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Novavax-Impfstoff: Das sind die Unterschiede zu Biontech und Moderna

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Von: Jason Blaschke

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Anders als Biontech oder AstraZeneca ist ‚Nuvaxovid‘ von Novavax weder ein mRNA- noch ein Vektor-Impfstoff. Was das neue Vakzin so besonders macht.

Ende 2021 wurde der Impfstoff von Novavax in der Europäischen Union zugelassen. Noch im Februar erwartet Deutschland zunächst 1,75 Millionen Dosen, die vorrangig an medizinisches Personal verimpft* werden. 3,25 Millionen weitere Dosen sollen noch folgen. In Baden-Württemberg* soll laut Sozialministerium ab 21. Februar der neue Impfstoff verabreicht werden. Ob vorab schon eine Online-Anmeldung für einen Impftermin mit Novavax* möglich sein wird, werde aktuell noch geprüft, teilte die Behörde auf Anfrage von HEIDELBERG24* mit.

Novavax ist ein proteinbasierter Impfstoff, dessen Wirkung auf künstlichen – im Labor hergestellten – Spike-Proteinen von Covid-19 beruht. Die Proteine werden mit der Impfung verabreicht und vom Körper als Erreger erkannt. Das Immunsystem bildet als Reaktion Antikörper und baut einen Immunschutz auf. Um die Immunreaktionen zu verstärken, ist Novavax ein sogenannter ‚Wirkverstärker‘* – auch Adjuvanzien genannt – zugesetzt, über welchen HEIDELBERG24* im eben verlinkten Artikel informiert.

Impfung mit Novavax: Das ist der Unterschied zu Biontech und Moderna

Ganz anders funktionieren die mRNA-Impfstoffe. Sowohl der Impfstoff von Biontech als auch Moderna regt die körpereigenen Zellen mithilfe von Erbgut-Schnipseln (Messenger-RNA) an, das Spike-Protein von Covid-19 selbst zu produzieren. Das Spike-Protein wird – anders als im Fall von Novavax – nicht von außen zugeführt, sondern vom Körper selbst produziert. Auch deshalb gelten die mRNA-Vakzine im Vergleich zu Vektorimpfstoffen wie AstraZeneca oder Johnson & Johnson als stärker wirksam.

Hersteller/EntwicklerNovavax
ForschungsnameNuvaxovid (NVX-CoV2373)
ImpfstoffartProteinimpfstoff
ApplikationsformIntramuskuläre Injektion
KrankheitCovid-19 (SARS-CoV-2)

Das Problem ist, dass viele Menschen Vorbehalte gegenüber der neuen mRNA-Technologie haben und sich deshalb nicht gegen das Coronavirus* impfen lassen. Daher könnte ‚Nuvaxovid‘ von Novavax für all diese Menschen eine Alternative zu AstraZeneca, Moderna oder Biontech sein. Viele schon lange in Deutschland eingesetzte Vakzine – zum Beispiel die Grippeschutzimpfung – sind Proteinimpfstoffe, die schon lange erfolgreich in der Medizin eingesetzt werden.

Impfung mit Novavax in Baden-Württemberg: So gut ist die Wirksamkeit nach zwei Impfungen

Der Impfstoff von Novavax weist Berichten von rbb24.de zufolge eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent gegen die Alpha-Variante auf. „Moderate und schwere Krankheitsverläufe“ seien zu 100 Prozent ausgeschlossen, teilt Novavax mit. Und: Eine US-Studie hatte vor einigen Wochen Novavax eine gute Wirkung auf die ‚Omikron‘-Variante* nachgewiesen – das Vakzin könnte also auch in dieser Hinsicht interessant sein. Unklar ist noch, ob ‚Nuvaxovid‘ von Novavax als Booster-Impfstoff* infrage kommt.

Vergleich von mRNA- und Proteinimpfstoff

mRNA-Vakzine (Biontech, Moderna): Die menschlichen Körperzellen werden mithilfe von Erbgut-Schnipseln angeregt, selbst das Spike-Protein von Covid-19 zu produzieren und so wird dann eine Immunantwort ausgelöst. Die mRNA-Impfstoffe enthalten sozusagen einen Bauplan vom Coronavirus, der vom Körper ausgelesen wird. Die Immunantwort im Körper wird vom Spike-Protein ausgelöst, welches der Körper selbst produzierte.

Proteinimpfstoff (Novavax): Eine Kopie des Spike-Proteins wird im Labor produziert und dient als Träger eines Antigens. Das Immunsystem bildet in Reaktion auf das zugeführte Spike-Protein mit Antigen spezifische Antikörper, welche die als Erreger erkannte Proteine bekämpfen und so eine Immunreaktion auslösen. Genau wie im Fall der Vektorimpfstoffe wird das dafür benötigte Spike-Protein via Impfung von außerhalb zugeführt.

Zwar belegen Studien eine gesteigerte Wirksamkeit, wenn sich Menschen mit verschiedenen Impfstoffen impfen lassen, wie stark ausgeprägt diese Wirkung aber genau ist, ist noch nicht eindeutig geklärt. Auch, weil Novavax ein recht neuer Impfstoff ist – große Studien zu Kreuzimpfungen mit Novavax gibt es deshalb noch nicht. Lediglich eine britische Studie hatte kürzlich gezeigt, dass die Booster-Impfung mit Novavax weniger wirksam ist, als mit Biontech oder Moderna.

Booster besser mit mRNA-Impfstoff? Experte äußert sich in Interview

„Die mRNA-Impfstoffe sind als Booster stärker, weil hier der Körper das Spike-Protein selbst nachbauen muss“, sagt Virologe Doktor Martin Stürmer, der in Frankfurt am Main das Institut für medizinische Diagnostik (IMD) leitet, im Gespräch mit Bild.de dazu. Der Reiz an das Immunsystem sei größer, daher scheinen die zwei mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna auch effektiver zu wirken. Stürmer: „Je natürlicher das Protein dem Abwehrsystem präsentiert wird, umso besser ist die Immunabwehr.“ 

Der Novavax-Impfstoff soll zunächst für die Grundimmunisierung* der noch Ungeimpften eingesetzt werden – später, wenn es zur Wirksamkeit einer Boosterimpfung mit Novavax genügend Daten gibt, könnte das Vakzin auch für die Auffrischungsimpfungen interessant werden. Wie nach jeder Immunisierung können auch nach der Impfung mit Novavax Impfreaktionen auftreten, welche aber zumeist nach kurzer Zeit von alleine wieder verschwinden. Dazu gehören unter anderem:

Impfung mit Novavax: Diese Nebenwirkungen sind nach dem Piks möglich

Und auch allergische Reaktionen sind in seltenen Fällen möglich. Welche Personen sich deshalb besser nicht mit Novavax* impfen lassen sollten, verrät HEIDELBERG24* im eben verlinkten Artikel. Für einen vollständigen Immunschutz sind zwei Dosen nötig, die innerhalb von drei Wochen verabreicht werden. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung mit Novavax* ab 18 Jahren. *HEIDELBERG24 ist ein Teil von IPPEN.MEDIA.

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