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Corona: Erstaunliche Untersuchung – So gut funktionieren Schnelltests bei Omikron

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Von: Jason Blaschke

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Erkennen die im Handel erhältlichen Corona-Schnelltests die neue Virusvariante Omikron überhaupt? Neue Untersuchungen liefern erstaunliche Ergebnisse.

Die Zahl der bestätigten Omikron-Fälle in Heidelberg* und ganz Baden-Württemberg* nimmt rasant zu. Am Dienstag (11. Januar) teilte das Landesgesundheitsamt mit, dass bislang 16.375 Fälle der Omikron-Variante (B.1.1.529) in Baden-Württemberg registriert wurden. Zugleich steigt die 7-Tage-Inzidenz seit einigen Wochen wieder kontinuierlich an. In der Vorwoche hatte sie noch 251,7 im Land betragen, Stand 11. Januar liegt der Wert laut HEIDELBERG24* mit 357,1 wieder deutlich über der 300er-Marke.

Um der Lage Herr zu werden, hatte die Landesregierung eine neue Corona-Verordnung für Baden-Württemberg* mit verschärften Maßnahmen erlassen. Neu ist die FFP2-Maskenpflicht in Geschäften* sowie die Änderung der Quarantäne-Zeiten in Baden-Württemberg, über die HEIDELBERG24* im eben verlinkten Artikel informiert. Das Tückische an ‚Omikron‘ ist, dass die mit der Virusvariante infizierte Person oft einen milderen Verlauf entwickelt und in manchen Fällen nicht einmal Symptome aufweist.

Corona-Schnelltests: Wird Omikron-Infektion erkannt? Neue Erkenntnisse

Doch wie eine Infektion mit Covid-19 dann erkennen? Ein sicheres Gefühl geben die sogenannten Corona-Schnell- und Selbsttests, die innerhalb weniger Minuten ein Ergebnis liefern. Doch wie zuverlässig erkennen die in Deutschland zugelassenen Produkte eine Infektion mit der Corona-Variante Omikron überhaupt? Neueste Untersuchungen des Paul-Ehrlich-Instituts (PEI) geben Gewissheit. Die Behörde testete insgesamt 245 verschiedene Antigen-Schnelltests auf deren Zuverlässigkeit mit Blick auf die Corona-Mutation.

Das Ergebnis erstaunt Experten: Ganze 199 der Tests haben die Untersuchung laut PEI bestanden und können eine Infektion mit der Corona-Variante nachweisen – bloß 46 Tests haben nicht bestanden. In einer Mitteilung von Ende Dezember heißt es: „80 Prozent der untersuchten Tests haben also die in der Vergleichsuntersuchung geforderte Empfindlichkeit.“ Eine Erklärung hierfür ergibt sich aus der Wirkungsweise der Corona-Antigenschnelltests, die alle auf derselben Grundlage funktionieren.

So funktionieren Corona-Schnelltests

Alle Schnelltests weisen das Nukleo-Protein (N-Protein) des Coronavirus in Nase- oder im Rachenraum nach. Die Corona-Mutation Omikron betrifft stattdessen primär das S-Protein – was die Schnelltests aber ebenfalls nachweisen können. Ob ein Test anschlägt oder nicht, ist abhängig von der Viruslast. Ein negatives Schnelltest-Ergebnis ist daher keine eindeutige Sicherheit. Ein genaueres Ergebnis liefert der PCR-Test, der nach wie vor als „Goldstandard“ angesehen wird.

Corona-Schnelltests: Paul-Ehrlich-Institut mit klarer Erkenntnis zu Omikron

Das PEI geht deshalb davon aus, dass „die allermeisten der in Deutschland angebotenen und positiv bewerteten Antigentests eine Omikron-Infektion nachweisen können“. Entscheidend für ein positives Ergebnis ist letztlich die Virusmenge, welche ein mit Corona Infizierter aufweist. Experten gehen davon aus, dass Omikron-Infizierte weniger Virus im Nasen-Rachen-Bereich bilden, als Personen mit einer Delta-Infektion. Einte Tatsache, welche die Diagnose mit Corona-Schnelltests wiederum erschwert.

Ein weiterer Nachteil der Schnelltests ist zudem, dass sie nicht zwischen Virusmutation unterscheiden können. Zwar stellt der Test die Infektion mit großer Wahrscheinlichkeit fest, allerdings ist nicht klar, ob mit Omikron, Alpha oder Delta. Um das zu klären, muss ein PCR-Test gemacht werden, welcher im Labor zusätzlich noch sequenziert werden muss. Mittlerweile haben Forscher übrigens eine völlig neue Corona-Mutation mit Namen B.1.640.2 in Frankreich entdeckt, die aktuell noch Rätsel aufgibt.

Corona-Schnelltests: Hier können sich Verbraucher über Tests informieren

Wer ein sicheres und zuverlässiges Schnelltest-Ergebnis möchte, kann sich in Deutschland mindestens einmal pro Woche kostenlos auf das Coronavirus testen lassen – unabhängig vom Impfstatus. Die Testzentren verwenden in der Regel Tests, die vom PEI für die Diagnose von Covid-19 als zuverlässig eingestuft wurden. Die im Handel erhältlichen Corona-Schnelltest erfüllen die Kriterien für einen qualitativ guten Test– welcher auch eine Infektion mit der Omikron-Variante nachweisen kann – nicht immer.

Eine Orientierung für Anwender bietet die Liste der vom PEI getesteten Corona-Schnelltests auf der Homepage der Behörde. Und auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) listet auf seiner Homepage Corona-Schnelltests und zeigt auf, welche Corona-Schnelltests zertifiziert und geprüft sind und wie sensitiv (genau) sie sind. Ein Blick auf solche Listen offizieller Behörden lohnt sich. Denn gerade die im Handel erhältlichen Corona-Schnelltests sind mit Vorsicht zu genießen.

Corona-Schnelltests: Bestimmte Tests erkennen Omikron wohl schlechter

Berichten des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) zufolge hatte das PEI im November mehrere im Handel erhältliche Corona-Selbsttests geprüft. Das Ergebnis: Jeder fünfte geprüfte Schnelltest war nicht verlässlich genug. Das Problem ist, dass die Hersteller noch selbst zertifizieren können. Die Produkte müssen also nicht verpflichtend unabhängig überprüft werden. Ab Mai 2022 soll sich das ändern. Dann müssen Hersteller ihre Corona-Schnelltests verpflichtend unabhängig überprüfen und zertifizieren lassen.

Es ist also ratsam, im Verdachtsfall auf eine Corona-Infektion nicht auf einen selbst eingekauften Test zu setzen. Stattdessen sollten Betroffene mit einem Mediziner abklären, ob gleich ein PCR-Test gemacht werden sollte, oder ob ein qualitativ guter Schnelltest in der Praxis ausreicht. Und noch etwas ist wichtig: Laut echo24.de* sollen bestimmte Schnelltests Omikron schlechter bestimmen*, als andere. Daher ist es ratsam, sich vorab zu informieren. *HEIDELBERG24 und echo24.de sind ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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