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Corona-Impfung: Mehr Nebenwirkungen bei Frauen – das sind die schlimmsten Symptome

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Von: Katja Becher

Corona-Impfung: Leiden Frauen häufiger unter Nebenwirkungen? Eine U.S.-Studie soll genau das bestätigt haben. Warum diese Erkenntnis für die Forscher jedoch nicht überraschend ist:

Reagieren Frauen auf eine Corona-Impfung* anders als Männer? Eine landesweite Studie aus den USA zeigt nun laut Berichten der „New York Times“, dass weibliche Geimpfte viel häufiger von Nebenwirkungen betroffen sind als männliche. HEIDELBERG24* erklärt, mit welchen Faktoren dies nach Ansicht der Forscher zusammenhängt – und warum diese Erkenntnis nicht überraschend kommt:

Corona-Impfung: Mehr Nebenwirkungen bei Frauen? „Meine Zähne haben geklappert“

Mit steigenden Impfzahlen werden auch immer mehr Erkenntnisse zu möglichen Nebenwirkungen der verschiedenen Corona-Impfstoffe* gewonnen. Die „New York Times“ berichtet nun über ein landesweites Phänomen, wonach Frauen nach einer Impfung gegen das Coronavirus* viel häufiger Nebenwirkungen zeigten als Männer. So berichtet zum Beispiel eine Medizintechnikerin der Zeitung von Schmerzen im Arm und grippeähnlichen Symptomen am Abend nach der Impfung mit dem Moderna-Vakzin. „Meine Zähne haben geklappert, aber ich habe geschwitzt“, wird die 44-Jährige im Bericht zitiert. Unter ihren geimpften Kollegen, so berichtet sie, hätten sechs Frauen ähnlich starke Symptome gezeigt – die männlichen Kollegen hingegen kaum eine Reaktion auf die Impfung.

Corona-Impfung: Studie aus den USA zeigt – Frauen leiden häufiger unter Nebenwirkungen

Laut „New York Times“ zieht sich die Beobachtung, dass Frauen häufiger unter den Nebenwirkungen einer Corona-Impfung leiden, durch das ganze Land. In einer Studie des „Centers for Disease Control and Prevention“ (C.D.C.) vom Februar 2021 analysierten Forscher die Daten der ersten 13,7 Millionen Impfstoff-Dosen, die an Menschen in Amerika verabreicht wurden. In über 79 Prozent der Fälle wurden Nebenwirkungen von Frauen gemeldet – obwohl nur rund 61 Prozent der Geimpften im Rahmen der Studie weiblich waren.

Laut Studie des C.D.C. seien auch eher seltene anaphylaktische Reaktion gegen den Corona-Impfstoff fast ausschließlich bei Frauen aufgetreten. Laut „New York Times“-Bericht melden die Forscher, dass alle 19 Geimpften, die nach Verabreichung des Moderna-Vakzins schwere allergische Reaktionen zeigten, Frauen waren. Auch 44 der 47 Personen, die auf den BioNTech-Impfstoff* allergisch reagierten, seien laut Studie weiblich gewesen.

Corona-Impfung: Neue Studie zu Nebenwirkungen bei Frauen – Forscher nicht überrascht

Eine Mikrobiologin der John-Hopkins-Universität in Baltimore zeigt sich im Interview mit der „New York Times“ ganz und gar nicht überrascht über die Ergebnisse der jüngsten Studien. Der große Unterschied zwischen den Geschlechtern decke sich mit früheren Erkenntnissen über andere Impfstoffe. Frauen hätten auch in der Vergangenheit bereits „mehr Reaktionen auf eine Bandbreite von Impfstoffen“ gezeigt, so die Expertin und nennt Beispiele wie die Grippe-Impfung für Erwachsene, aber auch die Hepatitis B- oder Masern-Impfung für Kinder.

Nach Ansicht der Mikrobiologin sei die Tatsache, das Frauen stärker auf die Corona-Impfung reagierten, allerdings nicht ausschließlich schlecht. Die Nebenwirkungen seien überwiegend „mild und kurzzeitig“ gewesen. Diese körperlichen Reaktionen seien ein Zeichen dafür, dass das Vakzin wirke. „Wer eine sehr robuste Immunreaktion entwickelt, wird wahrscheinlich auch besser geschützt“, so die Expertin.

Corona-Impfung: Ist eine unterschiedliche Dosierung bei Männern und Frauen notwendig?

Das Paul-Ehrlich-Institut erklärte im Februar 2021 auf Anfrage des ZDF, dass die Dosierung bei den bisher in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffen bei Männern und Frauen gleich sei. „Das ist bei Impfstoffen immer so“, zitiert der Sender das Institut. Entscheidend bei der Wirkung von Impfstoffen sei nicht das Geschlecht, sondern das Alter der Menschen. Bei den Impfstoffen von BioNTech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca sei außerdem viel Wert darauf gelegt worden, in den Wirksamkeitsstudien etwa gleich viele Männer wie Frauen zu berücksichtigen. Im Fall von AstraZeneca seien sogar mehr Frauen als Männer untersucht worden. (kab) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN MEDIA.

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