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AstraZeneca-Impfung: Hausärzte fordern Lockerungen für Erstgeimpfte

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Von: Katja Becher

AstraZeneca-Impfung: Der Hausärzteverband will mehr Freiheiten für Erstgeimpfte mit dem Corona-Impfstoff. Die Argumente der Ärzte für Lockerungen nach dem ersten Pieks:

Der Deutsche Hausärzteverband befürwortet beim Corona-Impfstoff von AstraZeneca mehr Freiheiten schon für Erstgeimpfte. „Ansonsten gibt es das Dilemma: Entweder wird Astrazeneca erst gar nicht gewählt. Oder jemand will die zweite Impfung schon nach vier Wochen haben. Das ist aber nicht nur sinnlos, sondern kann sogar negative Effekte haben“, sagte Verbandschef Ulrich Weigeldt der Wirtschaftswoche. Deshalb könne für AstraZeneca gerade ein positiver Anreiz gesetzt werden, wenn nach der ersten Spritze schon die gleichen Freiheiten gelten, wie für Menschen, die bereits zwei Dosen BioNTech oder Moderna* bekommen hätten.

AstraZeneca-Impfung: Lockerungen und Corona-Freiheiten schon ab erster Dosis?

Wie HEIDELBERG24* berichtete, gelten seit Anfang Mai umfangreiche Lockerungen und Freiheiten für „Voll geimpfte“ sowie von Corona genesene Personen* in Deutschland. Für geimpfte und genesene Menschen fällt zum Beispiel die Testpflicht bei Friseur und Handel sowie beim Restaurant-Besuch weg. Auch gelten sie unter anderem von den geltenden Kontaktbeschränkungen befreit und werden bei Treffen mit Ungeimpften nicht also zusätzliche Person mitgezählt. Hier kannst Du noch einmal genau nachlesen, welche Lockerungen für Geimpfte und Genesene aktuell gelten.*

Diese Corona-Freiheiten sollten nach Ansicht des Deutschen Hausärzteverbands bereits auch nach der Erstimpfung mit AstraZeneca gelten. Bereits nach der ersten Impfung mit einem Vektor-Impfstoff gegen das Coronavirus* wie AstraZeneca sei der Impfschutz „sehr hoch“, argumentiert Verbandschef Ulrich Weigeldt. Aber: „Selbstverständlich darf für den vollen Impfschutz nicht auf die zweite Dosis verzichtet werden.“ Am Wochenende hatte sich auch bereits der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) für Erleichterungen für Astrazeneca-Erstgeimpfte ausgesprochen. „Wir alle wollen in den Sommerurlaub fahren. Eine Erleichterung kann ich mir sehr gut vorstellen: Wer mit Astrazeneca geimpft wird, sollte schon drei Wochen nach der ersten Dosis mehr Freiheiten bekommen“, sagte Kretschmer der Berliner „Morgenpost“.

AstraZeneca-Impfung: Abstand zwischen 1. und 2. Dosis ist entscheidend

Für den wegen seiner Nebenwirkungen umstrittenen Impfstoff von Astrazeneca* ist nach einem Beschluss von Bund und Ländern die Priorisierung mit einer festen Reihenfolge inzwischen aufgehoben worden. Mit den Impfstoffen von Astrazeneca und Johnson & Johnson kann man sich ohne Zugehörigkeit zu einer Vorranggruppe impfen lassen. Sie können aber in seltenen Fällen schwere Nebenwirkungen haben und sind daher in der Regel bei Menschen ab 60 vorgesehen. Bei Jüngeren sind vorher ärztliche Aufklärung und eine individuelle Risikoanalyse vorgeschrieben.

In Absprache mit dem Arzt kann man bei Astrazeneca auch frei entscheiden, wann in der zugelassenen Spanne von vier bis zwölf Wochen die Zweitimpfung erfolgen soll. Die Impfkommission empfiehlt für das Präparat einen Abstand von zwölf Wochen zwischen erster und zweiter Dosis. Hintergrund sind Beobachtungen, dass der längere Abstand zu einer besseren Wirksamkeit führt. Die Wirksamkeit einer zweimaligen Impfung im Abstand von vier bis acht Wochen liege laut einem Bericht der europäischen Zulassungsbehörde EMA bei 50,4 Prozent. Bei zwölf und mehr Wochen steige sie auf 72,1 Prozent bis 82,4 Prozent an. (kab/dpa) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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