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Nach Corona-Erkrankung: RKI erklärt – darum sollte man sich nicht zu früh impfen lassen

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Baden-Württemberg - Seit rund zwei Monaten werden Menschen gegen das Coronavirus geimpft. Doch wie sieht es eigentlich mit denjenigen aus, die sich bereits infiziert hatten?

Seit dem 27. Dezember läuft die Impfkampagne gegen das Coronavirus in Baden-Württemberg. Seither haben sich rund 612.000 Personen mit den Impfstoffen von BioNTech, Moderna und AstraZeneca spritzen lassen und nur ein geringer Teil litt dabei an Nebenwirkungen (Stand 4. März). Was viele Geimpfte aber womöglich gar nicht wissen, ist, dass sie vielleicht erst im Sommer den Wirkstoff hätten bekommen sollen. Denn: Wie das Robert-Koch-Institut informiert, gibt es eine Zeitspanne zwischen Infektion und Impfung.

Nach Corona-Infektion: Antikörper können ein halbes Jahr später nachgewiesen werden

Wer an Covid-19 erkrankt, bildet gleichzeitig Antikörper. Wie lange diese im Körper bleiben, kann bislang noch nicht mit Sicherheit abgeschätzt werden. Forscher aus Großbritannien gehen bislang von einem Zeitraum von mindestens sechs Monaten aus, Wissenschaftler aus den USA haben auch nach acht Monaten noch Antikörper bei Testpersonen nachweisen können. Laut dem Robert-Koch-Institut haben sich von den 11 Millionen Einwohnern Baden-Württembergs 321.166 mit dem Coronavirus infiziert (Stand 5. März).

Noch im Januar schreibt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG), dass nach „überwiegender Expertenmeinung“ erkrankte Personen „zunächst nicht geimpft werden sollten“. Doch das RKI hebt nun diese Angaben wieder auf und nennt eine konkrete Zeitspanne, wann man sich nach einer Corona-Infektion impfen lassen sollte. Das berichtet HEIDELBERG24*.

Nach Corona-Infektion: RKI erklärt, wann Du Dich impfen lassen darfst

Auf der Webseite des RKI heißt es, dass man davon ausgeht, dass eine Person nach einer Corona-Erkrankung „über einen gewissen Schutz“ verfüge. Aufgrund der bestehenden Immunität und „in Anbetracht des bestehenden Impfstoffmangels sollten ehemals an Covid-19 erkrankte Personen nach Ansicht der STIKO unter Berücksichtigung der Priorisierung im Regelfall etwa 6 Monate nach Genesung geimpft werden“, erklärt das RKI. Wer sich also mit Corona infiziert hat, der sollte erst ein halbes Jahr später geimpft werden. Gleiches gilt auch, wenn man sich nach der Erstimpfung mit Corona infizieren sollte – auch wenn dies eher selten passiert. Auch hier sollte man ein halbes Jahr warten, bis man seine Zweitimpfung bekommt. „Wie vor jeder Impfung sollte auch vor der Impfung gegen COVID-19 geprüft werden, ob der Gesundheitszustand der zu impfenden Person eine Impfung erlaubt“, schreibt das RKI weiter.

Trotz Corona-Infektion impfen – ist das gefährlich?

Es gebe bislang keine Hinweise darauf, dass eine Impfung nach einer Corona-Infektion gefährlich sein könnte – „das gilt für Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung“, so das RKI. Bei den Zulassungsstudien der Impfstoffe seien bereits erkrankte Teilnehmer dabei gewesen. Die Betroffenen hätten die Corona-Impfung genauso vertragen wie andere Probanden. „Lokale und systemische Reaktionen (…) nach den Impfungen waren teilweise sogar weniger stark ausgeprägt“, lautet es auf der Webseite. Es sei deshalb nicht notwendig vor einer Corona-Spritze einen Test zu machen, um bislang unbekannte Infektionen auszuschließen. (jol) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von Ippen.Media.

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