Impfbereitschaft hat zugenommen

Corona-Impfung: Experten klären auf – Darum ist nach der 2. Spritze noch nicht Schluss

Wer sich gegen Corona impfen lässt, der bekommt höchstwahrscheinlich nach ein paar Monaten eine dritte Spritze. Experten erklären, warum:

Mit einer Corona-Impfung erhofft man sich in erster Linie einen Schutz gegen schwere Krankheitsverläufe. Gleichzeitig wünscht man sich dadurch endlich Lockerungen in der Pandemie sowie weitere Schritte in Richtung Normalität. Kein Wunder also, dass sich derzeit viele Menschen gegen das Coronavirus impfen lassen. Allerdings ist es mit den zwei Spritzen scheinbar noch nicht getan. Wie SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach nun verkündet, kann sich das ganze Impf-Prozedere bereits im Herbst wiederholen.

Corona: Impfbereitschaft in Deutschland deutlich zugenommen

Laut einer von der Deutschen Presseagentur in Auftrag gegebenen Umfrage von YouGov wollen sich drei Viertel der Deutschen die Anti-Covid-Spritze geben lassen. In einer Umfrage im Dezember lag der Wert noch bei 65 Prozent. Bislang lehnen 15 Prozent der Befragten eine Corona-Impfung ab. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) haben sich bislang schon 30,4 Millionen Menschen mindestens einmal gegen Covid-19 impfen lassen, 10,5 Prozent gelten bereits als vollständig geimpft. In einigen Bundesländer, wie Baden-Württemberg gilt seit Montag (17. Mai) außerdem keine Impfpriorisierung bei Hausärzten mehr. Alle Zeichen der Impfkampagne in Deutschland stehen also auf Grün, allerdings wird sich bereits in einem halben Jahr wohl wieder alles wiederholen.

Corona-Impfung: Fängt im Herbst alles wieder von vorne an?

Wie nun SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach verkündet, beginnt das Prozedere bald wieder von vorne. Er geht davon aus, dass die Immunität gegen Corona rund sechs Monate anhält. Die erste Auffrischung werde deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein, sagt er den Funke-Zeitungen. Auch Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (STIKO), gibt eine ähnliche Prognose ab. „Grundsätzlich müssen wir uns darauf einstellen, dass möglicherweise im nächsten Jahr alle ihren Impfschutz auffrischen müssen“, so Mertens und sagt weiter: „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein.“

Corona-Impfung: Auffrischungs-Spritze ab Herbst? Wegen Mutationen sogar noch früher

Neben der Antikörper-Anzahl im Körper spielen auch Corona-Mutationen eine Rolle. Mertens weist darauf hin, dass die Hersteller nach eigener Aussage bereits an modifizierten Impfstoffen arbeiten, die gegen relevante derzeit bekannte Mutanten wirksam sein sollen. Nach Angaben des STIKO-Chefs ist es zudem denkbar, dass der Impfschutz bei einzelnen Gruppen bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach ist. Das könne einzelne Altersgruppen betreffen oder auch Menschen mit bestimmten Vorerkrankungen. Bei Patienten, deren Immunabwehr medikamentös gesteuert werde, könnte es sein, dass bereits kurzfristig eine dritte Dosis nötig sei, so Mertens.

Sollten sich in Deutschland Mutationen verbreiten, gegen die die aktuellen Impfstoffe nicht so stark wirksam
seien, müsse man möglicherweise auch schon früher mit einem angepassten Impfstoff beginnen, sagt auch Karl Lauterbach. Gegen die südafrikanische Variante etwa wirkten die Vakzine von AstraZeneca und Johnson & Johnson nicht optimal. „Sollte sich diese Variante bei uns stark verbreiten, sollten die betroffenen Personen dann als erste besser immunisiert werden.“ (dpa/jol)

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