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Nach über 125 Jahren: Traditions-Bauunternehmen meldet Insolvenz an

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Von: Sarah Isele

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Über 125 Jahren nach Gründung meldet ein Traditions-Bauunternehmen aus Saarbrücken Insolvenz an. Die Gründe hierfür dürften nicht allzu sehr überraschen:

Die steigenden Kosten für Energie, Rohstoffe und Personal setzen aktuell vielen Unternehmen zu. Wolff Hoch- und Ingenieurbau ist laut Angaben des Unternehmens die größte Bauunternehmung in Saarbrücken. Im Jahr 1892 gegründet beschäftigt das Unternehmen mehr als 100 Angestellte. Nun, nach über 125 Jahren, muss Wolff Hoch- und Ingenieurbau Insolvenz anmelden.

Traditions-Bauunternehmen meldet Insolvenz an: Das sind die Gründe

Über 125 Jahren nach Gründung muss das Traditions-Bauunternehmen Wolff Hoch- und Ingenieurbau einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung stellen, wie der Saarländische Rundfunk berichtet. Das Unternehmen besteht bereits seit vielen Jahren und hat über 100 Beschäftigte, doch solche Probleme wie jetzt habe es in der bisherigen Unternehmensgeschichte noch nicht gegeben, wie Geschäftsführer Martin Herrmann sagt.

Die Firma kämpft unter anderem mit den steigenden Kosten für Holz, Kunststoff und Stahl, den langen Wartezeiten bei Baumaterial-Lieferungen sowie massiven Personalausfällen wegen der Corona-Pandemie. Auch fallen zahlreiche Handwerker aus der Ukraine weg, da diese durch den ausgebrochenen Krieg eingezogen wurden.

Zahlreiche Probleme führen zu Verzug auf Baustellen: Traditions-Bauunternehmen ist insolvent

All die Probleme haben dazu geführt, dass man an vielen Baustellen in Verzug geraten sei. Die Auftraggeber hätten dadurch nicht mehr bezahlt und es seien hohe Vertragsstrafen angefallen. Demnach fehlen dem Unternehmen rund 20 Millionen Euro! Das entspricht einem drittel des jährlichen Bauvolumens. Die Geschäfte sollen trotzdem normal weiterlaufen, erklärt der Insolvenzverwalter Marc Herbert dem „SR“ – und das mit allen Beschäftigten.

Durch das fehlende Geld kann Wolff ohne ein Insolvenzverfahren nicht weiter machen. Ein Lichtblick: an Aufträgen mangele es nicht. Wolff Hoch- und Ingenieurbau bearbeitet zurzeit 30 größere Projekte. Kurzfristig soll das Unternehmen in Absprache mit seinen Gläubigern saniert und langfristig wieder wettbewerbsfähig gemacht werden. Nach 130 Jahren musste auch ein bekannter deutscher Süßwaren-Hersteller Insolvenz beantragen. (rah)

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