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Corona-Impfung: Vorsicht bei Einnahme von Schmerzmitteln

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Viele Menschen nehmen prophylaktisch Schmerzmittel ein, wenn sie sich gegen Corona impfen lassen. Doch ist der Schutz vor Nebenwirkungen sinnvoll?

Wer sich gegen Corona impfen lässt, hat höchstwahrscheinlich Angst vor Nebenwirkungen. Dennoch besteht kein Grund zur Panik, da die Nebenwirkungen lediglich eine Immunantwort des Körpers sind und nach ein paar Tagen meistens wieder verschwinden. Trotzdem greifen manche Menschen bereits vor der Impfung zu einem Schmerzmittel, um mögliche Krankheitssymptome prophylaktisch zu verhindern. Doch ist das überhaupt sinnvoll? In einem Aufklärungsblatt des Robert-Koch-Instituts steht, dass die Einnahme von Schmerzmitteln helfen kann, um gegen Nebenwirkungen anzukämpfen. Allerdings schreibt das RKI, dass man erst beim Eintreten von Symptomen Medikamente nehmen soll.

Corona-Impfstoff: Schmerzmittel gegen Nebenwirkungen? Einfluss auf Wirksamkeit unklar

„Nach der Impfung müssen Sie sich nicht besonders schonen. Bei Schmerzen oder Fieber nach der Impfung können schmerzlindernde / fiebersenkende Medikamente eingenommen werden. Ihre Hausärztin / Ihr Hausarzt kann Sie hierzu beraten“, heißt es im Aufklärungsblatt.

Allerdings weist das RKI auch darauf hin, dass es bislang nicht erwiesen ist, ob Schmerzmittel die Wirksamkeit eines Coronavirus*-Impfstoffes hemmen können. Das berichtet HEIDELBERG24*. Das Robert-Koch-Institut betont bei der Frage nach Schmerzmitteln die Medikamente Paracetamol und Ibruprofen.

„Die Datenlage zu den COVID-19-Impfstoffen ist aktuell nicht ausreichend, um eine sichere Aussage hinsichtlich eines Einflusses der genannten Medikamente auf die Wirksamkeit (Immunogenität) der Impfstoffe treffen zu können“, heißt es auf der Webseite des Institutes. „Ebenso können Unterschiede zwischen den eingesetzten Medikamenten und deren Dosis derzeit nicht valide bewertet werden“, schreibt das RKI weiter.

Corona-Impfstoff: Angst vor Nebenwirkungen – Schmerzmittel nicht prophylaktisch einnehmen

Es wird außerdem davor abgeraten Schmerzmittel prophylaktisch vor einer Corona-Impfung zu nehmen. Laut RKI gehen Experten davon aus, dass eine vorzeitige Gabe von fiebersenkenden oder schmerzlindernde Medikamenten nicht empfehlenswert ist – auch wenn unklar ist, ob die Schmerzmittel den Impferfolg hemmen können. Das berichtet auch echo24*. Ein wenig Zurückhaltung gilt es auch beim Sporttreiben nach der Impfung und bei dem Konsum von Alkohol an den Tag zu legen.

„Aus immunologischer Sicht ist immer die prophylaktische Einnahme einer Entzündungsbremse in gewisser Hinsicht ein Spiel mit der Immunantwort und der möglicherweise dann auch etwas geringeren Immunstimulation“, erklärt Christian Bogdan, Direktor des Mikrologischen Instituts am Universitätsklinikum Erlangen und Mitglied der Ständigen Impfkommission (Stiko), gegenüber stern. „Es ist allerdings unklar, ob und wie stark eine solche Reduktion die Immunantwort klinisch relevant schwächt“, kommentiert wiederum Thomas Herdegen, der stellvertretende Direktor des Institutes für Experimentelle und Klinische Pharmakologie der Universität Kiel im Deutschen Ärzteblatt.

Corona-Impfstoff: Schmerzmittel erst 6 Stunden nach Spritze einnehmen

Wann sind also Schmerzmittel nach einer Corona-Impfung in Ordnung? Laut Herdegen sollte man „frühesten nach 6 Stunden“ Medikamente einnehmen. Dann seien „primären Prozesse der Immunisierung abgelaufen.“ Auch das RKI berichtet von einer Wartezeit von 6 bis 8 Stunden.

Zu den häuftigsten Nebenwirkungen* einer Coronavirus-Impfung zählen:

Die Nebenwirkungen sind je nach Corona-Impfstoff unterschiedlich stark. Auch die jeweilige Wirksamkeit sowie Zeitspanne bis Personen als vollständig geimpft gelten* hängen vom Vakzin ab. (jol) *HEIDELBERG24 und echo24 sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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