerschaft sollte nur berücksichtigt werden, wenn der potenzielle Nutzen höher ist als das potenzielle Risiko für Mutter und den Fötus“, heißt es in dem Beipackzettel. Ob und wie sich das Vakzin auf die Muttermilch auswirkt, ist bislang noch nicht erkundet. Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit soll es nicht geben.

Aufpassen müssen auch Menschen, die hypersensitiv auf einen der Inhaltsstoffe reagieren. Das ist aber bei allen Impfstoffen so und steht auch in den Nebenwirkungen bei „Comirnaty“* von BioNTech. Der Hersteller rät zudem dazu, Personen mit akuten schweren fieberhaften Erkrankungen ebenfalls nicht zu impfen. Wer eine Blutgerinnungsstörung oder eine Immunschwäche hat, sollte sich erst einmal von einem Arzt beraten lassen. Denn eine Injektion in den Muskel kann auch mit Blutungen einhergehen. Wie AstraZeneca im Zusammenhang mit anderen Medikamenten reagiert, ist ebenfalls noch unklar.

Impfstoff von AstraZeneca: Das sind die Nebenwirkungen

Wie jedes Medikament kommt auch der Impfstoff von AstraZeneca mit einer langen Liste an Nebenwirkungen daher. Laut Hersteller seien die meisten davon während der klinischen Studien aber leicht bis mittelschwer und nach ein paar Tagen wieder abgeklungen. Folgende Nebenwirkungen sind sehr häufig (bei mehr als 10 Prozent) aufgetreten:

  • Erhöhte Schmerzempfindlichkeit
  • Wärme und Rötungen
  • Juckreiz
  • Schwellung oder Blutergüsse nach Injektion
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Müdigkeit
  • Schüttelfrost oder Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit
  • Gelenk - und Muskelschmerzen

Folgende Nebenwirkungen sind häufig (bis zu 10 Prozent) aufgetreten:

  • Schwellung an der Injektionsstelle
  • Fieber
  • Erbrechen
  • Grippeähnliche Symptome wie hohe Temperaturen, Halsschmerzen, laufende Nase, Husten und Schüttelfrost

Folgende Nebenwirkungen sind gelegentlich (bis zu 1 Prozent) aufgetreten:

  • Schwindel
  • Verminderter Appetit
  • Bauchschmerzen
  • Vergrößerte Lymphknoten
  • Übermäßigem Schwitzen, juckender Haut oder Hautausschlag

Impfstoff von AstraZeneca: Diese Stoffe enthält das Vakzin

  • Genetisch modifizierte Organismen (GMOs)
  • L-Histidin
  • L-Histidine hydrochloride monohydrate
  • Magnesium chloride hexahydrate
  • Polysorbate 80
  • Ethanol
  • Saccharose
  • Natriumchlorid (Kochsalz)
  • Dinatriumedetatdihydrat
  • Wasser für Injektionen

Impfstoff von AstraZeneca: Wirkweise und Unterschiede zu „Comirnaty“

Auch wenn die Impfstoffe von AstraZeneca und BioNTech dasselbe Ziel haben – nämlich die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers zu stimulieren – wirken beide Vakzine unterschiedlich. Das Mittel aus Großbritannien ist ein Vektor-Impfstoff und wird aus einem geschwächten Erkältungsvirus (ChAdOx1) hergestellt. Dieses ist genetisch so verändert, dass es keine Krankheiten auslösen kann. Durch das genetische Material eines Oberflächenproteins haftet es sich dann mit dem Erreger des Sars-CoV-2 an menschliche Zellen und fördert die Bildung von spezifischen Antikörpern und T-Zellen.

Comirnaty“ dagegen ist ein mRNA-Impfstoff und verabreicht dem Körper einen genetischen Code für ein Protein, das im Immunsystem als Antigen dient. Ein weiterer Unterschied besteht in der Lagerung und dem Transport. Während „Comirnaty“ bei -70 Grad gelagert werden muss, kann der Impfstoff von AstraZeneca im Kühlschrank bei einer Temperatur zwischen zwei und acht Grad gelagert werden.

Impfstoff von AstraZeneca: Wann könnte das Vakzin in Europa zugelassen werden?

Wann AstraZeneca in Europa und damit auch in Deutschland zugelassen wird, ist bislang noch unklar. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) hat allerdings schon klargestellt, dass eine Notfallzulassung im Januar unwahrscheinlich sei. Man warte derzeit nämlich noch auf Daten einer großen klinischen Studie aus den USA, die wohl im ersten Quartal des Jahres eintreffen sollen. (dh) *HEIDELBERG24.de ist Teil des Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © Gareth Fuller/dpa

Das könnte Dich auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare