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Neue Corona-Freiheiten: Das dürfen Geimpfte und Genesene ab sofort

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Geimpfte und Genesene haben einige ihrer Grundrechte zurück. Eine entsprechende Verordnung ist am Sonntag (9. Mai) in Kraft getreten. Was ist wieder erlaubt, was bleibt verboten?

Seit Sonntag ist es amtlich: „Voll Geimpfte“ oder von Corona genesene Personen* bekommen wieder einen Großteil ihrer Bürgerrechte zurück. Das hat der Bundesrat in Berlin entschieden. Die von Bundestag und Bundesrat verabschiedete Verordnung ist am Samstag wie angekündigt im Bundesanzeiger veröffentlicht worden und ist damit ab Mitternacht in Kraft getreten. Ab wann man als vollständig geimpft oder genesen gilt und welche Regeln für diese Personengruppen gelten, erklärt HEIDELBERG24*:

Als „vollständig geimpft“ gelten laut Robert-Koch-Institut (RKI) Personen erst „14 Tage nach Verabreichung aller notwendigen COVID-19-Impfstoffdosen, also am 15. Tag.“ Die geimpfte Person muss als Beleg einen Nachweis auf Papier oder digital auf Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch oder Spanisch vorlegen können. Das kann der Impfpass oder die Impfbescheinigung, die vom Arzt oder im Impfzentrum ausgestellt wurde, sein.

Freiheiten für Geimpfte: Wann gilt man als „genesen“?

Wer in den vergangenen sechs Monaten eine durch einen PCR-Test belegte Corona-Infektion nachweisen kann, gilt als „genesen“. Eine überstandene Corona-Infektion kann das beispielsweise durch ein Schreiben des zuständigen Gesundheitsamts nachgewiesen werden. Der positive PCR-Test muss mindestens 28 Tage und höchstens sechs Monate alt sein. Menschen, deren Covid19-Erkrankung länger als sechs Monate zurückliegt, gelten im Sinn der Verordnung nicht als genesen. Zwar bildet das Immunsystem entsprechende Antikörper aus, diese verschwinden aber nach einer gewissen Zeit wieder. Diesen Menschen wird zum Verstärken der Immunantwort eine Corona-Schutzimpfung empfohlen. Diese sollte laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) frühestens sechs Monate nach der Genesung erfolgen.

Welche Rechte haben Geimpfte und Genesene am dem 9. Mai?

Corona-Impfung: Muss ich mich impfen lassen?

Die Corona-Impfung ist weiterhin freiwillig. Die Bundesregierung hofft jedoch, dass sich möglichst schnell viele Menschen gegen das Coronavirus* impfen lassen. Am Freitag wurde der Impfstoff von AstraZeneca für alle Impfwilligen freigegeben*. Sie können sich ab sofort nach einer ausführlichen Beratung ihren Pieks bei ihrem Hausarzt abholen. Bis man weitgehend auf Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus verzichten könne, müsse der Anteil immuner Menschen in der Bevölkerung deutlich über 80 Prozent liegen, so Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) Lothar Wieler am Freitag. Auch dann werde es noch Infektionen geben, aber keine Wellen.

Ist Reisen ohne Impfpass möglich?

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts vom Samstag wurden in Deutschland knapp 7,6 Millionen Menschen (9,1 Prozent) zweimal geimpft. Fast 27 Millionen Menschen haben eine Erstimpfung erhalten (32,3 Prozent). Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zeigt sich mit Blick auf einen Sommerurlaub in Europa optimistisch: „Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein. Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können“, sagt er der Rheinischen Post.

Coronavirus: Wann wird weiter gelockert?

Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt am Sonntag von 121,5 auf 118,6. Bereits seit zwei Wochen geht wer Wert kontinuierlich zurück. Der Sieben-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Lagebericht vom Samstagnachmittag bei 0,91 (Vortag: 0,91). Das bedeutet, dass 100 Infizierte 91 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab. Liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Trotz dieses erfreulichen Trends warnt Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor Sorglosigkeit und zu schnellen Öffnungen. Der Abwärtstrend bei den Infektionszahlen müsse verstetigt und ein Wiederanstieg verhindert werden. „Das geht aber nicht mit vorschnellen Lockerungen. Zu viele öffnen gerade ziemlich viel bei relativ hoher Ausgangsinzidenz“, warnt Spahn. Lockerungen sollte es vorrangig draußen geben, etwa in der Gastronomie oder bei kulturellen Veranstaltungen und abgesichert mit Tests. Auch Lothar Wieler mahnt zur Vorsicht: „Zügig impfen, kontrolliert öffnen“, so der RKI-Präsident. (kp) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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