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Corona in Bus und Bahn: Studie überrascht – Kein höheres Ansteckungsrisiko

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Von: Katja Becher

Corona-Gefahr im ÖPNV: Ein aktuelles Gutachten der Charité in Berlin bringt neue Erkenntnisse zum Ansteckungsrisiko bei der Nutzung von Bus und Bahn.

Ist das Risiko, sich bei der Nutzung von Bus und Bahn mit dem Coronavirus* zu infizieren höher, als bei einer Fahrt mit dem Auto, Fahrrad oder Motorrad? Mit dieser Frage beschäftigt sich ein aktuelles Gutachten der Berliner Charité, wie HEIDELBERG24* berichtet. Die Studie der Charité Research Organisation zum Corona-Ansteckungsrisiko im ÖPNV wurde durch die Länder und den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Auftrag gegeben und gilt in dieser Form bisher als einzigartig. Zu diesem Ergebnis kamen die Experten in ihren Untersuchungen:

Corona-Risiko in Bus und Bahn: Charité-Studie mit überraschendem Ergebnis

Die regelmäßige Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel sei im Vergleich zum Individualverkehr nicht mit einem höheren Corona-Infektionsrisiko verbunden. Das teilt der VDV nach dem Gutachten der Charité am Montag mit. Das Forschungsinstitut verglich bei seinen Untersuchungen das konkrete Ansteckungsrisiko von Fahrgästen in Bus und Bahn mit dem von Pendlern, die regelmäßig mit Auto, Motorrad oder Fahrrad unterwegs sind. Seit Februar 2021 wurden im Rahmen der Studie fünf Wochen lang insgesamt 681 freiwillige Teilnehmer im Alter zwischen 16 und 65 Jahren im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) begleitet. So konnten die Forscher herausfinden, wie hoch die Infektionsgefahr von Fahrgästen im Rahmen alltäglicher Fahrten zu Arbeit, Ausbildung oder Schule tatsächlich ist.

Corona-Risiko in Bus und Bahn: Studie bringt wissenschaftliche Klarheit zur Ansteckungsgefahr

Die Federführung der Charité-Studie, an deren Finanzieren sich 11 Bundesländer beteiligten, lag beim Land Baden-Württemberg.* Auch der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Herrmann unterstrich am Montag die Bedeutung der Untersuchungen: „Wir haben nun wissenschaftliche Klarheit für die Fahrgäste, dass die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel im Verhältnis zu anderen Verkehrsmitteln nicht mit einem erhöhten Ansteckungsrisiko verbunden ist.“

Die Sorge vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus hätte laut Hermann auch dazu beigetragen, dass die Fahrgastzahlen teilweise deutlich eingebrochen seien. „Die Studienergebnisse sorgen dafür, dass die Menschen wieder mit einem besseren Gefühl und auf einer gesicherten Faktengrundlage in Bus und Bahn einsteigen können.“ Die Studie belege, dass die Einhaltung der Hygieneregeln sowie häufige Reinigung und Lüftung der Fahrzeuge und Abstand- und Maskenpflicht wirkungsvolle Mittel zum Infektionsschutz seien.

Studie zu Corona-Risiko in Bus und Bahn: „Enorm wichtige Erkenntnis“

Auch Erster Bürgermeister und ÖPNV-Dezernent von Mannheim,* Christian Specht, sieht in den Ergebnissen der Charité Studie „eine enorm wichtige Erkenntnis und Bestätigung.“ Das Gutachten bestätige die bisherige Auffassung, „dass der ÖPNV zu jeder Zeit ein sicheres Transportmittel war und ist.“ In einer Mitteilung der Stadt Mannheim vom Montag erklärte Specht weiter: „Seit Pandemiebeginn hatten wir uns, gerade auch in enger Abstimmung mit den Gesellschaftern der Rhein-Neckar-Verkehrsgesellschaft mbH (rnv), den Städten Mannheim, Heidelberg* und Ludwigshafen, intensiv mit der Frage bzgl. einer sicheren Nutzung des ÖPNV auseinandergesetzt.“

In Bussen und Bahnen der rnv seien frühzeitig umfangreiche Maßnahmen ergriffen worden, um die Mitarbeiter und Fahrgäste bestmöglich zu schützen. Dies umfasst zum Beispiel Trennscheiben im Bereich des Fahrers, größere Fahrzeuge für eine bessere Verteilung der Menschen im Innenraum sowie automatische Tür-Öffnung an den Haltestellen, um für eine gute Durchlüftung zu sorgen. Zudem hatte die rnv Ende April mitgeteilt, dass nur noch das Tragen einer FFP2-Maske in Bus und Bahn erlaubt sei.* Medizinische Masken bzw. OP-Masken reichten ab diesem Zeitpunkt nicht mehr aus. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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