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Corona-Impfung trotz Erkältung: Ist das gefährlich?

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Von: Klaudia Kendi-Prill

Corona-Impfung: Immer mehr Menschen gehören in Deutschland zu den Impfberechtigten. Kann man den Termin auch trotz Erkältung wahrnehmen?

Die Impfkampagne in Deutschland nimmt Fahrt auf. Mittlerweile ist bereits jeder zweite Erwachsene mindestens einmal gegen das Coronavirus* geimpft worden; bei den über 60-Jährigen sind es sogar 80 Prozent. Nach der Zulassung des Impfstoffs von BioNTech für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren, können sich auch Angehörige dieser Gruppe ab dem 7. Juni grundsätzlich impfen lassen. Ab diesem Datum soll ebenfalls die Impfpriorisierung fallen. Dies bedeute jedoch nicht, dass alle Impfwilligen sofort einen Impftermin bekommen könnten, so Gesundheitsminister Jens Spahn. Außerdem dürften die Bundesländer entscheiden, ob sie die Priorisierung trotzdem aufrechterhalten.

Corona-Impfung: Wer darf sich impfen lassen?

Doch welche Regeln gibt bei einer Corona-Impfung zu beachten? Generell gilt, dass der Gesundheitszustand der zu impfenden Person eine Impfung gegen SARS-CoV-2 erlauben muss. Das berichtet HEIDELBERG24*. Grundsätzlich unterscheidet sich diese Vorgehensweise nicht von andere Impfungen. Bei bekannten Allergien und Unverträglichkeiten gegen Bestandteile des Impfstoffes wird dieser nicht verimpft. Dies kann im Vorfeld mit dem Arzt oder der Ärztin abgeklärt werden.

Seit Kurzem dürfen auch Schwangere gegen das Coronavirus geimpft werden. In der fünften Aktualisierung der STIKO-Impfempfehlung heißt es nun: „Schwangeren mit Vorerkrankungen und einem daraus resultierenden hohen Risiko für eine schwere COVID-19-Erkrankung oder mit einem erhöhten Expositionsrisiko aufgrund ihrer Lebensumstände kann nach Nutzen-Risiko-Abwägung und nach ausführlicher Aufklärung eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff ab dem 2. Trimenon angeboten werden.“ Eine generelle Empfehlung vonseiten des Ständigen Impfkommission gibt es allerdings nicht.

Wer bereits eine Corona-Infektion hinter sich hat, darf sich frühestens sechs Monate nach seiner Genesung mit einer Dose impfen lassen.

In welchem Abstand zu anderen Impfungen darf ich mich spritzen lassen?

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt einen Abstand von 14 Tagen zu anderen Impfungen. Notfallimpfungen sind davon ausgenommen. Impfexperten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erklären: „Während der aktuellen SARS-CoV-2-Pandemie wird das Gesundheitssystem stark belastet.“ Deswegen sei es wichtig, „einen guten allgemeinen Gesundheitszustand in der Bevölkerung zu erhalten, um das Gesundheitssystem zu entlasten.“ Ein umfassender Impfschutz nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) könne dazu nur beitragen.

Corona-Impfung: Darf ich mich auch bei Krankheit impfen lassen?

Generell sollten man sich nur impfen lassen, wenn man sich auch wirklich fit fühlt. Das gilt für eine Grippeschutzimpfung, wie auch für eine Corona-Impfung. Der Körper soll sich nach der Impfung voll und ganz auf den Impfstoff konzentrieren und Antikörper bilden. Das RKI sieht in einer Erkältung und einer leicht erhöhten Temperatur jedoch keinen Grund eine Corona-Schutzimpfung sausen zu lassen. Erst bei einer akuten Erkrankung mit Fieber über 38,5 Grad sollte man den Impftermin verschieben. Auch Personen mit einer Immunschwäche können geimpft werden. Es ist jedoch möglich, dass die Impfung bei diesen Personen nicht so wirksam ist.

Auch Patienten, die Blutgerinnungshemmer einnehmen, können eine Corona-Schutzimpfung erhalten. Betroffene sollten jedoch im Vorfeld ihren Hausarzt aufsuchen und das weitere Vorgehen besprechen. Bei diesen Patienten nimmt der Impfarzt meist eine dünnere Kanüle und drückt nach der Impfung eine Kompresse auf die Einstichstelle, damit kein Hämatom entsteht.

Patienten mit einer Krebserkrankung sollten das Vorgehen ebenfalls mit ihrem Arzt besprechen. Je nach Krebsart, Therapie und Symptomen kann die Entscheidung unterschiedlich ausfallen. Bei einer Chemotherapie wird das Immunsystem unterdrückt. Inwiefern eine Corona-Impfung in diesem Fall Sinn ergibt, ist noch nicht untersucht worden.

Corona-Impfung: Darf ich Schmerzmittel einnehmen?

Aus Angst vor Impfreaktionen spielen einige Menschen mit dem Gedanken, bereits vor der Corona-Impfung Schmerzmittel einzunehmen. Bisher ist nicht erwiesen, ob Schmerzmittel die Wirksamkeit des Corona-Impfstoffes hemmen. Das RKI schreibt im Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung gegen Covid-19, dass bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung ein schmerzlinderndes oder fiebersenkendes Medikament eingenommen werden darf. Die Einnahme sollte jedoch erst sechs bis acht Stunden nach der Corona-Impfung erfolgen*.

Corona-Impfung: Wie lange sollte ich keinen Alkohol trinken?

Obwohl es noch keine ausreichenden Daten dazu gibt, wie sich Alkohol auf die Wirksamkeit einer Corona-Impfung auswirkt, soll laut Krankenkasse Barmer nichts gegen ein Glas Wein oder Sekt sprechen. „Alkohol hat keinen Einfluss auf eine erfolgreiche Impfung und den Impfschutz, solange er wirklich Genuss bedeutet. In großen Mengen schwächt das Zellgift den Körper – und wirkt sich auch auf das Immunsystem aus“, schreiben die Experten auf ihrer Webseite. Führende Ärzte raten jedoch dazu, mindestens am Vorabend oder kurz nach der Corona-Impfung auf Alkohol zu verzichten*.

Corona-Impfung: Darf ich Sport treiben?

Aktuell gibt es keine Studien, die belegen, dass Sport nach einer Corona-Impfung negative Auswirkungen auf den Körper hat. Auch das RKI stellt fest: „Sportliche Aktivitäten nach Impfungen stellen generell kein Problem dar, besondere Belastungen unmittelbar nach der Impfung sind jedoch nicht unbedingt zu empfehlen.“ Zu große körperliche Belastung kann jedoch Beschwerden auslösen*. (kp) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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