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Novavax oder besser Valneva? Wirkung auf Omikron-Variante untersucht

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Von: Jason Blaschke

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Die zwei Impfstoffe Novavax und Valneva sollen auch so manchen Impfskeptiker noch überzeugen. Aber ist ein Vakzin tatsächlich besser, als das andere?

Stand 2. Februar sind in Baden-Württemberg* 8.050.703 Menschen vollständig gegen das Coronavirus* geimpft. Und mehr als fünf Millionen Menschen haben zudem schon eine Boosterimpfung bekommen. Das Landesgesundheitsamt gibt die Impfquote mit 81,8 Prozent an. Damit liegt Baden-Württemberg über der bundesweiten Impfquote, die mit 74,2  Prozent (Stand 2. Februar) noch unter der 80er-Marke liegt. Laut HEIDELBERG24* soll der Einsatz zwei neuer Impfstoffe der Quote einen ‚Booster‘ geben.

Die Rede ist von Novavax und Valneva, deren Impfstoffe sich stark von Biontech, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson unterscheiden. Der Grund: Novavax und Valneva sind weder mRNA- noch Vektorimpfstoffe. Das Vakzin „Nuvaxovid“ von Novavax wird als „Proteinimpfstoff“ bezeichnet und wirkt – wie der Name schon verrät – auf Proteinbasis. Im Labor wird eine Spike-Protein-Kopie produziert, welche das Coronavirus umhüllt. Das Protein ist so verändert, dass es keine Infektion mehr auslösen kann.

Vergleich von Novavax und Valneva: So wirken die beiden neuen Impfstoffe

Der Körper erkennt das Protein aber als Erreger und bildet Antikörper – eine Impfung täuscht somit eine Infektion vor und erzeugt so einen Immunschutz vor Covid-19. Damit eine starke Immunantwort vom Körper erzeugt wird, ist „Nuvaxovid“ von Novavax ein Wirkverstärker* zugesetzt. Der Impfstoff „VLA2001“ von Valneva* wirkt noch einmal anders. Das noch nicht von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) zugelassene Vakzin wird oft auch als „Totimpfstoff“* bezeichnet.

Der Unterschied von Novavax und Valneva

Der Impfstoff von Valenva enthält das inaktive Sars-CoV-2-Virus, daher auch die Bezeichnung ‚Totimpfstoff‘. Das Vakzin von Novavax setzt an anderer Stelle an – und zwar am Spike-Protein. Im Labor wird eine Kopie vom Spike-Protein des Coronavirus produziert, welches so verändert wird, dass es keine Infektion mehr auslösen kann. Das Immunsystem erkennt das Protein aber als Erreger und bildet Antikörper 

Hintergrund ist, dass der Valneva-Impfstoff auf der Grundlage von inaktiven Coronaviren wirkt. Das Vakzin enthält das komplette Sars-CoV-2-Virus (abgetötet) in seiner natürlichen Form. Die mRNA- und Vektorimpfstoffe arbeiten stattdessen mit RNA- und DNA-Material von Sars-CoV-2 – komplette Virusbestandteile enthalten die Impfstoffe nicht. Könnte das ein großer Vorteil von „VLA2001“ gegenüber anderen Impfstoffen gegen das Coronavirus sein? Eine erste Studie liefert überraschende Ergebnisse.

Novavax und Valneva: Studie erstaunt – wirkt ein Vakzin besser auf Omikron?

Untersucht wurde, wie gut der Impfstoff von Valneva auf die Omikron-Variante wirkt. Das Ergebnis erstaunt: Laut HEIDELBERG24* konnten Forscher eine starke Wirkung von Valneva auf Omikron* nachweisen. Die hatte gezeigt, dass sich nach drei verabreichten Dosen „VLA2001“ Antikörper bilden, welche die Omikron-Variante neutralisieren. Alle getesteten Proben hatten laut ‚Nordbayern‘ Antikörper gegen die Alpha- und Delta-Variante gebildet. Und: 87 Prozent auch gegen Omikron.

Ganz wichtig: Die Daten stammen aus einer ersten Laborstudie – weitere Untersuchungen sind nötig. Zudem hatte auch das Vakzin von Novavax eine Wirkung auf Omikron gezeigt* und könnte somit auch als ‚Booster‘ interessant werden. Ob der Valneva-Impfstoff also tatsächlich besser als Novavax ist, lässt sich nicht eindeutig sagen. Fakt ist: Die bisher zugelassenen Corona-Impfstoffe* weisen alle eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit auf und werden von der Ständigen Impfkommission empfohlen.

Novavax und Valneva: Beide Impfstoffe müssen mehrmals verabreicht werden

Zudem muss bedacht werden, dass alle Impfstoffe einen noch besseren Immunschutz hervorrufen, nachdem eine Boosterimpfung verabreicht wurde. Auch für das Vakzin von Johnson & Johnson wird mittlerweile eine Auffrischungsimpfung* empfohlen – bis vor Kurzem hatte eine Impfdosis noch für einen vollständigen Impfschutz ausgereicht. Das Prinzip Grundimmunisierung und ‚Booster‘ gilt übrigens auch für die Vakzine von Valneva und Novavax, die ebenfalls mehrfach verabreicht werden müssen.

Eine Impfung wird von einer Mitarbeiterin aufgezogen.
Die Stiko empfiehlt die Impfung mit Novavax (Symbolbild) für alle Menschen ab 18 Jahren. © Marijan Murat/dpa

Ob einer der zwei Impfstoffe tatsächlich in seiner Wirksamkeit auf das Coronavirus* überlegen ist, lässt sich Stand heute nicht klar sagen. Auch, weil beide Vakzine noch neu sind und bisher nur in Studien zum Einsatz gekommen sind. Weitere Erkenntnisse wie zur Verträglichkeit und zu seltenen schweren Nebenwirkungen von Novavax* und Valneva werden sich erst mit der Zeit ergeben. Fakt ist, dass Valneva als klassischer ‚Totimpfstoff‘ das komplette Sars-CoV-2-Virus beinhaltet – ein möglicher Vorteil?

Novavax und Valneva: Auf Impftermin warten? Experte mit deutlicher Aussage

Erklären sich vielleicht so die positiven Forschungsergebnisse von Valneva in Bezug auf die Omikron-Variante? Eine Frage, die sich nach ersten Labordaten nicht beantworten lässt. Unabhängig davon empfehlen Experten nicht, auf einen noch nicht zugelassenen Impfstoff zu warten. „Wer auf Impfstoffe wartet, ist noch längere Zeit ungeschützt. Daher: Lieber jetzt impfen, als warten“, erklärte Immunologe Walz Ende Januar im Gespräch mit der Deutschen-Presse-Agentur (DPA).

Der Impfstoff von Valneva wird aktuell von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) geprüft. Wann das Vakzin zugelassen wird, ist Stand 3. Februar 2022 noch nicht bekannt. Der Impfstart mit Novavax in Baden-Württemberg* steht stattdessen schon fest. Das für die Koordinierung der Impfungen zuständige Sozialministerium teilte auf HEIDELBERG24-Anfrage* mit, dass schon ab 21. Februar in Arztpraxen und Impfstützpunkten mit ‚Nuvaxovid‘ losgeimpft werden soll. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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