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Corona-Kreuzimpfung: Erst AstraZeneca, dann Biontech – So sicher ist der Impfmix

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Von: Robin Eichelsheimer

Wie wirksam sind Corona-Kreuzimpfungen – und welche Nebenwirkungen drohen nach Verabreichungen mit unterschiedlichen Vakzinen? Studien liefern jetzt erste Ergebnisse:

Immer weniger Infizierte, dazu nimmt die Impfkampagne in Deutschland nach anfänglichem Geruckel immer mehr an Fahrt auf – der Kampf gegen das Coronavirus* und für die Rückkehr zur Normalität geht in großen Schritten voran. Gemäß Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden bis zum 11. Mai in der Bundesrepublik 36,8 Millionen Impfungen verabreicht, 8,3 Millionen Personen haben bereits einen vollständigen Covid-19-Schutz erhalten.

Und das Tempo dürfte in den kommenden Tagen und Wochen noch deutlich gesteigert werden. In Baden-Württemberg* wurde beispielsweise die Impfpriorisierung bei Hausärzten aufgehoben*, ab dem 17. Mai kann sich in den Praxen von niedergelassenen Artz*innen jeder ab 16 Jahren gegen das Coronavirus impfen lassen. Auch für den Impfstoff von Johnson & Johnson fällt künftig die Impfpriorisierung weg – das verkündete Bundesgesundheitsminister Jens Spahn im Anschluss an die Gesundheitsministerkonferenz am 10. Mai. Die offizielle Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) lautet jedoch - genau wie beim viel diskutierten Impfstoff von AstraZeneca - weiterhin nur noch für Menschen über 60 Jahren.

In der Folge haben und werden zahlreiche Erstgeimpfte in Deutschland ein Impfangebot mit einem anderen Wirkstoff bekommen. Kreuzimpfungen sind bislang jedoch noch wenig erforscht. Nun liefern neue Studien jedoch erste wichtige Ergebnisse zur Wirksamkeit und Nebenwirkungen von Impfstoffmixen, wie HEIDELBERG24* berichtet.

BundeslandBaden-Württemberg
Fläche35.751 Quadratkilometer
Bevölkerung11,07 Millionen (2019, Eurostat)
HauptstadtStuttgart

Corona-Kreuzimpfung: Erst Astrazeneca, dann Biontech – Studienergebnisse zu Wirksamkeit machen Mut

Viele Deutsche, die bislang eine Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca erhalten haben, fragen sich nach der geänderten Empfehlung der Stiko, wie wirksam der Schutz nach ihrer ausstehenden Kreuzimpfung mit einem anderen Vakzin sein wird. Neue Studien zu genau dieser Frage machen nun Hoffnung, denn: Wie N-TV berichtet, könnten Kreuzimpfungen denn Schutz gegen das Coronavirus verstärken – auch vor den gefährlichen Coronamutationen aus Südafrika oder Großbritannien!

Im Rahmen einer österreichischen Studie der Universität Innsbruck, an der insgesamt 3.000 Probanden teilnehmen, wird den Impflingen nach ihrer Erstimpfung ein mRNA-Wirkstoff wie Biontech oder Moderna verabreicht, um herauszufinden, wie sich eine Kombination verschiedener Vakzine verhält. Aus Erfahrungen wisse man bereits, dass Kreuzimpfungen - auch bekannt als heterologe Impfungen - oftmals wirksamer sind als zwei Impfungen mit dem gleichen Impfstoff, so Dorothee von Laer, Virologin und Leiterin der Studie. Dies gelte besonders für Vektorimpfstoffe wie von Astrazeneca und Johnson & Johnson.

Eine wichtige Erkenntnis, die vor allem im Kampf gegen die Virusmutationen von entscheidender Bedeutung ist, denn aktuellen Untersuchungen zufolge schützt der Impfstoff von AstraZeneca nicht vollständig vor den Variantentypen. Das Team um von Laer hofft nun, dass der Schutz durch eine Zweitimpfung mit Biontech oder Moderna den Schutz weiter verbessert. Die Virologin rechnet damit, im Herbst die ersten Ergebnisse präsentieren zu können.

Corona-Kreuzimpfung: Erste Hinweise auf stärkere Nebenwirkungen nach Impfmix

Auch an der renommierten Oxford-Universität wird seit Februar an Kreuzimpfungen geforscht – dabei erhalten Teilnehmer eine erste Dosis mit dem Impfstoff von Biontech oder von AstraZeneca. Die Zweitimpfung erfolgt dann entweder mit demselben Vakzin oder dem Impfstoff von Moderna oder Novavax (noch nicht in der EU zugelassen). Die ersten Ergebnisse dieser sogenannten „Mix & Match“-Studie zeigten, dass eine Impfstoff-Mischung sehr sicher sei – jedoch gebe es auch eindeutige Hinweise darauf, dass die Nebenwirkungen nach der Zweitimpfung deutlich stärker ausfallen.

Aber: Die Nebenwirkungen - 60 bis 80 Prozent der Studienteilnehmer klagten über milde bis moderate Kopfschmerzen, Müdigkeit und Fieber - seien bereits nach nur wenigen Tagen wieder vollständig abgeklungen. Keiner der Probanden musste in einem Krankenhaus behandelt werden. Abschließende Ergebnisse zur Wirksamkeit nach Kreuzimpfungen gebe es aber noch nicht.

Wie wirksam sind Kreuzimpfungen? Immunologin überzeugt von Schutz

Während die Studien aus England und Österreich noch nicht abgeschlossen sind, zeigen sich jedoch jetzt schon viele Experten überzeugt von den Vorteilen und Schutzwirkungen bei einer Mischung von Impfstoffen – so auch Donna Farber, Immunologin an der Columbia University. Ihrer Ansicht nach böten die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna einen hervorragenden Schutz gegen das Coronavirus. „Ich glaube nicht, dass es einen Grund gibt, daran zu rütteln.“

Darüber hinaus ist sie sicher, dass eine Kreuzimpfung einigen Vakzinen helfen dürfte, noch besser zu funktionieren. Bleibt zu hoffen, dass auch die Studien aus Österreich und England diese These unterstützen. *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN-MEDIA.

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