1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

AstraZeneca: Tod nach Impfung – so viele Fälle sind in Deutschland bekannt

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Josefine Lenz

Ist der AstraZeneca-Impfstoff gefährlich und falls ja – für wen? Die aktuelle Zahl der Todesfälle nach einer Impfung in Deutschland: 

Update vom 10. Mai: Die Zahl der schweren Thrombosefälle im Zusammenhang mit einer AstraZeneca-Impfung ist mittlerweile auf 67 angestiegen. Das meldet das Paul-Ehrlich-Institut am 7. Mai in einem Sicherheitsbericht. Bis zum 30. April sind insgesamt 14 Patienten, davon neun Frauen und fünf Männer, an der seltenen Nebenwirkung gestorben. Bis zu diesem Zeitpunkt haben knapp 5,8 Millionen Menschen den Impfstoff von AstraZeneca verabreicht bekommen. Bei zwei Drittel der 67 Thrombosefälle handelt es sich um die sehr seltenen Sinusvenenthrombose.

Aufteilung der Thrombose-Fälle nach Alter und Geschlecht

AlterFrauenMänner
20 bis 29 Jahre95
30 bis 39 Jahre87
40 bis 49 Jahre101
50 bis 59 Jahre111
60 bis 69 Jahre101
70 bis 79 Jahre21
80 bis 89 Jahre00
Unbekannt-1
Gesamt5017

Wie das Paul-Ehrlich-Institut berichtet, sei diese schwerwiegende Nebenwirkung stets „im Kontext des nachgewiesenen Nutzens der Impfung“, nämlich des Schutzes vor schweren tödlichen Covid-19-Erkrankungen zu sehen. Besonders Menschen über 60 profitieren von einer Impfung mit AstraZeneca.

Bund und Länder haben am 6. Mai die Aufhebung der Priorisierung von Risikogruppen beim Impfstoff von AstraZeneca beschlossen. Künftig können sich alle Menschen ab 18 Jahren in Arztpraxen mit dem Impfstoff namens Vaxzevria des britischen Herstellers AstraZeneca impfen lassen. Wer Abstriche bei der Wirksamkeit nicht scheut, kann die AstraZeneca-Spritzen im Abstand von nur vier Wochen erhalten. Mit etwas Glück kommen Geimpfte dann noch vor den Sommerferien in den Genuss einiger Freiheiten.

AstraZeneca: Paul-Ehrlich-Institut meldet bis Ende März 31 Fälle einer Hirnvenenthrombose

Update vom 30. März: Bis zum 29. März sind dem Paul-Ehrlich-Institut 31 Fälle einer Hirnvenen-Thrombose gemeldet worden, neun davon mit tödlichem Ausgang. Bis auf zwei Personen sind lediglich Frauen zwischen 23 und 63 von dieser seltenen Nebenwirkung betroffen. Nach dem Tod einer 47-Jährigen im Zusammenhang mit der AstraZeneca-Impfung und einer weiteren schwerwiegenden Erkrankung einer 28-Jährigen, hat zuerst der Kreis Euskirchen in Nordrhein-Westfalen die Corona-Impfung mit dem Wirkstoff von AstraZeneca für Frauen unter 55 gestoppt. Beide haben laut Kreis eine Hirnvenenthrombose erlitten.

Nachdem sich die Leiter von fünf Unikliniken für einen Impfstopp mit AstraZeneca für jüngere Frauen gefordert haben, machen die Berliner Kliniken Charité und Vivantes Nägel mit Köpfen und impfen keine Frauen unter 55 Jahren mehr mit dem Vakzin. Nur kurze Zeit später gibt Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci bekannt, die Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff des Herstellers AstraZeneca für Menschen unter 60 Jahren auszusetzen.

Tod nach AstraZeneca-Impfung: Tragischer Fall einer Krankenschwester verunsichert

Erstmeldung vom 22. März: Seit der Zulassung Ende 2020 steht der Coronavirus-Impfstoff AstraZeneca in der Kritik. Erst wurde die Wirksamkeit des schwedisch-britischen Vakzins angezweifelt, nun rücken potenziell schwere Nebenwirkungen immer mehr in den Vordergrund. Die Unsicherheit in der Bevölkerung ist dementsprechend groß – auch in Deutschland. Anfang März folgte dann die schockierende Meldung, dass eine Krankenschwester aus Österreich nach einer AstraZeneca-Impfung gestorben sei. Kurz darauf wurden über weitere Todesfälle berichtet. Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht ebenfalls schon von einem Zusammenhang zwischen der Corona-Impfung und schweren Nebenwirkungen.

AstraZeneca: Krankenschwester stirbt nach Corona-Imfpung

Trotzdem gibt die EMA dem AstraZeneca-Wirkstoff grünes Licht. Nach umfassenden Untersuchungen sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass schwere Nebenwirkungen „sehr, sehr selten“ und „nur bei ganz wenigen Patienten vorkommen“ würde. Doch die Menschen scheint diese Entwarnung nur wenig zu beruhigen – immerhin will niemand zu diesen „ganz wenigen Patienten“ gehören.

Der Impfstoff von AstraZeneca

AstraZeneca-Impfstoff kann schwere Nebenwirkungen verursachen © Karsten Schmalz/KS-Images.de

Und nun folgt auch die nächste beunruhigende Nachricht: Wie österreichische Medien berichten, kann der Zusammenhang zwischen dem Tod der Krankenschwester und dem AstraZeneca-Impfstoff bestätigt werden. Die 49-Jährige arbeitete im Landesklinikum Zwettl und hat die AstraZeneca-Spritze erhalten. Kurz darauf verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand zusehends, bis sie schließlich stirbt. Eine zweite Krankenschwester (35) muss nach einer Impfung mit einer Lungenembolie kämpfen. Beide haben dieselbe AstraZeneca-Charge erhalten. Darüber berichtet auch Merkur*. Auch interessant: Das steht im Beipackzettel des AstraZeneca-Impfstoffs.*

AstraZeneca-Impfung: Tod einer Krankenschwester in Österreich bestätigt

Bereits am Freitag (19. Februar) hat der Leiter der Transfusionsmedizin der Universitätsmedizin Greifswald (UMG), Andreas Greinacher, bekannt gegeben, dass die Ursache für den Tod der Krankenschwester geklärt sei. „Wir wissen, um was es sich handelt“, sagt er. Die Frau sei durch eine seltene Hirnvenenthrombose gestorben, die durch die AstraZeneca-Impfung verursacht worden ist. Die Greifswalder Ergebnisse können somit bestätigt werden, erklärt Karin Fehringer, Sprecherin des Wiener Universitätsklinikums AKH, wie Salzburg24 berichtet. „Die Ursache dürfte so stimmen“, so Fehringer. Eine Obduktion stehe noch aus. Diese soll von unabhängigen Experten durchgeführt werden. Mit Ergebnissen sei aber erst in einigen Wochen zu rechnen.

AstraZeneca-Impfstoff verursacht in seltenen Fällen Blutgerinnsel im Gehirn

Die Greifswalder Forscher haben bei ihren Untersuchungen Blutproben analysiert. Dabei entdecken sie, dass der AstraZeneca-Impfstoff Thrombosen im Gehirn verursachen könne. Bei den betroffenen Personen werden Blutplättchen, sogenannte Thrombozyten erstellt, die normalerweise bei der Wundheilung das Blut gerinnen lassen. Durch den Corona-Wirkstoff werde dieser Mechanismus ausgelöst und ein Blutgerinnsel kann entstehen. Dieses Gerinnsel befinden sich dann im Gehirn. Es bestehe außerdem der Verdacht, dass Frauen häufiger an den Nebenwirkungen einer AstraZeneca-Impfung leiden können als Männer.

AstraZena-Impfstoff: Diese Nebenwirkungen drohen

Wie jedes Medikament kommt auch der Impfstoff von AstraZeneca mit einer Liste an Nebenwirkungen daher. Laut Hersteller seien die meisten davon während der klinischen Studien aber leicht bis mittelschwer und nach ein paar Tagen wieder abgeklungen. Von den rund 31.000 verabreichten Impfungen mit AstraZeneca gab es nur in elf Fällen eine schwerwiegende Reaktion. Das geht aus einem Bericht des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) hervor.

Folgende Nebenwirkungen sind sehr häufig (bei mehr als 10 Prozent) aufgetreten:

Folgende Nebenwirkungen sind häufig (bis zu 10 Prozent) aufgetreten:

Folgende Nebenwirkungen sind gelegentlich (bis zu 1 Prozent) aufgetreten:

AstraZenca: Länder stoppten Impfungen – EU droht mit Export-Ende

Aufgrund der Ungewissheit nach bekanntwerden einzelner Todesfälle stoppen einige Länder die AstraZeneca-Impfungen, so auch in Deutschland. Doch durch die Entwarnung der EMA werden diese wieder aufgenommen. Allerdings droht nun ein weiterer Stopp. EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen schlägt gegenüber den Herstellern härtere Töne an: Sie fordert Exportbeschränkungen.

Die EU-Kommission hatte bereits am Mittwoch (17. März) neue Exportauflagen ins Spiel gebracht, Details aber offen gelassen. Nach Behörden-Angaben sind seit dem 1. Februar mindestens 41 Millionen Dosen Impfstoff aus der EU exportiert worden, obwohl hier Vakzine fehlen und die Impfkampagne nur langsam vorankommt. Zehn Millionen Impfdosen aus der EU sind den Angaben zufolge allein nach Großbritannien verschifft worden. „Ich kann europäischen Bürgern nicht erklären, warum wir Millionen Impfstoffdosen in Länder exportieren, die selbst Impfstoff produzieren - und von denen nichts zurückkommt“, sagt von der Leyen in dem Zeitungsinterview. „Wir sind offen, aber das muss verhältnismäßig sein und auf Gegenseitigkeit beruhen.“ (jol) *Merkur ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant