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Corona-Impfung: Darf ich nach Spritze Sport treiben? Das raten Experten

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Von: Sina Koch

Corona-Impfung: Joggen, Radfahren und Home-Workout: Große Unsicherheit nach dem Piks in den Oberarm. Worauf Du achten solltest, wenn Du gerade frisch geimpft wurdest: 

Die Produktion der Corona-Impfstoffe geht voran und immer mehr Menschen können sich gegen das Coronavirus impfen lassen. Nach der Schutzimpfung herrscht häufig erst einmal Unsicherheit. Wie sehr darf ich meinen Arm, in den das Vakzin gespritzt wurde, belasten? Und wie sieht es mit Sport nach der Impfung aus?

VirusCoronavirus Sars-CoV-2
ErkrankungCovid-19
Impfstoffe (Auswahl)Co­mir­na­ty (Biontech), Moderna, Va­x­ze­vria (Astrazeneca)

Nach Corona-Impfung: Ist Sport nach der Spritze erlaubt?

Ganz egal, wogegen Du geimpft wurdest: Aktuell gibt es keine Studien, die belegen, dass Sport nach einer Impfung negative Auswirkungen hat. Das German Journal of Sports Medicine zieht aus den bisherigen Untersuchungen zu dem Thema die Schlussfolgerung, dass eine „normale körperliche Belastung“ nach der Impfung durchaus möglich ist. Auch die Wirkung des Impfstoffes würde durch Sport nicht beeinträchtigt werden. Allerdings, so das Magazin weiter, ist hier von Sport unterhalb der Belastungsgrenze die Rede. Das Robert-Koch-Institut sieht ebenfalls kein Risiko darin, nach einer Schutzimpfung, gemäßigt Sport zu treiben: „Sportliche Aktivitäten nach Impfungen stellen generell kein Problem dar, besondere Belastungen unmittelbar nach der Impfung sind jedoch nicht unbedingt zu empfehlen.“

Sport nach Corona-Impfung: Das solltest Du vermeiden

Auch die Krankenkasse Barmer rät per se nicht von Sport nach einer Impfung ab: „Nach der Impfung spricht in der Regel nichts gegen leichte körperliche Belastungen“. Dennoch legt sie ihren Versicherten ans Herz, es mit den sportlichen Aktivitäten nicht zu übertreiben. Laufen, Liegestütz, Klimmzüge, Kniebeuge - Unmittelbar nach der Corona-Impfung solltest Du also besser eine Trainingseinheit mit hoher Gewichtsbelastung vermeiden. Ebenso solltest Du auf extreme Ausdauersportarten verzichten. Auch Kinder sollten nach einem Termin beim Arzt besser nicht zu ausgelassen toben, wie auch Ruhr24* berichtet.

Nach Corona-Impfung: Gibt es Nebenwirkungen beim Sport, nach dem Pieks in den Oberarm?

Bei Überlastungssituationen, vor allem, wenn es um die muskuläre Beanspruchung im Impfbereich – also zumeist im Oberarm – geht, können Nebenwirkungen wie lokale Entzündungserscheinungen auftreten. Barmer weist darauf hin, dass eine zu starke körperliche Belastung Nebenwirkungen wie etwa „Schmerzen an der Einstichstelle, leichtes Fieber, Mattigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen“ hervorrufen kann. Halten diese über Tage an, solltest Du Deinen Arzt oder Ärztin kontaktieren.

Die Corona-Impfung kann außerdem einen negativen Einfluss auf die Trainingsleistung haben. „Denn meist laufen im Körper als Folge einer Impfung die ganz normalen Impfreaktionen ab. (...) Es kann also passieren, dass du dein gewohntes Trainingspensum in den Tagen direkt nach der Impfung nicht erreichst“, so der Versicherer Generali. Für Corona-Impfstoffe gilt wegen der besonderen Dringlichkeit im Kampf gegen die Pandemie ein beschleunigter Zulassungsprozess. In Deutschland werden bislang die Impfstoffe von Biontech, Moderna, Johnson & Johnson und AstraZeneca verabreicht.

Nach Corona-Schutzimpfung: Wann darf ich wieder Sport machen?

Wann Du wieder voll loslegen kannst, hängt damit zusammen, wogegen Du geimpft wurdest. Während Du Dich bei Lebendimpfstoffen – wie etwa bei Masern, Mumps, Röteln und Windpocken – etwa eine Woche ruhen solltest, reichen bei Totimpfstoffen – also bei Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Kinderlähmung – einige Tage Pause, so die Barmer. Bei den Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer, sowie von Moderna handelt es sich um Totimpfstoffe, so die Deutsche Rheuma Liga. Auch das Vakzin von AstraZeneca erfüllt nicht die Definition eines Lebensimpfstoffes, wird allerdings als „Vektor-Impfstoff“ bezeichnet, da es eine andere Wirkungsweise besitzt.

Sport nach Corona-Impfung (Symbolfoto)

Sport nach Corona-Impfung (Symbolfoto) © picture alliance / dpa

Sport nach Corona-Impfung: Schutzimpfung bei Sportlern

Ganz egal ob Couch-Potato oder Profisportler: Nach dem Impfen gilt in der Regel für alle Patientinnen und Patienten das Gleiche – und zwar, eine Überanstrengung zu vermeiden. Wie das Portal Impfen berichtet, gibt es weder bei den Nebenwirkungen noch bei der Wirksamkeit eines Impfstoffes Unterschiede zwischen Profisportler und -sportlerinnen und Hobby-Athleten und -Athletinnen. Der einzige Unterschied liegt darin, dass der Termin einer Impfung bei Profisportlern und Profisportlerinnen etwas besser geplant sein muss. Denn wenn Du Dich unmittelbar vor einem Wettkampf oder in einer intensiven Trainingsphase befindest, tust Du Deinem Körper und Deiner Leistung keinen Gefallen, wenn Du Dich impfen lässt. Übrigens raten Experten auch dazu, lange keinen Alkohol zu trinken, wenn Du Corona-geimpft wurdest.

Dennoch ist die Vorbeugung von Infektionen und sonstigen Erkrankungen, die etwa durch Wettkämpfe in Risikogebieten entstehen, wichtig für Sportler und Sportlerinnen. Daher ist eine regelmäßige Auffrischung der gängigsten Impfungen sowie eine gezielte Immunisierung gegen Krankheitserreger aus dem Land, in dem ein Wettkampf oder Trainingslager stattfindet, zu empfehlen. (sik) *RUHR24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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