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AstraZeneca: Verunreinigungen im Impfstoff – Experten geben Entwarnung

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Von: Josefine Lenz

Nachdem Forscher der Universität Ulm Verunreinigungen in mehreren AstraZeneca-Chargen entdeckt haben, gibt das Paul-Ehrlich-Institut Entwarnung:

Update vom 2. Juni: Nachdem Forscher der Ulmer Universitätsmedizin in Chargen des AstraZeneca-Impfstoffs Verunreinigungen durch Eiweiße nachgewiesen haben, gibt das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Entwarnung. Es gebe aufgrund der nachgewiesenen Proteine in dem Vakzin keine Gesundheitsrisiken, sagte der Präsident des PEI, Klaus Cichutek, dem SWR. Die Menge der nachgewiesenen Proteine sei laut Cichutek akzeptabel, heißt es im SWR-Bericht weiter. Sie entstehe durch die Großproduktion des Impfstoffs. AstraZeneca sei in klinischen Studien getestet worden und sei wirksam und sicher.

AstraZeneca-Impfstoff: Forscher alarmiert – Verunreinigungen in mehreren Chargen

Erstmeldung vom 27. Mai: Und schon wieder wirft eine Studie ein negatives Licht auf den Corona-Impfstoff von AstraZeneca! Nachdem seltene, jedoch tödliche Thrombose-Fälle in Deutschland gemeldet wurden, wird die empfohlene Altersgrenze für Impfberechtigte auf über 60 Jahren angesetzt. Zuvor gab es mehrere Impf-Stopps in ganz Europa. Der Wirkstoff soll außerdem schlechter gegen Corona-Mutationen schützen und generell eine niedrigere Wirksamkeit gegen das Virus haben als die Vakzine von BioNTech/Pfizer und Moderna. Mittlerweile wird sogar eine Mischimpfung mit AstraZeneca und BioNTech empfohlen – eine Kreuzimpfung soll einen besseren Schutz vor Covid-19 bringen.

Nun gibt es weitere belastende Erkenntnisse zum AstraZeneca-Impfstoff. Forscher der Universität Ulm haben das Vakzin untersucht und dabei eine schockierende Entdeckung gemacht: Der Impfstoff ist verunreinigt!

AstraZeneca: Forscher mit Schock-Ergebnissen – Verunreinigungen im Impfstoff gefunden

Da nach der Impfung mit AstraZeneca recht häufig Nebenwirkungen mit grippeähnlichen Symptome auftreten und vor allem jüngere Frauen in äußerst seltenen Fällen an lebensbedrohlichen Sinusvenenthrombosen erkranken, haben die Forschenden um Professor Stefan Kochanek, Leiter der Abteilung Gentherapie der Ulmer Universitätsmedizin, drei Chargen des AstraZeneca-Impfstoffs untersucht. Dabei finden die Wissenschaftler Verunreinigungen. Dies berichtet die Uni Ulm am Mittwoch (26. Mai) in einer Mitteilung auf der Fakultäts-Webseite.

Ein Arzt hält ein Fläschchen mit dem Impfstoff von AstraZeneca in der Hand.
Ein Arzt hält ein Fläschchen mit dem Impfstoff von AstraZeneca in der Hand. © Danny Lawson/dpa/PA Wire

Neben den Proteinen, die für einen vektorbasierten Impfstoff benötigt werden, finden die Experten „beträchtliche Mengen menschlicher Proteine und auch regulatorischer viraler Proteine, die nicht Teil des Impfstoffs sind.“ Wie der SWR berichtet, sollen in einem Fläschchen AstraZeneca-Impfstoff rund zwei Drittel Verunreinigungen und ein Drittel Impfstoff enthalten sein. Es handle sich um Rückstände aus der Produktion des AstraZeneca-Impfstoffs, wie Kochanek im SWR-Interview erklärt.

AstraZeneca-Impfstoff: Menschliches Protein im Impfstoff – Ursache für Nebenwirkungen?

Um herauszufinden, um welche Proteine es sich genau in dem AstraZeneca-Impfstoff handelt, haben die Forscher der Uni Ulm sogenannte massenspektrometrische Untersuchungen durchgeführt. Das Ergebnis: Mindestens die Hälfte der Proteine ist menschlichen Ursprungs. Das berichtet auch echo24*.

„Insgesamt haben wir über 1000 Proteine in den Chargen detektiert: Die Mehrzahl dürfte keine negativen Auswirkungen auf Impflinge haben. Extrazelluläre Hitzeschockproteine sind jedoch bekannt dafür, dass sie angeborene und erworbene Immunantworten modulieren und bestehende Entzündungsreaktionen verstärken können. Sie wurden zudem auch schon mit Autoimmunreaktionen in Verbindung gebracht“, erklärt Professor Kochanek.

Vereinfacht erklärt: Die Hitzeschockproteine können die Coronavirus-Immunität im Körper verändern, Nebenwirkungen verstärken und Antikörper, die sich gegen den eigenen Körper richten, verursachen. Kochanek geht derzeit aber nicht davon aus, dass die Verunreinigungen mit den Sinusvenenthrombosen zusammenhängen – ganz ausschließen könne er es aber nicht.

AstraZeneca: Verunreinigungen im Impfstoff – Unternehmen kann etwas dagegen tun

Ob diese Verunreinigungen die Wirksamkeit des Impfstoffs beeinflussen oder mit Impfreaktionen zusammenhängen, kann die Studie nicht beantworten. „Die [...] Ergebnisse geben allerdings Hinweise, wie der Pharmakonzern seine Herstellungs- und Qualitätssicherungsprozesse optimieren kann“, heißt es weiter. Die Forscher der Uni Ulm kritisieren, dass diese bei AstraZeneca nicht ausreichen würden. „Die Vielzahl der gefundenen Verunreinigungen, von denen zumindest einige negative Effekte haben könnten, macht es nötig, den Herstellungsprozess und die Qualitätskontrolle des Impfstoffs zu überarbeiten.

Dadurch ließe sich neben der Sicherheit womöglich auch die Wirksamkeit des Vakzins erhöhen“, so Professor Kochanek. AstraZeneca hätte sich derweil „interessiert gezeigt, aber ein weiteres Feedback haben wir bisher noch nicht gehabt“, sagt er weiter.

Im SWR-Interview hält der Wissenschaftler einen Impf-Stopp für nicht sinnvoll, da der Nutzen weiterhin über den Risiken stehe. Laut dem Forscher könne man die Verunreinigungen entfernen, allerdings wäre dieser Prozess kostspieliger. Aber: In der Pharmaindustrie würde ein möglichst sauberes Produkt ein „sehr wichtiges Qualitätsmerkmal“ darstellen. (jol) *echo24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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