Forscher aus Dublin

Babyflaschen-Studie: Schockierende Ergebnisse – müssen Eltern sich Sorgen machen?

Die meisten Babyflaschen, die es in Deutschland zu kaufen gibt, bestehen aus Kunststoff. Doch nun ist eine schockierende Entdeckung gemacht worden: Die Flaschen enthalten jede Menge Mikroplastik.

Müssen sich Eltern Sorgen um ihre Babys machen, wenn sie ihnen die Flasche geben? Irische Forscher des Fachblatts „Nature Food“ haben herausgefunden, dass Produkte aus Polypropylen (PP) beim Erhitzen und Schütteln eine große Menge Mikroplastik freisetzen. Da einige Babyflaschen aus PP bestehen, ist die Gefahr groß, dass Kinder die Mikropartikel aufnehmen könnten.

Mikroplastik kommt nicht nur in Autoreifen oder Tüten vor, sondern auch in Wasch- und Reinigungsprodukten. Wer zum Beispiel Shampoo, Cremes oder Duschgels kauft, kann schnell ein Produkt mit Mikroplastik in den Händen halten. Wie Öko-Test herausgefunden hat, ist auch in vielen Flüssigwaschmitteln Mikropartikel enthalten*.

Mikroplastik sind winzige Kunststoffteilchen (maximal 5 Millimeter groß), die eine große Belastung für die Umwelt darstellen. Welche Auswirkungen Mikroplastik auf den Menschen hat, ist noch nicht klar. Wissenschaftler gehen aber davon aus, dass eine Person rund 600 Mirkopartikel pro Tag (!) aufnnimmt. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Babyflaschen-Skandal: Bis zu 16 Millionen Mikropartikel entdeckt

Laut den Forscher von „Nature Food“ enthält eine Babyflasche zwar deutlich weniger Mikroplastik, dennoch ist allein die Tatsache, dass es entdeckt wurde, alarmierend. Ein Liter kann zwischen 1,3 und 16,2 Millionen Mikropartikel enthalten. Besteht nur das Zubehör der Flasche aus Kunststoff, liegt der Wert zwischen 70.000 und 270.000. Die meisten Babyflaschen, die es in Deutschland zu kaufen gibt, bestehen jedoch vollständig aus PP.

Die Wissenschaftler haben für die Versuche die Babyflaschen sterilisiert und auf 95 Grad erhitzt. Danach füllten sie 70 Grad heißes Wasser hinein und schüttelten die Flasche für 60 Sekunden. Nach dem Abkühlen wurde der Inhalt analysiert, wie die Stuttgarter Zeitung berichtet.

Bei der Studie fanden die Experten heraus, dass die Temperatur einen deutlichen Unterschied macht. Bei 95 Grad liegt der Mikropartikel-Wert 100 mal höher als bei 25 Grad. Auch das typische Schütteln einer Babyflasche kann zusätzlich Mikroplastik freisetzen. Man geht deshalb von aus, dass ein Baby bis zum 12. Lebensmonat täglich rund zwei Millionen Partikel zu sich nimmt.

Babyflaschen enthalten Mikroplastik – kann das Folgen haben?

Zwar ist noch unklar, ob Mikroplastik gesundheitliche Auswirkungen hat, Experten gehen aber davon aus, dass sie möglicherweise den Darm und den Stoffwechsel beeinflussen können. Laut den Forschern aus Dublin könnte es auch möglich sein, dass die Entwicklung des Gehirn von Kleinkindern beeinträchtigt wird.

Die Forscher empfehlen PP-Babyflaschen möglichst nicht zu erhitzt oder zu schütteln. Am besten sollten sie nur mit kühler Nahrung befüllt werden. Ebenfalls ist das regelmäßige Auswaschen mit kaltem Wasser wichtig. *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks. (jol)

Rubriklistenbild: © Fabian Strauch/picture-alliance/dpa

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