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AstraZeneca ab 60: Was passiert jetzt mit meiner Zweitimpfung? Alle Antworten zum Impf-Termin

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Von: Katja Becher

AstraZeneca: Die Ständige Impfkommission empfiehlt den Corona-Impfstoff nun erst ab 60 Jahren. Alle aktuellen Informationen zu Impf-Termin und Zweitimpfung – und was sich jetzt ändert:

Die Ständige Impfkommission hat am Dienstag (30. März) ihre Altersempfehlung für den Coronavirus*-Impfstoff von AstraZeneca geändert. Das Präparat wird nun nur noch für Menschen ab 60 Jahren empfohlen. Zuvor hatten am Dienstag bereits mehrere Bundesländer die Verabreichung des AstraZeneca-Vakzins* für unter 60-Jährige gestoppt – darunter Berlin und NRW. Am Abend verkündeten auch die Gesundheitsminister von Bund und Ländern ihren Beschluss: Der Corona-Impfstoff von AstraZeneca soll ab Mittwoch in der Regel nur noch für Menschen ab 60 Jahren* eingesetzt werden. Die EMA ist jedoch der Ansicht, dass der Impfstoff weiterhin an alle Menschen verabreicht werden soll. Der Nutzen des Vakzin sei höher zu bewerten als die Risiken, so EMA am 7. April.

Doch was bedeutet diese Entscheidung von STIKO und Ländern nun für entsprechenden Termine und Zweitimpfungen in Deutschland? HEIDELBERG24* erklärt, was sich jetzt ändert:

AstraZeneca-Stop: Was passiert jetzt mit den Terminen und Zweit-Impfungen?

Unter 60-Jährige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2 sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“  weiterhin mit AstraZeneca impfen lassen können, wie aus dem Beschluss der Gesundheitsminister von Dienstag (30. April) hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Derzeit laufen generell Impfungen in den ersten beiden Prioritätsgruppen, zu denen Menschen ab 70 Jahre gehören. Wenn Menschen unter 60 sich gemeinsam mit einem impfenden Mediziner für Astrazeneca entscheiden, sollen diese Impfungen grundsätzlich in den Praxen der niedergelassenen Ärzte erfolgen.

Die Ständige Impfkommission empfiehlt mittlerweile allerdings, dass mit AstraZeneca erstgeimpfte Personen unter 60 Jahren für die zweite Impfung auf ein anderes Vakzin umsteigen sollen. Wörtlich heißt es in der neuen Stiko-Empfehlung: „Für diese Personen wird empfohlen, anstelle der zweiten Astrazeneca-Impfdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.“ Hintergrund sei, dass der durch die Erstimpfung erfolgte Schutz nach 12 Wochen abnehme. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will sich mit den Gesundheitsministern der Länder am nächsten Mittwoch (7. April) über diese Stiko-Empfehlung austauschen.

AstraZeneca-Stopp: Ändert sich jetzt die Impfreihenfolge?

Laut dem Beschluss der Gesundheitsminister soll es den Ländern nun frei stehen, auch jetzt schon die 60-69-Jährigen für das Mittel von Astrazeneca mit in ihre Impfkampagnen einzubeziehen. „Dies gibt die Möglichkeit, diese besonders gefährdete und zahlenmäßig große Altersgruppe angesichts der wachsenden 3. Welle nun schneller zu impfen“, erläuterten die Ressortchefs nach der kurzfristig anberaumten Sitzung am Mittwochabend. Auch interessant: Das steht im Beipackzettel des Astrazeneca-Impfstoffs.*

AstraZeneca-Impfstoff: Wieso wird die Impfung für Personen unter 60 Jahren gestoppt?

Hintergrund des AstraZeneca-Stopps bei Personen unter 60 sind Hirnvenenthrombosen, die zuletzt im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen aufgetreten waren, vorwiegend bei Frauen unter 55.* Dazu heißt es im Beschlussentwurf der Stiko: „Obwohl deutlich mehr Frauen betroffen waren, schränkt die Stiko vorsorglich ihre Empfehlung für beide Geschlechter ein.“

Wie das Paul-Ehrlich-Institut am Montag (29. März) berichtete, sind in Deutschland mittlerweile 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach einer Impfung mit AstraZeneca bekannt geworden. In 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. Neun dieser Fälle hatten einen tödlichen Ausgang. Bis auf zwei Fällen waren laut PEI-Meldung ausschließlich Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren betroffen. Die betroffenen Männer waren 36 und 57 Jahre alt. Bislang haben in Deutschland 2,7 Millionen eine Erstimpfung und 767 Personen eine zweite Dosis von AstraZeneca erhalten.

Am 15. März hatte die Bundesregierung den Einsatz des Vakzins in Deutschland gestoppt. Nach einer Prüfung durch die europäische Arzneimittelagentur (EMA) hatte die Behörde jedoch grundsätzlich keine erhöhte Gesundheitsgefahr durch den Einsatz des von AstraZeneca gesehen und am 18. März eine deutschlandweite Fortsetzung der Impfungen empfohlen. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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