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BioNTech: Risiko von Herzmuskelentzündung nach Zweitimpfung? Das sagen Experten

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Von: Sina Koch

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Es häufen sich Hinweise auf ein erhöhtes Risiko einer Herzmuskelerkrankung nach einer Impfung mit mRNA-Vakzinen. Nun meldet sich das Paul-Ehrlich-Institut zu Wort:

Wie HEIDELBERG24* berichtet, vermuteten israelische Experten bereits im April eine Verbindung zwischen einer Corona-Impfung mit dem Präparat von BioNTech und dem Auftreten einer Myokarditis*, also einer Herzmuskelentzündung. Zufall oder eine Nebenwirkung des Vakzins? Auch in Deutschland gibt es Verdachtsfälle. Jetzt meldet sich das Paul-Ehrich-Institut in einem Sicherheitsbericht zu Wort:

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
ErkrankungCovid-19
Impfstoffe (Auswahl)Co­mir­na­ty (Biontech), Moderna, Va­x­ze­vria (Astrazeneca)

Corona-Schutzimpfung mit BioNTech: Zusammenhang zwischen Herzmuskelentzündung und Impfung?

Das israelische Gesundheitsministerium berichtet am Dienstag (01. Juni) von einem möglichen Zusammenhang zwischen der zweiten Dosis des Impfstoffes von BioNTech*und Fällen von Herzmuskelentzündungen. Zwischen Dezember und Mai sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums unter den mehr als fünf Millionen Geimpften insgesamt 275 Fälle von Herzmuskelentzündungen aufgetreten.

Über einen möglichen Zusammenhang zwischen sehr seltenen Herzmuskelentzündungen und einer Corona-Impfung, insbesondere bei jungen Männern ab 16 Jahren, hat das Paul-Ehrlich-Institut bislang kein klares Bild. Viele Herzmuskelentzündungen verlaufen nach Angaben des Instituts symptomlos oder mit unspezifischen Symptomen. Eine Myokarditis kann aber auch lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auslösen. Man habe in den vergangenen Wochen „zunehmend Meldungen über den Verdacht einer Myokarditis oder Perimyokarditis im zeitlichen Zusammenhang mit der Verabreichung von Covid-19-mRNA-Impfstoffen erhalten“, heißt es im Sicherheitsbericht des Paul-Ehrlich-Instituts.

BioNTech-Impfung: Verdachtsfälle werden untersucht

Nichtsdestotrotz falle bei den mRNA-Impfstoffen von Moderna und BioNTech auf, „dass vorwiegend jüngere Menschen betroffen sind, die jedoch vermutlich aufgrund der Impfpriorisierung nicht die prozentual größte Impfgruppe ausmachen“. Es gehe bislang um 92 Fälle einer Herzerkrankung. Insgesamt sind in Deutschland bislang rund 58 Millionen Impfdosen verabreicht worden.

Es fehle an Daten um zu berechnen, „ob die Zahl der gemeldeten Fälle einer (Peri)myokarditis in jüngeren Altersgruppen höher ist, als statistisch zufällig in ihrer Altersgruppe zu erwarten wäre“. Das Paul-Ehrlich-Institut und weitere EU-Schwesterbehörden wollen ihre Untersuchungen hierzu fortsetzen, heißt es.

Nach Corona-Impfung: Paul-Ehrlich-Institut veröffentlicht weitere Nebenwirkungen

Neben der Myokarditis werden auch Thrombosen und das Guillain-Barré-Syndrom im Bericht genannt. Beim Guillain-Barré-Syndrom werden durch eine Autoimmunreaktion Nerven geschädigt, sodass sie keine Reize mehr übertragen können. Nach einer Impfung mit dem Vakzin von AstraZeneca seien mehr Fälle dieses Syndroms gemeldet worden „als aufgrund der Anzahl geimpfter Personen zufällig erwartet wurde“, berichtet das Paul-Ehrlich-Institut. „Ob es sich um ein neues Risikosignal handeln könnte, wird weiter vom Paul-Ehrlich-Institut untersucht.“

Das „Thrombose-mit-Thrombozytopenie Syndrom“ (TTS-Syndrom) ist „sehr selten“ als schwerwiegende Nebenwirkung bei Vektorimpfstoffen* wie Vaxzevria (Astrazeneca*) beobachtet worden. Insgesamt sind 106 Fälle bekannt. Zum Zeitpunkt der Auswertung hat das Paul-Ehrlich-Institut Kenntnis über 21 tödliche Verläufe. Allerdings können laut dem Institut „keine spezifischen Risikofaktoren für die Entstehung von TTS identifiziert werden.“ Oftmals finden sich die Thrombosen* an ungewöhnlichen Stellen, wie beispielsweise an Hirnvenen. Meldungen aus dem Spontanerfassungssystem werde das Institut zudem „intensiv monitorieren, kontinuierlich auswerten und berichten“. (sik) HEIDELBERG24* ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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