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Corona-Impfstoff für Kinder? BioNTech-Studie läuft – Junge (12) spricht über Nebenwirkungen

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In den USA läuft eine Studie zum Corona-Impfstoff von BioNTEch und Pfizer. Das Vakzin wird an Kindern getestet und auf seine Wirksamkeit überprüft:

Seit Ende Dezember werden Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft. Zunächst stand der Impfstoff von BioNTech und Pfizer zur Verfügung, danach folgten die Unternehmen Moderna und AstraZeneca mit ihrem Corona-Vakzin. Bislang sind schon über 4,7 Millionen Impfdosen verabreicht worden. Dazu zählen sowohl Erst- als auch Zweitimpfungen. Der Wirkstoff von BioNTech und Pfizer macht mit rund 2,8 mehr als die Hälfte aus. Bislang können sich nur Erwachsene gegen Corona impfen lassen, doch das soll sich im Sommer ändern. Darüber berichtet HEIDELBERG24*.

UnternehmenBioNTech
SitzMainz
GründerUğur Şahin, Özlem Türeci

Corona-Impfstoff von BioNTEch: Studie mit 2.000 Kindern gestartet – Ergebnisse im August

In den USA laufen derzeit Studien, die die Wirksamkeit des BioNTech-Impfstoffes für Kinder prüfen. An der Duke University im US-Bundesstaat North Carolina werden insgesamt 2.000 Kinder im Alter von 12 bis 15 Jahren untersucht, nachdem sie die Impfungen erhalten haben. Alle erhalten zwei Spritzen, wie es auch bei Erwachsenen der Fall ist.

Caleb Chung (12) ist eines dieser Kinder und spricht in einem CNN-Interview über seine Teilnahme an der Corona-Studie. „Im Dezember erzählte mir mein Vater von dem Impfstofftest und zeigte mir, wie er funktioniert. Es hat mich wirklich motiviert, daran teilzunehmen. Es ist definitiv etwas Unglaubliches, ich konnte etwas tun, um zu helfen“, so der Junge. Sein Vater ist Kinderarzt, der sich schon früh für eine Corona-Impfung für Kinder aussprach. Die Entscheidung, dass Chung an der Studie teilnimmt, sei gut durchdacht und gemeinsam mit der Familie getroffen worden. Darüber berichtet auch RTL. „Als Vater wollte ich wirklich, dass er das Gefühl hat, etwas Bestimmtes tun zu können. Diese Pandemie ist etwas sehr Besonderes für Kinder im Alter von 12 Jahren“, so Richard Chung.

Pfizer und BioNTech erwarten, dass im August die Studienergebnisse vorliegen werden. Diese zeitliche Prognose teilt auch Gesundheitsminister Jens Spahn. „Wir gehen davon aus, toi, toi, toi, wenn die Dinge gut laufen, dass wir im Sommer auch einen Impfstoff haben, der eben dann Kinder und Jugendliche schützen kann.“ Moderna und AstraZeneca wollen ebenfalls Vakzine für Kinder entwickeln.

Corona-Impfstoff von BioNTEch für Kinder: Junge leidet an milden Nebenwirkungen

Der 12-Jährige hat bereits beide Corona-Impfungen von BioNTech erhalten. Nach der zweiten Dosis habe er an Nebenwirkungen gelitten. Er hatte sowohl Schmerzen am Arm als auch im Kopf. „Ich fühle mich vollkommen normal“, sagt Chung. Nach zwei Tagen seien die Nebenwirkungen abgeklungen. Auch Erwachsene können an den milden Symptomen der Corona-Impfung leiden. Zu weiteren Nebenwirkungen zählen:

BioNTEch: Darum gibt es noch keinen Impfstoff für Kinder

Doch warum gibt es eigentlich noch keinen Corona-Impfstoff für Kinder? Die bislang zugelassenen Wirkstoffe von BioNTech, Moderna und AstraZeneca sind erst ab 16 oder 18 Jahren erlaubt. „Zunächst stehen die Impfstoffe nur für Erwachsene zur Verfügung, da sie bei Kindern und Jugendlichen noch nicht genügend auf Wirksamkeit und Sicherheit untersucht werden konnten“, erklärt das Robert-Koch-Institut (RKI). Kinder sind aus ethischen Gründen nicht für frühe Test vorgesehen. Erst müssen Studien an Erwachsene durchgeführt werden, die keine schwerwiegenden Nebenwirkungen verursachen. Danach läuft die Impfstoff-Entwicklung für Kinder ähnlich wie bei Erwachsenen ab.

Außerdem wird der Fokus „zunächst darauf gelegt, diejenigen zu schützen, die am schwersten an COVID-19 erkranken. Das sind bei COVID-19 insbesondere ältere Menschen und/oder Menschen mit Vorerkrankungen“, so das RKI weiter. Man gehe davon aus, dass durch eine flächendeckende Corona-Impfung der Erwachsenen eine Herdenimmunität entsteht, durch die auch Kinder geschützt werden. „Kita- und Grundschulkinder scheinen nach allem, was bisher bekannt ist, das Infektionsgeschehen nicht in besonderer Weise anzutreiben und erkranken weniger häufig und stark als Erwachsene“, sagt das RKI abschließend. Letzteres ist bereits in mehreren Studien erwiesen worden. (jol) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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