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Booster-Impfung: Ab wann die Auffrischung wirkt

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Von: Fabienne Schimbeno

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Aktuell erhalten viele Menschen ihre dritte Impfung gegen das Coronavirus. Aber wie lange dauert es, bis der Schutz vor einer Infektion mit dem Virus einsetzt?

Das Coronavirus hat uns noch immer fest im Griff. Während in Südafrika bereits eine neue Variante entdeckt* wurde, sind die Booster-Impfungen gegen COVID-19 hierzulande in vollem Gange. Allen Menschen, deren Zweitimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt, wird empfohlen, sich erneut gegen das Coronavirus impfen zu lassen, da der Schutz mit der Zeit nachlässt. Das macht sich an den vielen Impfdurchbrüchen bemerkbar. Noch nie waren die Corona-Zahlen in Deutschland so hoch wie in diesem Winter. Die Drittimpfung soll die vierte Welle brechen. Wann aber setzt der Schutz nach der Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus ein? Wie schnell wirken BioNTech und Moderna? HEIDELBERG24 klärt auf.

Booster-Impfung: Ab wann tritt die vollständige Wirkung ein?

Vor allem Menschen über 60 erkranken derzeit wieder häufiger an COVID-19. Aus diesem Grund ist eine Booster-Impfung dringend von Nöten. Sie soll den Schutz gegen das Coronavirus reaktivieren. Nach Abschluss der ersten Impfserie galt eine Person nach 14 Tagen als vollständig geimpft. Wie aber sieht es nach der Drittimpfung aus? Verschiedene Studien haben sich dieser Frage nun angenommen und untersucht, ab wann der Impfschutz wieder eintritt:

Wie das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gegenüber der Berliner Morgenpost berichtet, soll bereits nach fünf bis sieben Tagen „ein vergleichbarer Schutz wie nach der Grundimmunisierung“ erreicht sein. Die Auffrischungsimpfung rufe nach aktuellem Kenntnisstand eine Gedächtnisantwort hervor, welche die Immunabwehr nach dem angegebenen Zeitraum verbessert. Eine im Oktober veröffentlichte Arbeit im Fachblatt The Lancet stellt unterdessen fest, dass bereits etwa sieben Tagen nach der dritten Impfung Schutzeffekte eintreten.

Zum Impfstoff Moderna liegen bislang keine Daten vor, aus denen sich ableiten lässt, wann die Auffrischimpfung mit dem Vakzin wirkt. Es ist jedoch anzunehmen, dass – ähnlich wie bei der ersten Impfserie – der vollständige Impfschutz nach 14 Tagen erreicht ist. Eine israelische Studie hat sich unterdessen mit dem Vakzin BioNTech befasst und herausgefunden, dass der Schutz zwölf Tage nach Verabreichung der Booster-Impfung höher war als nach vier bis sechs Tagen.

Booster-Impfung: Wie hoch ist der Impfschutz?

Wann der größtmögliche Schutz gegen das Coronavirus nach der dritten Impfung erreicht ist, ist bislang noch unklar. Fest steht jedoch: Die Auffrischungsimpfung wirkt und der Impfschutz ist deutlich größer als davor. Wie eine gemeinsame Studie der Universität Harvard und des israelischen Forschungsinstituts gezeigt hat, ist das Risiko eines schweren Verlaufs nach der dritten Impfung 92 Prozent niedriger als bei Menschen, deren Zweitimpfung mehr als sechs Monate zurückliegt. Die Ansteckungsrate war bei über 60-Jährigen, die nur die Grundimmunisierung hatten, zehn Mal so hoch wie bei Gleichaltrigen, die ihre Booster-Impfung bereits erhalten hatten. Doppelt Geimpfte wiesen sogar zwanzig Mal häufiger schwere Krankheitsverläufe auf als dreifach Geimpfte.

Darüber hinaus hat der Forscher Eran Segal vom israelischen Weizmann-Institut ausgerechnet, dass die Booster-Impfung das Risiko einer Corona-Erkrankung zwanzig Mal mehr senkt als eine zweite Impfung, die das Ablaufdatum von fünf Monaten bereits überschritten hat. Außerdem soll der Booster-Shot deutlich länger anhalten als die Zweitimpfung, nämlich bis zu zehn Monate lang. Das habe laut Informationen der Berliner Morgenpost „eine noch nicht veröffentlichte, aber von israelischen Medien geleakte Auswertung des Tel-Hashomer-Spitals nahe Tel Aviv“ ergeben. Auch BioNTech-Chef Ugur Sahin geht davon aus, dass der Schutz nach der Drittimpfung länger anhalten werde als nach der Zweitimpfung, wie er in der BILD am Sonntag berichtet.

Ein Leben lang boostern? Das sagen Experten

Während sich verschiedene internationale Studien mit der Wirksamkeit der Booster-Impfung auseinandersetzen, kommen Experten zu dem Konsens, dass es in Zukunft jährlich eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus geben könnte. So äußert sich etwa BioNTech-Gründer Ugur Sahin in der BILD am Sonntag. Auch Forscher Hubertus Hochrein des Biotech-Unternehmens Bavarian Nordic geht davon aus, dass sich die Menschen dauerhaft gegen Corona impfen lassen müssen, wie er in einem Artikel der Süddeutschen Zeitung erklärt. Er und sein Team forschen derzeit an einem Universal-Booster, der nach dem Baukasten-Prinzip funktioniert und virusartige Partikel bildet, welche eine Corona-Infektion vortäuschen und der Körper relativ schnell Antikörper produziert, die am sogenannten Spike-Protein wirken. Das berichtet die ARD am Montag (6. Dezember).

Carsten Watzl, Arzt und Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, äußert sich derweil im Interview mit der Online-Zeitung FOCUS, dass die Grundimmunisierung gegen das Coronavirus künftig generell aus drei Impfungen bestehe „Immunologisch ist das sinnvoll, weil sich die Immunantwort jedes Mal verbessert, wenn der Körper sich mit dem Erreger beziehungsweise der Impfung auseinandersetzt“, erklärt er am Dienstag (7. Dezember) im Interview. (fas) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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