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Corona-Test: Folgt auf Inzidenz-Drama die Rückkehr der kostenlosen Schnelltests?

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Von: Marten Kopf

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Berlin - Lange durfte sich jeder Bürger jederzeit kostenfrei auf das Corona-Virus testen lassen. Mit ausreichend Impfstoff wurden die Tests kostenpflichtig. Das soll sich jetzt wieder ändern.

Die Menschen in Deutschland sollen voraussichtlich ab kommender Woche wieder mindestens einen kostenlosen Corona-Schnelltest wöchentlich machen können. Laut einem Verordnungsentwurf des geschäftsführenden Bundesgesundheitsministers Jens Spahn (CDU) soll damit verhindert werden, dass Menschen aufgrund finanzieller Erwägungen auf Tests verzichteten, wie die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch (10. November) aus Regierungskreisen erfuhr. Die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichteten unter Berufung auf den Entwurf zuerst darüber.

Seit dem 11. Oktober sind Corona-Tests in Deutschland in der Regel kostenpflichtig. Seit Einführung der 3G- bzw. der optionalen 2G-Regelung sind Tests für Ungeimpfte aber zwingend notwendig, um an bestimmten Angeboten des gesellschaftlichen Lebens teilhaben zu können – etwa bei Restaurant-, Kino- oder Theaterbesuchen. Weil die Gültigkeit solcher Antigen- bzw. PCR-Tests aber auf 24 bzw. 48 Stunden begrenzt ist, kann das schnell ins Geld gehen. Die Kosten variieren zwischen 11 und bis zu 50 Euro. Und erst kürzlich kündigten etwa Städte wie Mannheim und Heidelberg stärkere Kontrollen in der Gastronomie an.

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Kostenloser Corona-Test: Bund rechnet mit Kosten von 11,5 Millionen Euro

Die neue Verordnung soll nun schon kommende Woche in Kraft treten, heißt es – und auch für geimpfte Menschen gelten. Den Plänen zufolge sollen nämlich künftig alle Bürgerinnen und Bürger mindestens einmal pro Woche wieder Anspruch auf einen kostenlosen Test erhalten. Auch geimpfte Personen könnten sich mit dem Coronavirus infizieren „und damit eine Gefährdung insbesondere für vulnerable Personengruppen darstellen“, so besagt es der Entwurf. Derzeit rollt die vierte Corona-Welle über Deutschland hinweg und bringt die Bundesländer im Umgang mit der Pandemie zunehmend in Bedrängnis. Für Baden-Württemberg etwa befürchtet Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) das Erreichen der sogenannten Alarmstufe noch in diesem Jahr – mit allen daraus resultierenden Konsequenzen.

Neben aktuell schon bestehenden Testzentren würden außerdem noch Sanitätshäuser oder Drogerien mit Testungen beauftragt. Eine Beauftragung weiterer Anbieter soll aber nicht mehr möglich sein. Hintergrund ist, dass eine erneute unkontrollierte Entstehung von Teststationen verhindert werden soll. Laut Verordnung rechnet der Bund für jeweils eine Million Testungen mit bis zu 8 Millionen Euro für die Leistungen vor Ort und 3,5 Millionen Euro für Sachkosten. Weiter sieht der Entwurf vor, dass die Krankenhäuser den Impfstatus ihrer Patientinnen und Patienten angeben müssen sowie die Zahl von Schwangeren in intensivmedizinischer Behandlung. Die Kliniken sollen künftig auch dazu verpflichtet werden, täglich sowohl ihre Kapazität an Intensivbetten als auch die Zahl ihrer Corona-Patienten differenziert nach Erwachsenen und Kindern auszuweisen. (dpa/mko)

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