1. Heidelberg24
  2. Verbraucher

Corona-Impfung: Gesundheitsminister beschließen Angebote für Kinder ab 12

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Peter Kiefer

Die Gesundheitsminister haben am Montag (2. August) einen wichtigen Beschluss gefasst. Demnach sollen auch Kinder ab 12 Jahren ein Impfangebot erhalten.

Update vom 2. August, 18:25 Uhr: Nach den Sommerferien sollen zusätzliche Impfgelegenheiten für Kinder und Jugendliche kommen. Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern haben heute beschlossen, dass alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige auch in Impfzentren oder auf andere niedrigschwellige Weise anbieten wollen. Dabei sei entsprechende ärztliche Aufklärung erforderlich. Zudem sollten Kinder und Jugendliche auch durch Kinder- und Hausärzte sowie im Rahmen von Impfungen für Angehörige von Beschäftigten in Firmen geimpft werden können. Die Entscheidungen sind einstimmig von den Gesundheitsministern der Länder und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beschlossen worden.

„Jeder, der will, kann im Sommer geimpft werden. Wir haben genügend Impfstoff für alle Altersgruppen“, betont Jens Spahn. Für Jugendliche und junge Erwachsene in Universitäten und Berufsschulen sind ebenfalls Impf-Angebote geplant. Mit der Möglichkeit einer Auffrischimpfung im September sollten zudem besonders gefährdete Gruppen im Herbst und Winter bestmöglich geschützt werden.Laut dem Vorsitzenden der Länder-Gesundheitsminister, Klaus Holetschek, gehe man vorbereitet in den Herbst.

Corona-Impfung für Kinder: Politiker fordern sie, Stiko stellt sich quer

Erstmeldung vom 2. August, 11:26 Uhr: Berlin - Am heutigen Montag (2. August) beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über Impfangebote für Jugendliche zur Bekämpfung des tückischen Coronavirus*. „Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium in einem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) bleibt jedoch trotz politischen Drucks bei ihrer abwartenden Haltung zur Impfung von Kindern und Jugendlichen. Das berichtet HEIDELBERG24*. Der Stiko-Vorsitzende Dr. Thomas Mertens sagte am Montag dem Sender NDR Info, es gebe noch zu wenige Daten über mögliche gesundheitliche Folgeschäden für 12- bis 17-Jährige. „Wir sagen, wir können nicht eine generelle Empfehlung aussprechen, solange wir diesbezüglich nicht die notwendige Datensicherheit haben.“

Thomas Mertens
Der Ulmer Virologe Thomas Mertens ist Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko). © Kay Nietfeld/dpa/Archivbild

Politischer Druck für eine schnelle Entscheidung habe keinen Einfluss auf die Stiko, machte Mertens deutlich. „Es kann durchaus sein, dass wir unsere Empfehlung ändern werden, aber sicher nicht, weil Politiker sich geäußert haben“, sagte der Stiko-Vorsitzende. An diesem Montag beraten die Gesundheitsminister von Bund und Ländern über Corona-Impfangebote für Jugendliche. „Es werden nunmehr alle Länder Impfungen für 12- bis 17-Jährige in den Impfzentren anbieten“, schreibt das Bundesgesundheitsministerium in einem an die Länder versendeten Beschlussvorschlag.

Corona-Impfung für Kinder: SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach hält Schutz für „angemessen“

Dagegen hält der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach Corona-Impfungen von Kindern ab zwölf Jahren für angemessen. Dass die Politik hier jetzt Fakten schaffe, sei richtig, sagte Lauterbach am Montag im Deutschlandfunk vor Beratungen der Gesundheitsministerkonferenz zu dem Thema. Die wesentlichen Studien zur Impfung von Kindern zeigten, dass eine Durchseuchung mit der Delta-Variante des Coronavirus gefährlicher sei als eine Impfung.

Ein kleiner Junge erhält eine Spritze (Archivfoto)
In den USA sind bereits mehr als sechs Millionen Kinder gegen Corona geimpft. (Symbolfoto) © Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Wissenschaftlich komme er klar zu dem Ergebnis, dass Impfungen Kindern helfen. Auch die US Gesundheitsbehörde CDC, die weltweit wohl die besten Experten habe, empfehle die Impfung von Kindern. In den USA seien mehr als sechs Millionen Kinder geimpft, die Immunisierung sei hier gut untersucht.

Corona-Impfung für Kinder: Inzidenz bei 15- bis 25-Jährigen in Berlin bis zu vierfach höher

Die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) hatte im Mai den Covid-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren zugelassen, vor wenigen Tagen folgte auch die Freigabe für Moderna. Für Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) die Impfung trotz heftigen politischen Drucks bisher jedoch nur vor allem Kindern und Jugendlichen mit bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes oder Adipositas, die ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Lauterbach sagte, die Stiko vertrete hier eine „Außenseiterposition“.

Michael Müller spricht
Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister, spricht sich für eine Corona-Impfung für Kinder aus. (Archivfoto) © Jörg Carstensen/dpa/Archivbild

Und auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verteidigt Pläne, Kindern ab 12 Jahren ein Corona-Impfangebot zu machen. Obwohl die Ständige Impfkommission (Stiko) hier noch zögere, seien viele Ärzte und Wissenschaftler der Ansicht, dass eine Impfung junge Menschen deutlich besser schütze, sagte der SPD-Politiker am Montag im ARD-„Morgenmagazin“. In Berlin sei bereits zu sehen, dass die Gruppe der 15- bis 25-Jährigen eine doppelt bis vierfach so hohe Inzidenz aufweise wie andere Bevölkerungsgruppen. Darauf zu reagieren und ein Angebot zu machen, das keine Pflicht sei, halte er für „sehr sachgerecht“. (dpa/pek) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare