Die Preisschlacht beginnt

Black Friday-Abzocke: Verbraucherzentrale warnt – nicht auf diese Tricks hereinfallen

Der aus den USA stammende Black Friday hat sich auch bei uns längst als Schnäppchenjagd etabliert. Doch Vorsicht: Händler nutzen die Kauflust der Kunden auch aus. So können Sie sich schützen:

Black Friday lässt die Herzen vieler Schnäppchenjäger höher schlagen. Doch es ist Vorsicht geboten. Nicht jeder Rabatt ist das, was von den Händlern angepriesen wird. Der Handel arbeitet zum Teil mit dreisten Tricks, wie HEIDELBERG24* berichtet. Die Verbraucherzentrale warnt vor schwarzen Schafen unter den Anbietern.

NameBlack Friday
Datum 27. November 2020
UrsprungUSA
BedeutungShopping Event, das zum Konsum anregen soll

Black Friday-Abzocke: Nicht von falschen Rabatten blenden lassen

Viele der Black Friday Sparpreise beruhen auf einem Vergleich mit unverbindlichen Preisempfehlungen der Hersteller (UVP). Tatsächlich liegt der Preis der angepriesenen Produkte aber kaum bei der UVP, sondern schon vor dem Black Friday deutlich darunter. Stichproben der Verbraucherzentrale NRW in den vergangenen Jahren zeigen: Durchschnittlich liegen die Preisreduzierungen an solchen Rabatttagen statt angepriesener 50 Prozent oder mehr in Wirklichkeit oft bei unter 20 Prozent.

Black Friday-Abzocke: Auf keinen Fall unter Druck setzen lassen

Es ist ein beliebtes Marketing-Instrument: Die Verknappung von Artikeln. Das heißt, es wird beispielsweise bei Black-Friday-Angeboten angezeigt, dass der Bestand immer kleiner wird und zum Beispiel nur noch ein Artikel verfügbar ist. Und auch mit der zeitlichen Begrenzung eines Angebots, beispielsweise durch eine ablaufende Uhr, wird der Kunde unterbewusst zum Kauf gedrängt.

Die Verbraucherzentrale rät hier: Reicht die Zeit für eine Überprüfung eines scheinbar guten Angebots nicht aus, kann zum Beispiel am Black Friday auch mal auf Verdacht gekauft werden. Allerdings sollte anschließend der Preis umgehend geprüft werden. Findet sich das Produkt günstiger, gibt es bei einigen Händlern die Möglichkeit, den Kauf kostenlos zu stornieren. Kunden sollten am besten vorher checken, ob das kostenlos möglich ist.

Der Aktionstag Black Friday lässt die Herzen vieler Schnäppchenjäger höher schlagen. Doch es ist Vorsicht geboten.

Black Friday: Schutz vor Abzocke – Preise vergleichen ist ein „Muss“

Auf der Suche nach dem günstigsten Preis empfiehlt die Verbraucherzentrale mindestens zwei Preissuchmaschinen zu nutzen. Denn, so zeigen Tests, die eine beste Suchmaschine gibt es nicht. Erst wenn sich ein Sonderangebot wie am Black Friday mit Suchen in zwei Preissuchmaschinen nicht unterbieten lässt, könne sich der Kauf recht zuverlässig lohnen.

Falls die Stornierung bei einem Händler nicht klappen sollte und das Produkt doch nicht so günstig war wie gedacht, rät die Verbraucherzentrale Gebrauch vom Recht auf Widerruf zu machen. Dieser ist bei einem Onlinekauf in der Regel ohne Angabe von Gründen bis zu 14 Tage nach Lieferung des Produkts gestattet. Allerdings kann es sein, dass dafür Rücksendekosten anfallen. Die jeweiligen Vorgaben eines Händlers sollten Kunden aber auf jeden Fall vor dem Kauf überprüfen.

Black Friday-Tipp: Cookies im Browser löschen

Immer mehr Unternehmen wissen genau, wie sich ihre potenziellen Kunden informieren und was sie in der digitalen Welt tun. Grund dafür kann die Suche des Kunden nach einem bestimmten Stichwort sein oder ein Like eines bestimmten Produktes oder Themas auf den Social Media Kanälen. Ihre Vertriebsmaßnahmen schneiden Unternehmen anhand dieser Daten genau auf ausgewählte Internetnutzer zu. Wenn Kunden also nicht nur noch zugeschnittene Werbung gezeigt bekommen wollen, gilt: So wenig digital Spuren wir möglich hinterlassen oder sie gut verwischen indem man die im Browser hinterlegten Cookies löscht.

Black Friday-Sale: Tipps für sicheres Online-Shopping

Die Verbraucherzentrale rät von Käufen per Vorkasse oder Direktüberweisung dringend ab. Dahinter können sich Fake-Angebote verbergen. Gerade an großen Rabatt-Tagen wie dem Black Friday ist große Vorsicht geboten. Hier wittern Fakeshops besonders ihre Chance. Sicherer ist die Zahlung per Rechnung oder Lastschrift.

Beim Online-Shopping können Kunden nicht nur am Black Friday auf einige Punkte achten, auch um Ihre (Bank-)Daten zu schützen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt:

  • Verschlüsselte Datenübertragung beim Einkauf nutzen – so sind unter anderem Bankdaten und Co. sicherer vor fremdem Zugriff.
  • Kein Online-Shopping in öffentlichen WLAN-Netzen – so schützen Verbraucher ebenfalls persönliche Daten.
  • Nach dem Einkauf den Browserverlauf und die Cookies löschen – damit Online-Händler nicht so leicht umfassende Profile über das Kaufverhalten anlegen können.
  • Hat der Online-Shop ein vernünftiges, fehlerfreies Impressum, AGB, Widerrufs- und Rückgaberechte sowie Datenschutzbestimmungen? Wenn nicht: Hier lassen sich Fakeshops häufig schon als unseriös erkennen.

Auch Supermärkte wie Aldi, Kaufland und Co. locken oftmals mit vermeintlich günstigen Preisen. Kunden werden in den Filialen mit unterschwelligen Tricks zum weiteren Konsum verführt. (akm) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © picture alliance/Friso Gentsch/dpa

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