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Legionellen im Leitungswasser: Nach dem Urlaub sofort Hahn aufdrehen

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Von: Teresa Knoll

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Baden-Württemberg - Die Ferien sind schon fast vorbei und viele kommen wieder aus dem Urlaub zurück. Als erstes solltest Du die Wasserhähne aufdrehen – und zwar wegen der Legionellen:

Wer kennt es nicht: Gerade kommt man aus dem Urlaub zurück, ein bisschen müde und durstig – und als erstes schenkt man sich ein Glas Wasser ein. Aber halt, zuerst solltest Du das Wasser durchlaufen lassen. Das gilt auch für das Duschen. Der Grund dafür sind Legionellen, die sich im stillstehenden Wasser besonders gut vermehren.

Aus dem Urlaub zurück: Hahn aufdrehen, um Legionellen auzuspülen

Leitungswasser ist gesund und wir haben es mit einem Handgriff immer zur Verfügung. Nach dem Urlaub kann es allerdings zur Keimschleuder werden. Denn wenn Wasser länger steht, können sich Legionellen darin optimal vermehren. Und wenn die in die Atemwege gelangen, können sie Krankheiten auslösen. Normalerweise ist das Leitungswasser in Deutschland sauber. Da wird die Qualität auch durch Wasserfilter nicht sehr verbessert, die Stiftung Warentest getestet hat.

Deswegen heißt es nach dem Urlaub oder nach längerer Abwesenheit erst mal: Alle Wasserleitungen aufdrehen und das Wasser laufen lassen. Dazu rät das Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS). In einem normalen Einfamilienhaus reicht es normalerweise, etwa zehn Liter durch die Leitungen zu jagen.

Legionellen im Leitungswasser: Eingeatmete Tröpfchen können Infektion auslösen

Es ist ebenfalls nicht ratsam, direkt nach längerer Abwesenheit zu duschen, denn die Bakterien können über kleinste Tröpfchen direkt in die Atemwege gelangen. Das Risiko, die Legionellen einzuatmen, ist beim Trinken von belastetem Wasser zwar nicht so hoch. Passiert das aber doch, kann es auch hierbei zu einer Infektion kommen, so die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Falls jemand während Deiner Abwesenheit auf das Haus aufpasst, kann er dazu beitragen, das Wasser zu bewegen und von Legionellen freizuhalten. Dazu sollte ein Wasserhahn aufgedreht werden, der möglichst weit von der Hauptwasserversorgung entfernt liegt, wie der im Badezimmer des obersten Stockwerks. Das ausströmende Wasser muss nicht verschwendet werden, es kann einfach zum Gießen von Pflanzen benutzt werden. Weitere Spartipps zum Gießen Deiner Pflanzen findest Du hier.

Legionellen im Leitungswasser: Symptome der Legionärskrankheit und Pontiac-Fieber

Was sind Legionellen eigentlich? Es sind Bakterien, die immer im Wasser vorhanden sind, sowohl im Meerwasser wie auch in der Leitung. In niedriger Konzentration sind sie aber ungefährlich. Vor allem in stehendem Wasser und bei einer Temperatur von 20 bis 55 Grad fühlen sie sich aber besonders wohl und vermehren sich.

Atmet man sie dann ein, kann es zu einer Lungenentzündung kommen, der sogenannten Legionärskrankheit oder Legionellen-Pneumonie. Die Krankheit äußert sich mit Symptomen wie einer Lungenentzündung mit Husten, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und hohem Fieber. Auch das Pontiac-Fieber kann dadurch ausgelöst werden. Symptome sind neben Fieber Kopf- und Gliederschmerzen, Thoraxschmerzen sowie trockener Husten, aber keine Lungenentzündung. (resa)

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