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Astrazeneca: Biontech oder Moderna für Zweitimpfung – Empfehlung jetzt offiziell

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Von: Josefine Lenz

Über 1,5 Millionen Menschen in Deutschland haben den AstraZeneca-Impfstoff erhalten. Doch nun wird dieser ausschließlich für über 60-Jährige empfohlen. Was jetzt für alle anderen gilt:

Update vom 13. April: Mit einer ersten Astrazeneca-Dosis geimpfte Menschen unter 60 Jahren sollen für die zweite Impfung auf ein anderes Präparat umsteigen. Darauf haben sich die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Dienstag einstimmig geeinigt. Die Minister folgen damit einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) von Anfang April. Konkret empfiehlt der Beschluss für Personen unter 60 Jahren eine Zweitimpfung zwölf Wochen nach der Erstimpfung.

Bereits vereinbarte Termine zur Zweitimpfung können übergangsweise auch ab der neunten Woche nach der Erstimpfung stattfinden“, sagt der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Bayerns Ressortchef Klaus Holetschek, am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur in München.

Hintergrund der Empfehlung sind Verdachtsfälle auf eine Hirnvenen-Thrombose nach der Impfung mit Astrazeneca. Experten vermuten, dass das sehr geringe Risiko vor allem jüngere Menschen betrifft. Bund und Länder hatten deshalb kürzlich beschlossen, das Astrazeneca-Mittel in der Regel nur noch Menschen über 60 verabreichen zu lassen. (dpa)

AstraZeneca: Anderer Wirkstoff für Zweitimpfung? Das empfehlen Experten

Erstmeldung vom 8. April: Seit Ende März wird der Coronavirus-Impfstoff von AstraZeneca nur noch für Personen über 60 Jahren empfohlen. Diese Entscheidung der Ständigen Impfkommission (STIKO) geht auf mehrere Thrombose-Fälle in Deutschland zurück. Bislang sind 31 Menschen, davon 29 Frauen, an der Hirnvenen-Thrombose erkrankt – 9 davon sind verstorben. Die schweren Krankheitsverläufe sind allerdings ziemlich selten. Nur 0,002 Prozent der AstraZeneca-Geimpften leiden an dem Blutgerinnsel im Kopf. Trotzdem ist die Verunsicherung im Land groß und auch die STIKO drückt mit der neuen Impfempfehlung ihr Bedenken aus. Lediglich die europäische Arzneimittel-Agentur EMA hält an dem ursprünglichen Impfplan fest. Für sie stehe der Nutzen einer AstraZeneca-Impfung über den Risiken.

UnternehmenAstraZeneca
ImpfstoffVaxzevria
HauptsitzCambridge, Vereinigtes Königreich

AstraZeneca-Impfung nur noch für Personen über 60 Jahre

Deutschland bleibt dabei und empfiehlt nur Menschen über 60 Jahren die AstraZeneca-Impfung. Wenn sich Jüngere mit dem Corona-Impfstoff spritzen lassen wollen, müssen sie vorher mit einem Arzt sprechen, eine sorgfältige Aufklärung erhalten sowie das individuelle Risiko abwägen. Es ist aber durchaus sinnvoll, wenn sich beispielsweise Risikopatienten mit AstraZeneca impfen lassen, da die Wahrscheinlichkeit eines schweren Verlaufs einer Corona-Infektion weitaus höher ist als das Risiko einer Thrombose-Erkrankung.

Wer derzeit einen Termin für eine Erstimpfung mit dem AstraZeneca-Impfstoff hat, muss zunächst prüfen, ob dieser noch gültig ist. Viele Bundesländer wollen die Impfung trotzdem ermöglichen und auf andere Vakzine von BioNTech und Pfizer sowie Moderna ausweichen. Es kann aber auch zu Stornierungen oder Verschiebungen kommen, wenn nicht ausreichend Corona-Impfstoff vorhanden ist.

Corona: So funktioniert die AstraZeneca-Impfung

Doch was passiert, wenn jemand bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten hat und jünger als 60 Jahre alt ist? Wird trotzdem der umstrittene Impfstoff verabreicht oder wird ein anderes Vakzin verimpft? Fest steht: Der AstraZeneca-Impfstoff bietet den bestmöglichen Schutz vor Corona, wenn er zwei mal verabreicht wird. Außerdem muss eine Zeitspanne von acht bis zwölf Wochen eingehalten werden, damit das Vakzin am effektivsten wirkt.

Kurz zur Erklärung: Der AstraZeneca-Impfstoff basiert auf modifizierten Adenoviren. Die DNA der Schnupfenviren wird so verändern, damit sie das Erbgut des Coronavirus enthalten. Bei der Impfung werden die Viren in die Körperzellen gespitzt. Dadurch entwickelt der Körper sogenannte Spike-Proteine, die letztlich Coronaviren abwehren können. Diese Art von Impfstoffe nennt man auch Vektorimpfstoffe.

Corona: Erst AstraZeneca, dann BioNTech? STIKO empfiehlt Misch-Impfung

Andere Corona-Wirkstoffe wie die von Moderna und BioNTech funktionieren ganz anders. Hier wird mit mRNA-Molekülen gearbeitet. Es ist also unklar, inwiefern die Impfstoffe von AstraZeneca und andere Firmen zusammen passen und einen Schutz gegen Corona bieten. „Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis der COVID-19 Vaccine Vaxzevria (AstraZeneca) erhalten haben, gibt es noch keine wissenschaftliche Evidenz zur Sicherheit und Wirksamkeit einer gemischten Impfserie“, so die STIKO.

Trotz der Ungewissheit hinsichtlich des Schutzes, empfiehlt die STIKO die Misch-Impfung. So heißt es: „Bis entsprechende Daten vorliegen, empfiehlt die STIKO für Personen unter 60 Jahre anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis von AstraZeneca eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs 12 Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.

Corona-Impfung: Studie mit BioNTech und AstraZeneca – Experten zuversichtlich

Laut der Pharmazeutischen Zeitung startet in Großbritannien eine Untersuchung mit den Impfstoffen von AstraZeneca und BioNTech. Die Forscher wollen herausfinden, welche Auswirkungen es hat, wenn man zuerst AstraZeneca und dann BioNTech verimpft. Es wird außerdem die Reihenfolge geändert, sodass zunächst Comirnaty und dann Vaxzevria gespritzt wird. Corona-Impfstoffe von anderen Firmen können möglicherweise bei der Studie hinzukommen.

Für die Forschung haben sich über 800 Freiwillige gemeldet. Alle sind über 50 Jahre alt. Die Wissenschaftler wollen zudem herausfinden, wie sich unterschiedliche Intervalle von vier bis zwölf Wochen auswirken. „Es ist auch möglich, dass durch die Kombination von Impfstoffen die Immunreaktion erhöht werden könnte und ein länger anhaltendes und höheres Niveau an Antikörpern hervorgerufen werden könnte“, wird der stellvertretende medizinische Chefberater der britischen Regierung, Jonathan Van-Tam, zitiert. Bei anderen Impfstoffen, wie beispielsweise für Ebola, wird eine Misch-Impfung bereits erfolgreich angewandt. (jol)

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