Neue Impfverordnung

Impfstoff von Astrazeneca: Millionen Menschen im Südwesten jetzt impfberechtigt

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Ab sofort sind im Südwesten rund 1,7 Millionen weitere Menschen berechtigt, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Um welche Gruppen es sich handelt:

Bislang ging es mit dem Impfen in Baden-Württemberg eher schlecht als recht voran: Bis zum 9. März wurden laut Robert Koch-Institut seit Impfstart im Dezember 2020 im Südwesten 708.117 Erstimpfungen und 331.370 Zweitimpfungen in den hiesigen Impfzentren oder durch die mobilen Impfteams durchgeführt. Das entspricht einer Quote von gerade einmal 3 Prozent von vollständig geimpften Personen – damit liegt Baden-Württemberg im bundesweiten Vergleich gerade einmal auf Platz 10.

Doch die Impfnot wird schon bald zumindest ein wenig geringer, denn ab sofort sind in Baden-Württemberg zusätzlich 1,7 Millionen Menschen berechtigt, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Hintergrund ist die Zulassung des Impfstoffs von Astrazeneca für Menschen ab 65 Jahren. Aber auch Jugendliche aus der zweiten Prioritätengruppe von 16 bis 17 Jahren können nun mit Biontech geimpft werden, wie das baden-württembergische Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte.

NameBaden-Württemberg
Bewohner11,07 Millionen (2019)
HauptstadtStuttgart
MinisterpräsidentWinfried Kretschmann (Die Grünen)

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: 1,7 Millionen weitere Menschen ab sofort impfberechtigt

Basierend auf der vom Bund noch für diese Woche angekündigten aktualisierten Impfverordnung startet Baden-Württemberg ab Dienstag (9. März) die Impftermin-Vergabe für alle mit hoher Priorität impfberechtigte Personen ab 16 Jahren. Damit sind nun in Baden-Württemberg folgende Personen zusätzlich impfberechtigt:

  • 16-17-jährige Impfberechtigte nach § 3 der Bundesimpfverordnung (für sie ist ausschließlich der Impfstoff von Biontech zugelassen)
  • alle Personen ab 70 Jahren
  • alle Menschen ab 65, die nach § 3 impfberechtigt sind (beispielsweise Lehrer, Vorerkrankte, medizinisches Personal, Menschen mit geistigen Behinderungen)

Besagte Personengruppen konnten sich aufgrund der bislang geltenden Altersbeschränkung von AstraZeneca (bis einschließlich 64 Jahren) und des Mangels der Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna, die für Menschen aus der ersten Priorität reserviert werden mussten, noch nicht impfen lassen.

Bei der Impfterminvergabe sei jedoch weiterhin Geduld gefragt, heißt es vonseiten des Landesgesundheitsministeriums. „Durch die neue Regelung sind nun rund 1,7 Millionen Menschen in Baden-Württemberg zusätzlich impfberechtigt, der Impfstoff ist jedoch im März weiterhin knapp“, heißt es weiter. Deshalb könnten sich die Menschen auch weiterhin nicht aussuchen, ob sie mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer, Moderna oder Astrazeneca geimpft werden.

Corona-Impfung in Baden-Württemberg: Neue Impfverordnung erlaubt weitere Öffnung der zweiten Prioritätengruppe

Die neue Corona-Impfverordnung des Bundes soll zwar erst am Donnerstag (11. März) in Kraft treten, das Bundesgesundheitsministerium hat den Ländern jedoch zugestanden, schon jetzt die Terminvergabe für die neuen Impfberechtigten zu starten. Impfzentren und Callcenter wurden entsprechend darüber informiert.

Ich bin sehr froh, dass die Ständige Impfkommission (STIKO) mit der neuen breiten Datenlage AstraZeneca nun auch für Menschen ab 65 Jahren empfehlen kann. Wir setzen das in Baden-Württemberg sofort um: Von nun an können auch Menschen ab 65 Jahren, die nach § 3 der Impfverordnung mit hoher Priorität impfberechtigt sind, geimpft werden und Termine vereinbaren. Dass über 70-Jährige, viele Menschen mit Vorerkrankungen wie Krebs oder einer Organtransplantation und genauso Hebammen, Erzieher und Lehrerinnen ab 65 Jahren geimpft werden können, war mir ein großes Anliegen, und ich bin froh, dass es durch die neue Empfehlung der STIKO nun endlich möglich wird“, freut sich Gesundheitsminister Manne Lucha über die Erweiterung des Kreises der Impfberechtigten..

Corona in Baden-Württemberg: Erste Hausärzte starten mit Impfungen

Am Dienstag sind unterdessen in Baden-Württemberg die ersten Menschen von einem Hausarzt gegen das Coronavirus geimpft worden. Hausärzte von rund 40 Praxen sind an einem Pilotprojekt beteiligt, das der Klärung von Fragen zur Logistik und dem Ablauf der Impfungen gegen das Coronavirus in den Praxen von niedergelassenen Ärzten dienen soll.

Denn: Ab Anfang April sollen Hausärzte in Arztpraxen impfen dürfen – darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern bei der Gesundheitsministerkonferenz am gestrigen Montag. (rob)

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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