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Bargeldvorrat für den Notfall: So viel Cash sollte man allzeit zu Hause haben

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Von: Jason Blaschke

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Für den Notfall sollte man nicht nur wichtige Alltags-Produkte, sondern auch etwas Bargeld zu Hause haben. Zum genauen Betrag gibt es eine Empfehlung.

Bonn – Der seit Wochen andauernde Krieg in der Ukraine hat auch massive Auswirkungen auf die Verbraucher in Deutschland. In Supermärkten und Discountern wie Kaufland oder Lidl kosten einfachste Alltags-Lebensmittel wie Milch oder Milchprodukte seit Wochen schon deutlich mehr. Und ein Ende der Teuer-Spirale für Nahrungsmittel naht aus Sicht von Experten nicht, im Gegenteil: Mit Blick auf weiter teure Energiepreise werden neue Teuerungswellen immer wahrscheinlicher.

Teuerungen und Engpässe nehmen zu: Experten warnen – und fordern Maßnahmen

„Die Verbraucher hat aktuell erst ein Teil der Preiserhöhungen erreicht“, sagte etwa Eckhard Heuser vom Milchindustrie-Verband im Gespräch mit BW24 zur Entwicklung der Milchpreise in Deutschland in naher Zukunft. Mit Blick auf die Butter seien schon heute im Handel starke Veränderungen festzustellen. Heuser ist sich sicher: „Der Rest kommt noch, spätestens zum 1. Juli 2022.“ Und auch aus anderen Branchenverbänden kommen ähnliche Prognosen.

Solveig Schneider vom Bundesverband der Deutschen Süßwarenindustrie (BDSI) schließt etwa Engpässe für einzelne Produkte des Süßwarensortiments nicht mehr aus. Sie forderte im Gespräch mit BW24, dass die Politik primär mittelständische Unternehmen vor weiteren kostspieligen und bürokratischen Belastungen schützen soll. Schneider: „Ansonsten droht mittelfristig der Verlust der sich bislang als robust erwiesenen mittelständischen Wirtschaftsstruktur in Deutschland.“

Bargeldvorrat für Notfälle: Regierung gibt Empfehlung – ohne genaue Angabe

Die Beispiele zeigen, wie massiv sich Pandemien oder auch Kriege auf die Wirtschaft auswirken können – vor allem, wenn wie im Moment gleich mehrere Probleme zusammenkommen. Auch deshalb ist es immer empfehlenswert, für einen Ernstfall gerüstet zu sein. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) führt hier eine Checkliste für einen 10-Tage-Notfallvorrat, den jeder Bürger zu Hause haben sollte, um in Krisensituationen versorgt zu sein.

Zum Notfallvorrat gehören etwa Alltags-Lebensmittel wie Wasser oder Reis, aber auch Medikamente und Bargeld. Während es für die Lebensmittel die BKA-Checkliste gibt, finden sich für die Notfall-Bargeldreserve vergleichsweise wenig Informationen. Im BKA-Ratgeber ist lediglich von einer „ausreichenden Bargeldmenge“ die Rede – genau Beträge fehlen. Eine Orientierung gibt Berichten von FOCUS Online zufolge der Oberösterreichische Zivilschutz.

Österreichische Behörde macht genaue Bargeldvorrat-Angabe pro Haushalt

Die österreichische Behörde empfiehlt „500 Euro pro Haushalt in kleinen Scheinen“. Wichtig ist, sein Notfall-Bargeld nicht einfach in der Wohnung herumliegen zu lassen. Und auch Verstecke wie unter Matratzen oder Büchern kennen Diebe schon längst. Daher sei es am sichersten, das Geld in einem Tresor zu verwahren, empfehlen die Verbraucher-Experten von FOKUS Online dazu. Wer zu Hause keinen Tresor hat, sollte ein gutes Versteck suchen, das möglichst robust ist.

Denn Wasser oder generell Feuchtigkeit können Papiergeld-Reserven schaden. Wie wichtig ein Bargeldvorrat für Notfälle ist, zeigte Ende Mai die EC-Karten-Störung im Einzelhandel, von der auch große Marken wie Edeka oder Aldi massiv betroffen waren – und es teils noch sind. Laut kreiszeitung.de könnte die EC-Karten-Störung vereinzelt noch Tage andauern, weil einige ältere Terminals wohl erst ausgetauscht werden müssen.

Ein Salat und ein Bußgeld: In Frankfurt kann ein Knöllchen an der Ladenkasse bezahlt werden. (Symbolbild)
Aufgrund einer bundesweiten Störung von Kartenzahlsystemen konnten Kunden vor Kurzem nur mit Bargeld zahlen (Symbolbild) oder mussten ihre Einkäufe im Laden lassen. © Sven Hoppe/dpa

Bargeldvorrat in Kriegszeiten? Viele Facebook-User haben eine klare Meinung

Auf Facebook schreiben viele Nutzer, dass sie grundsätzlich eine finanzielle Notreserve zu Hause haben. „Ich zahle immer und absolut ausschließlich an der Kasse mit Bargeld“, schreibt dazu ein User. Eine andere Nutzerin ergänzt, dass sie überhaupt keine finanziellen Reserven für eine solche Maßnahme habe. „Von meiner kleinen Rente kann ich kein Bargeld auf Vorrat anlegen.“ Andere Facebook-User führen die Problematik noch deutlicher aus:

Eine Nutzerin kommentiert: „Nach zwei Jahren Corona und wegen horrend gestiegener Energiepreise gibt es tatsächlich Menschen, die nicht mal 500 Euro zur Verfügung haben.“ Eine andere Nutzerin ergänzt passend dazu: „Der Notfall tritt schon dann bei mir ein, wenn ich alle meine laufenden Kosten bezahle. Dann noch die überteuerten Lebensmittelpreise – da bleibt nichts mehr übrig!“ Die Debatte zum Bargeld-Notfallvorrat zeigt wieder deutlich, wie belastend die Situation für viele Verbraucher ist.

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