Deutschland im Lockdown

Neue Knallhart-Regeln bei Aldi, Kaufland und Co. – so verändert Corona Deinen Einkauf

Ab November gelten in Deutschland wieder zahlreiche neue Gesetze und Regeln. Vor allem soll ein erneuter Shutdown die Corona-Pandemie eindämmen. Was sich noch alles ändert:

Ab dem 2. November sollen neue Knallhart-Maßnahmen* eine weitere starke Ausbreitung des Coronavirus* in Deutschland vermindern. Kitas und Schulen sollen weiter geöffnet bleiben, aber viele andere Einrichtungen müssen erneut schließen: Bars, Kneipen, Restaurants, Clubs und Cafés bleiben den kompletten Monat zu, nur der Außerhausverkauf oder das Liefern von Speisen ist erlaubt. Auch Kultur- und Freizeiteinrichtungen wie Kinos, Theater oder Fitnessstudios müssen für mindestens einen Monat dicht machen. Für die finanziellen Ausfälle sollen die Einrichtungen mit 75 Prozent des Umsatzes aus dem Vorjahresmonat entschädigt werden.

Kontakte werden auf maximal zwei Hausstände mit höchstens zehn Personen beschränkt, auf Feiern oder Partys auch in privaten Räumen, soll möglichst verzichtet werden. Auch von Reisen, die nicht dringend notwendig sind, wird abgeraten, touristische Übernachtungsangebote werden bundesweit gestrichen. Die Quarantäne-Pflicht für Rückkehrer aus Risikogebieten wird in einzelnen Bundesländern von 14 auf zehn Tage verkürzt. Der Groß- und Einzelhandel bleibt weiter offen, es gelten aber schärfere Hygiene- und Abstandsregeln. Welche Auswirkungen die für Verbraucher* bei Aldi, Lidl, Kaufland, Ikea und Co. haben, erklärt HEIDELBERG24*.

Das bedeuten die neuen Corona-Regeln für Verbraucher und Einzelhandel

Die neuen Corona-Regeln könnten auch bedeuten, dass es wie in der Frühphase des ersten Lockdowns Schlangen vor Supermärkten, Discountern und großen Warenhäusern gibt. Denn: Der gemeinsame Beschluss von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer müssen Groß- und Einzelhändler ab 2. November sicher stellen, „dass sich in den Geschäften nicht mehr als ein Kunde pro 10 qm Verkaufsfläche aufhält.“ Je nach Größe des Geschäfts wären Händler jetzt wieder gezwungen, am Eingang den Einlass zu kontrollieren. Bei Schlangen vor Läden könnte das Tragen einer Maske notwendig werden. Für Supermärkte, Möbelhäuser oder Baumärkte und Gartencenter könnte bereits auf dem Parkplatz eine Maskenpflicht gelten.

In den vergangenen Tagen und Wochen hat sich auch wieder der Trend zu Hamsterkäufen bemerkbar gemacht. Vielerorts herrschte bei Toilettenpapier in vielen Supermärkten bereits wieder gähnende Leere*. Auch der Verkauf von Nudeln, Tomatensoßen und Konserven zog überdurchschnittlich stärker an. Dabei mahnen die großen Supermarkt- und Discounterketten wie Aldi*, Lidl, Kaufland*, Rewe oder Edeka, dass sich am Vorrat in den Märkten nichts ändert, wenn jeder sein normales Kaufverhalten beibehält. „Dann ist auch genug für alle da“, sagt Christian Böttcher vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels. „Das hört sich einfach an, ist aber psychologisch manchmal schwer zu befolgen. Doch wenn alle mitmachen, wird das was.“

Und was ändert sich sonst noch im November?

Nutri-Score soll gesunde Ernährung vereinfachen

Ab November soll der „Nutri-Score“ Einkaufen und gesunde Ernährung erleichtern. Das neue Logo wird großflächig auf Lebensmitteln eingesetzt. Neben Zucker, Fett und Salz fließen auch empfehlenswerte Bestandteile wie Ballaststoffe und Proteine in eine Gesamtbewertung ein, die dann auf der Vorderseite der Packung in einem fünfstufigen Ampel-System dargestellt wird: von „A“ auf dunkelgrünem Feld für die günstigste Bilanz über ein gelbes „C“ bis hin zum roten „E“ für die ungünstigste.

Kritik an der Nutri-Score kommt aus der Bio-Branche. Sie sieht Bio-Lebensmittel durch das neue Label benachteiligt, obwohl sie gesünder und nachhaltig sind. So werden im Nutri-Score keine Ersatzstoffe erfasst, die in der herkömmlichen Lebensmittelproduktion eingesetzt werden. Bio-Lebensmittel werden dagegen ohne synthetische Ersatzstoffe produziert. beispielsweise schneidet „Cola light“ im Nutri-Score mit einem grünen „B“ besser ab, als Bio-Apfelsaft mit einem gelben „C“. Hochwertige Inhaltsstoffe fließen nicht oder nur bedingt in die Bewertung ein, so Kritiker.

Wechsel der Kfz-Versicherung

Wer in eine günstigere Kfz-Versicherung wechseln will, muss seine Police in der Regel bis zum 30. November kündigen. Die meisten Versicherungen laufen bis zum Jahresende, die Kündigungsfrist beträgt oft einen Monat. Für Autobesitzer, die nicht rechtzeitig kündigen, verlängert sich der Versicherungsschutz dann automatisch um ein weiteres Jahr.

Neues Gebäudeenergiegesetz

Am 1. November tritt das neue Gebäudeenergiegesetz (GEG) in Kraft. Es ersetzt das Energieeinsparungsgesetz, die Energieeinsparverordnung und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz. Neue Ölheizungen dürfen nach dem neuen GEG ab 2026 nur noch vereinzelt genehmigt werden. Wer seine Heizungsanlage austauscht, kann seit Anfang 2020 Fördergelder beantragen. Beim Austausch der Ölheizung sind bis zu 45 Prozent drin. Bauherren sind jetzt verpflichtet, mindestens eine Form von erneuerbaren Energien einzusetzen. Also Solaranlagen, Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen oder die Nutzung von erneuerbarer Fern- sowie Abwärme.

Wer ein Haus kauft, muss eine kostenlose Energieberatung in Anspruch nehmen. Zudem bekommt der Energieausweis einen höheren Stellenwert. So sind jetzt auch Makler zum Vorlegen eines Energieausweises verpflichtet, der jetzt auch CO2-Emissionen nennen muss.

Ärzte müssen auf Rezepten Dosierung angeben

Ab 1. November müssen Ärzte auf Rezepten klare Angaben zur jeweiligen Dosierung der verschriebenen Medikamente machen. Muss der Patient morgens, mittags und abends jeweils eine Tablette einnehmen, wird das künftig auf dem Rezept mit „1-1-1“ gekennzeichnet. Auf eine Dosierungsanleitung auf dem Rezept können Ärzte verzichten, wenn der Patient einen alternativen Medikationsplan hat. Bei der Verordnung von Betäubungsmitteln muss weiterhin die Gebrauchsanweisung mit Einzel- und Tagesgabe dokumentiert werden.

Einsatz von Chemikalien in Kleidung und Schuhen

Ab Anfang November gelten für den Einsatz von Chemikalien in Textilien und Schuhen strengere Grenzwerte. Das betrifft insgesamt 33 gesundheitsschädliche Stoffe, darunter auch Chrom, Arsen, Blei, Benzol und Cadmium. (rmx) *HEIDELBERG24.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa/Christoph Soeder

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