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Hohe Spritpreise: Darf ich vom Chef Homeoffice verlangen?

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Von: Katja Becher

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Am 20. März fällt die Homeoffice-Pflicht für Arbeitnehmer. Doch angesichts der steigenden Spritpreise wird der Weg zur Arbeit für Auto-Pendler immer teurer.

Bis einschließlich 19. März sind Arbeitgeber noch verpflichtet, ihre Angestellten im Homeoffice arbeiten zu lassen, sofern es von der Art der Arbeit her möglich ist. Wenn am 20. März die Homeoffice-Pflicht im Rahmen des neuen Infektionsschutzgesetzes fällt, müssen viele Berufspendler wieder täglich in ihre Autos steigen. Doch die Benzin-Preise steigen immer weiter – und viele Arbeitnehmer würden sich den teuren Arbeitsweg gerne sparen. Kann man beim Chef auch nach Auslaufen der Corona-Regelung noch Homeoffice einfordern?

Benzinpreise steigen: Arbeitsweg wird nach Wegfall der Homeoffice-Pflicht teuer

Als wirtschaftliche Folge des Ukraine-Krieges steigen die Energiepreise immer weiter an. Vor allem die hohen Spritpreise machen den Alltag für Arbeitnehmer aktuell teuer – vor allem, wenn ab dem 20. März die Homeoffice-Pflicht wegfällt. Bisher lautete die Regel: Arbeitgeber müssen ihren Angestellten die Möglichkeit bieten, von zu Hause zu arbeiten, wenn es möglich ist. Merkur.de hat zusammengefasst, welche Corona-Regeln nach dem 19. März in Betrieben noch gelten.*

In der Corona-Pandemie haben wir uns längst ans Home-Office gewöhnt. Viele Arbeitnehmer würden sich angesichts der teuren Benzin- und Diesel-Preise aktuell wünschen, dass sie sich die Fahrt zur Arbeit weiter sparen könnten. Doch ist eine Homeoffice-Pflicht wegen der hohen Spritpreise überhaupt denkbar?

Homeoffice wegen steigender Benzinpreise? Arbeitnehmer tragen Risiko selbst

Ein Fachanwalt für Arbeitsrecht erklärt gegenüber dem MDR, dass er eine Homeoffice-Pflicht wegen der aktuellen Spritpreise nicht für umsetzbar halte: „Das ist das Wegerisiko, was hier betroffen ist. Das heißt, wie der Arbeitnehmer zum Arbeitgeber kommt, zu seinem Arbeitsplatz. Und das Wegerisiko, das hat er immer allein zu tragen.“

Wenn die Fahrt zur Arbeit behindert oder erschwert würde – sei es durch hohe Benzinpreise oder Bahn-Ausfälle – trage immer der Arbeitnehmer das Risiko und könne deshalb auch kein Homeoffice verlangen. Der Experte warnt im MDR-Bericht auch davor, sich wegen der hohen Spritpreise zu weigern, zur Arbeit zu kommen. Damit könne man schnell seinen Job riskieren.

Steigende Benzinpreise: Diskussion über Tempolimit und „Energiegeld“

Während die Preise nicht nur für Sprit und Energie sondern auch für Lebensmittel immer weiter steigen, sucht die Politik nach Lösungen. Während die Union die Mineralölsteuer senken will, hat zum Beispiel der Finanzminister von Baden-Württemberg eine andere Idee: Danyal Bayaz (Grüne) forderte vom Bund mehr finanzielle Hilfe für Ärmere und Familien. Aus seiner Sicht wäre ein sogenanntes „Energiegeld“ die richtige Maßnahme, um Menschen mit niedrigem Einkommen zu unterstützen.

Wegen der Spritpreis-Explosion gibt es in der Politik aktuell auch erneute Debatten über ein Tempolimit. So hatte die rheinland-pfälzische Klimaschutzministerin Katrin Eder am Samstag beim Landesparteitag der Grünen eine „scheuklappenlose Prüfung“ des Tempolimits gefordert. Dies sei auch nach Ansicht der Bundestagsabgeordneten Tabea Rößner ein „kleiner Schritt mit großer Wirkung“. (kab/dpa) HEIDELBERG24 und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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