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Audi kann nicht pünktlich liefern – beim Q6 e-tron streikt die Elektronik

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Von: Dominik Jahn

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Produktion von Elektrofahrzeugen Audi
Audi mit massiven Lieferproblemen - beim Q6 e-tron streikt die Elektronik. © dpa/ Teresa Kröger

Beim Modell Q6 e-tron kämpft Audi mit einem Elektronik-Problem. Liefertermine an Kunden können sich um über ein Jahr verzögern.

Es sind turbulente Zeiten für Audi. Zuletzt hat Audi einen seiner Zuliefere verloren und sich gegenüber echo24.de zu möglichen Folgen geäußert. Keine guten Nachrichten für den Automobilhersteller. Wenig positiv sind da auch die massiven Lieferprobleme des Automobilherstellers mit einem seiner neuesten Mittelklasse-Stromer. Ein Jahr Verzögerung und viel Ärger. Audi hat sich gegenüber echo24.de zum aktuellen Stand geäußert.

Solche Meldungen sorgen mit Blick auf das mögliche Aus für Audi nicht für ein besseres Zukunftsgefühl. Erst vor wenigen Wochen hat Audi-Vorstandsmitglied Hildegard Wortmann dem Autohersteller eine nur 50-prozentige Überlebenschance für die kommenden Jahre gegeben.

Verzögerung bei Lieferterminen: Audi mit Problemen beim Modell Q6 e-tron

Dass, in der Energiekrise und mit dem Krieg in der Ukraine, eigentlich alle Unternehmen in der Autoindustrie mit Lieferproblemen zu kämpfen haben, ist nicht ungewöhnlich. Für Audi bringt die Verzögerung großen Ärger mit sich. Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung war das Modell Q6 e-tron eigentlich bereits für dieses Jahr vorgesehen. Ebenso der Porsche Macan E.

Unternehmen:Audi
Hauptsitz:Ingolstadt
Gründung:16. Juli 1909, Zwickau
Dachorganisation:Volkswagen AG
CEO:Markus Duesmann (1. Apr. 2020–)

Laut dem Artikel werden die Autos jetzt ein Jahr später überhaupt erstmal vorgestellt. An die Kunden wird der Audi Q6 e-tron wohl sogar erst im Jahr 2024 ausgeliefert werden können. Das große Problem war die Elektronik. Die Verzögerung ist laut Zeitungsbericht nicht nur „blamabel, sondern auch ein wirtschaftliches Desaster, weil sich auch Nachfolgeprojekte wie der vollelektrische Porsche Cayenne verschieben“.

Nach Elektronik-Probleme: Audi verliert Milliardeninvestment

Als Grund für die massiven Verzögerungen nennt die Süddeutsche Zeitung eben nicht den üblichen an Mangel an Halbleitern oder gerissene Lieferketten, sondern es wird deutlich das Problem bei Audi selbst benannt: „Schuld sind selbstgemachte Softwareprobleme. Die eng verwandten Luxusstromer parken noch in den Entwicklungslabors, weil die Premium Plattform Elektrik (PPE) ein ganz großer Wurf sein sollte.“

Der Ärger mit den Lieferproblemen hat am Ende dann auch Konzernchef Herbert Diess den Job gekostet. Wie das Fachmagazin Vision Mobility schreibt, trennte sich Audi wegen „dieses engen Zeitplans jüngst überraschend vom Joint-Venture-Partner Argo AI, schrieb ein Milliardeninvestment ab und beendete die ambitionierte Kooperation mit Ford in diesem Bereich“.

Audi Modell Q6 e-tron mit komplexen Software-Problemen

Für den neuen Konzernchef und weiterhin amtierende Porsche-Chef Oliver Blume steht bei den Audi-Problemen fest: „Der E-Macan ist rundum ein feines Auto – nur bei der Software sind wir noch nicht dort, wo wir hinwollen.“ Demnach hat die Software-Tochter Cariad die bestehenden Schwierigkeiten noch immer nicht im Griff.

Das Problem erklärt ein Cariad-Manager gegenüber der Süddeutschen Zeitung wie folgt: „Man muss sich das selbstfahrende Auto 3.0 als einen Code vorstellen, der über neuronale Netzwerke – eine dem menschlichen Gehirn nachempfundene künstliche Intelligenz – die virtuelle Welt des realen Fahrzeugs verwaltet, indem er aus der Echtzeit-Situation des Autos die entsprechenden Fahraufgaben ableitet.“ Doch schon beim vernetzten Autoradio entstünden Probleme, wenn das System undeutliche Ansagen für den Sprachassistenten bekommt.

So reagiert Audi auf die Lieferprobleme und den Ärger mit der Elektronik beim Q6 e-tron

Auf Nachfrage von echo24.de zu den Lieferproblemen und den Ärger um die Software beim Modell Q e-tron, hält sich Auto mit klaren Aussagen zurück. Dazu heißt es lediglich: „Die „Premium Platform Electric“ (PPE) und die darauf basierenden Fahrzeuge wie der Audi Q6 e-tron sind der nächste große Schritt in der Transformation hin zu einem Anbieter von vernetzter E-Mobilität. Wir haben uns daher, im Sinne unserer Kunden, ambitionierte Entwicklungsziele gesetzt, die es aktuell mit höchster Konzentration umzusetzen gilt.“

Zu den, von der Süddeutschen Zeitung, genannten Verzögerungen kann Audi auch keine Angaben machen. Ob man jetzt bei den neuen Terminen im Zeitplan sei, beantwortet der Automobilhersteller wie folgt: „Eine Anpassung der ursprünglichen Terminplanung wurde durch uns bereits im Frühjahr kommuniziert, wobei der exakte Termin der Markteinführung noch nicht fixiert ist und zu gegebener Zeit kommuniziert wird.“

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