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Auch Butter und Käse teurer: Preis-Erhöhung in Supermärkten kommt

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Von: Peter Kiefer

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Der Ukraine-Krieg hat nicht nur schlimme Folgen für die dortige Bevölkerung. In Deutschland steigen derzeit viele Lebensmittelpreise, sind Regale leer gekauft:

Deutschland hamstert wieder! Ob Sonnenblumenöl, Rapsöl oder Mehl – große Supermarkt-Ketten beschränken aktuell den Verkauf von vielen Grundnahrungsmitteln auf Mini-Mengen. Was aufgrund der Corona*-Pandemie in der heutigen Zeit als einzigartige Situation angesehen wurde, wiederholt sich jetzt. Auslöser dafür ist der Krieg in der Ukraine*. So hat Russland seit Freitag (1. April) einen vorübergehenden Export-Stopp für Raps und Sonnenblumenkerne bis Ende August verhängt.

NameAldi
SitzEssen (Nordrhein-Westfalen)
Gründung1946
GründerKarl und Theo Albrecht

Einzelhandel: Preise für Milchprodukte so hoch wie lange nicht mehr

Und weil die Leute zum Kochen, Backen und Braten kaum noch die Chance haben, an Speiseöle zu kommen, greifen sie dafür vermehrt zu Butter. Logische Konsequenz: Jetzt steigt auch noch der Butter-Preis*, wie merkur.de* berichtet! Doch das Angebot ist deutlich geringer als die momentan enorme Nachfrage. Zudem müssen Milchbauern ebenfalls als Folge des Krieges in Osteuropa deutlich mehr für Energie, Futter und Dünger bezahlen.

Was das in Euro bedeutet: Die Preise für Milchprodukte liegen laut „Lebensmittelzeitung“ derzeit auf dem zweithöchsten Niveau seit dem Frühjahr 2013. Der Kilopreis für Butter liegt schon bei über sieben Euro. An der Süddeutschen Butter- und Käsebörse in Kempten (Bayern) beträgt der Kilopreis für abgepackte Butter aufgrund des laufender Verträge zwar noch zwischen 5,94 Euro und 6,14 Euro – lose Butter kam letzte Woche jedoch pro Kilogramm auf 7,10 Euro.

Aufgrund des Krieges in der Ukraine steigen die Lebensmittelpreise auch für Butter. (Symbolfoto)
Aufgrund des Krieges in der Ukraine steigen die Lebensmittelpreise auch für Butter. (Symbolfoto) © Jens Büttner/picture alliance/dpa

Kostet Packung Butter schon bald über zwei Euro?

Deshalb befürchten Experten, dass mit dem neuen Kontrakt für Butter die Preise der handelsüblichen 250-Gramm-Packungen steigen werden. Es ist anzunehmen, dass die Einzelhandels-Konzerne die Kosten dann auf die Verbraucher abwälzen. Heißt im Klartext: Das halbe Pfund Butter kostet womöglich schon ab Mai über zwei Euro pro Packung.

Doch der wahrscheinlich anstehende Butter-Preisanstieg bleibt vermutlich nicht der einzige im Bereich Molkereiprodukte. Auch Käse-Freunden droht ein deutlich tieferer Griff in den Geldbeutel. Denn auch beispielsweise beim bei Kunden beliebten abgepackten Schnittkäse übersteigt die Nachfrage bei weitem das Angebot.

Preiserhöhungen für Bauernverband notwendiger Schritt

Die angekündigten Preiserhöhungen für Lebensmittel im Einzelhandel sind aus Sicht des Bauernverbands ein notwendiger und
folgerichtiger Schritt. „Jetzt kommt es auch darauf an, dass das Geld nicht in der Vermarktungs- und Verarbeitungskette hängenbleibt, sondern auch auf den Betrieben ankommt“, erklärt Generalsekretär Bernhard Krüsken am Freitag (1. April).

Die vom Discounter-Riesen Aldi vorgesehenen Anpassungen seien ein überfälliges Signal. Sie spiegelten nicht nur Marktverwerfungen und Kostensteigerungen in der Erzeugung wider, sondern auch erste Kosten des Umbaus der Branche hin zu einer nachhaltigeren Produktion.

Leere Supermarktregale
Der Anblick leerer Regale bietet sich aktuell in vielen Supermärkten und Discountern. Nach Sonnenblumenöl wird nun das nächste Nahrungsmittel knapp - und teurer. © Christoph Soeder/dpa

Discounter-Riese Aldi erhöht Preise ab 4. April

Die Lebensmittelpreise dürften nach Einschätzung der Handelsbranche weiter deutlich zulegen. Schon vor dem Ukraine-Krieg seien die Preise „über die Produktpalette hinweg“ um gut fünf Prozent gestiegen, sagte der Präsident des Handelsverbands Deutschland, Josef Sanktjohanser, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Dies sei Folge höherer Energiekosten gewesen. „Die zweite Welle an Preissteigerungen kommt, und die wird sicherlich zweistellig.“ Aldi kündigte an, dass ab Montag (4. April) Fleisch, Wurst und Butter deutlich teurer werden*, wie HEIDELBERG24* berichtet. Grund seien höhere Preise, die Aldi seinen Lieferanten zahlen müsse.

Eine Kassiererin bei Aldi Süd.
Eine Kassiererin bei Aldi Süd. (Symbolfoto) © Rolf Vennenbernd/dpa

Bundesregierung beobachtet „alle Marktentwicklungen“

Die Bundesregierung erklärte, generell würden alle Marktentwicklungen beobachtet. Sie verwies auf das gerade von der Koalition beschlossene zweite Entlastungspaket in Milliardenhöhe. Dieses sehe besonders auch Zuschüsse für Bezieher von Sozialleistungen vor, wie ein Sprecher des Arbeitsministeriums sagte.

Wenn Lebensmittelpreise stiegen, fließe dies in die Anpassung des Regelsatzes der Grundsicherung ein, die im Lauf des Jahres vorgenommen werde. Das Statistische Bundesamt errechnet die Fortschreibung der Regelbedarfe jährlich über einen Mischindex. Dieser setzt sich zu 70 Prozent aus der Preisentwicklung und zu 30 Prozent aus der Nettolohnentwicklung zusammen. (pek mit dpa) *HEIDELBERG24 und merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA*.

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