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Corona: Befreit Impfung von Maskenpflicht? – „So lange bis wir…“

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Von: Josefine Lenz

Nach und nach können sich immer mehr Menschen gegen Corona impfen lassen. Gilt für diese Personen dann eine Befreiung von der Maskenpflicht? Ein Experte warnt davor:

Seit Ende Januar gilt in Baden-Württemberg die verschärfte Maskenpflicht. In Bus und Bahn oder beim Einkaufen muss eine OP- oder FFP2-Maske getragen werden. Grund: Beide Mundschutz-Varianten schützen besser vor dem Coronavirus als herkömmliche Stoffmasken. Die Maskenpflicht gilt als eines der wichtigsten Schutzmittel im Kampf gegen Covid-19, trotzdem wünschen sich viele Menschen, dass diese Maßnahme bald vorbei ist. Könnte dabei die Corona-Impfung helfen?

KrankheitCoronavirus, Covid-19, SarS-Cov-2
ÜbertragungTröpfcheninfektion
MaskenpflichtIn Bus und Bahn sowie Einkaufen nur noch FFP2- oder OP-Maske erlaubt

Corona: Befreit die Impfung vor der Maskenpflicht? Experte gibt Antworten

Kurz vor dem Jahreswechsel ist in Baden-Württemberg die Impfkampagne gegen Corona gestartet. Nachdem erst Senioren über 80 Jahren sowie Angestellte aus pflegerischen und medizinischen Bereichen dran gekommen waren, können sich mittlerweile immer mehr Menschen gegen Covid-19 impfen.

Ob es künftig Sonderrechte für Geimpfte geben wird, ist bislang völlig unklar. So könnten Konzertbesuche, Reisen oder Veranstaltungen möglicherweise nur mit einem Nachweis im Impfpass zugänglich sein. Ob auch die Maskenpflicht für Corona-Geimpft wegfällt, ist zu bezweifeln. In einem Interview mit „OsthessenNews“ erklärt Peter M. Kern, Klinikdirektor der Medizinischen Klinik IV des Klinikums Fulda, wieso die Maskenpflicht auch weiterhin bestehen sollte.

Dann müsste man jetzt wissen: Kann jemand der geimpft ist, nicht mehr selber das Virus verteilen? Das wäre ich noch sehr vorsichtig“, so Kern. Eine Corona-Impfung funktioniere nicht wie eine Immunisierung bei Infektionen mit vielen unterschiedlichen Strukturen, „sondern wir haben nur eine Impf-Antwort gegen eine Struktur“, erklärt er weiter.

Nach Corona-Impfung trotzdem Maske tragen – Experte warnt vor falschem Handeln

Der Experte weist daraufhin hin, dass man sich zwar nach einer Corona-Impfung nicht mehr infizieren kann; ob man aber das Virus an andere weitergeben kann, ist derzeit noch unklar. „Es könnte also sein, dass ein Geimpfter immer noch das Virus tragen und verteilen kann und dann müsste er natürlich aus Akt der mitmenschlichen Solidarität weiterhin Abstand halten, Maske tragen (...) und natürlich die üblichen Regeln beachten“, stellt der Klinikdirektor klar. Auch wenn man sich also gegen Corona geimpft hat, gelten weiterhin alle Einschränkungen und Hygienemaßnahmen – „so lange bis wir vielleicht irgendwann wissen, dass er tatsächlich keine Viren mehr verteilt“, sagt Kern weiter. Stand jetzt weiß man das aber nicht.

Wie das Robert-Koch-Institut erklärt, müssen Geimpfte auch in Quarantäne, wenn sie aus Risikogebieten kommen oder Kontakt zu einem infizierten Menschen hatten. Das RKI empfiehlt unter Berufung der Angabe der STIKO, dass sich Personen sechs Monate nach einer Corona-Infektion impfen lassen sollen. „Wie vor jeder Impfung sollte auch vor der Impfung gegen COVID-19 geprüft werden, ob der Gesundheitszustand der zu impfenden Person eine Impfung erlaubt“, so das RKI. „Die bisher vorliegenden Daten geben insgesamt keine Hinweise darauf, dass die Impfung nach bereits durchgemachter SARS-CoV-2-Infektion problematisch bzw. mit Gefahren verbunden wäre, das gilt für Sicherheit, Wirksamkeit und Verträglichkeit der Impfung“, heißt es weiter. (jol)

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