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Corona-Maßnahmen: Warnung von RKI-Chef Wieler– „Werden 5. Welle bekommen“

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Von: Daniel Hagen

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Während wir gerade gegen die 4. Welle kämpfen und die Inzidenz im ganzen Land wieder steigt, warnt RKI-Chef Wieler bereits vor der nächsten Welle. Wie diese verhindert werden soll:

Die 7-Tage-Inzidenz steigt im ganzen Land unaufhörlich weiter. Baden-Württemberg* belegt derzeit mit einem Wert von 421,3 den sechsten Platz der höchsten Inzidenzen im Land. Seit dem 17. November gilt in dem Bundesland zudem die Alarmstufe*! Damit wütet aktuell die 4. Welle in Deutschland. RKI-Chef Lothar Wieler fordert knallharte Kontaktbeschränkungen und warnt bereits vor der 5. Welle, falls sich nicht schnell etwas ändere. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach spricht von harten Gegenmaßnahmen. Was genau die Experten fordern, verrät HEIDELBERG24*.

NameLothar Heinz Wieler
Geboren8. Februar 1961 in Königswinter
AusbildungGymnasium am Ölberg
PositionChef des Robert Koch-Instituts

RKI-Chef Wieler warnt vor 5. Welle

„Wenn das Verringern der Kontakte und das Impfen nicht intensiv gelingt, werden wir nach den jetzigen Modellierungen auch noch eine fünfte Welle bekommen“, prophezeit Lothar Wieler. Es sei bitter, dass sich bisher nicht mehr Menschen für diesen eigentlich leichten Schritt des Impfens entschieden hätten. Der Mikrobiologe macht deutlich, dass jetzt dringend an zwei Stellschrauben gedreht werden müsse. Zum einen müssten die Menschen ihre Kontakte drastisch eingrenzen und große Feiern, Großveranstaltungen und große Menschenansammlungen in Innenräumen vermeiden. Bereits nach zwei Wochen könnte man dann ein Ergebnis in den Infektionszahlen sehen – jedoch nicht überall.

Coronavirus - Berlin Pressekonferenz Wieler und Spahn
RKI-Chef Wieler warnt vor einer 5. Welle. © Kay Nietfeld/dpa

„In den Bundesländern, in denen die Zahlen jetzt noch niedrig sind, haben wir mit Kontaktbeschränkungen die Chance, die Zahlen auch niedrig zu halten. Dort, wo die Zahlen hoch sind, ist es eigentlich sehr spät, wenn nicht zu spät“, betont der RKI-Chef. Den „fulminanten Verlauf“ zu brechen, sei bei niedrigen Zahlen einfacher. Zum anderen müsse die Zahl der Geimpften weiterhin steigen. Auch die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte deutlich gemacht, dass für Effekte auf die Ausbreitungsdynamik hohe Booster-Impfquoten erreicht sein müssten.

Stiko-Vorstitzender rechnet mit 5. Welle Ende 2022

Nach aktuellem Stand haben mittlerweile 5,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. 56,5 Millionen Menschen und damit 67,9 Prozent der Gesamtbevölkerung sind mittlerweile vollständig gegen das Coronavirus geimpft. 58,6 Millionen Menschen wurden mindestens einmal geimpft. Das entspricht einer Quote von 70,4 Prozent. „Der Impfstoff ist der Weg aus der Pandemie“, sagt Wieler. „Aber es ist deshalb nicht so, dass andere Maßnahmen völlig vernachlässigt werden können.“

Auch der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens hält eine fünfte Welle für möglich. „Es ist damit zu rechnen, dass es auch im Winter
2022 eine fünfte Welle geben wird“, sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wie stark diese ausfällt, hängt maßgeblich
davon ab, wie viele Menschen sich impfen und boostern lassen.“

Karl Lauterbach befürchtet Lockdowns wie in Bayern und Sachsen

Besonders kritisch sind die Inzidenzen aktuell in Bayern (635,6) und Sachsen (739,7). In beiden Bundesländern gelten nun strenge Regeln. In Sachsen sollen von Montag an für drei Wochen weite Teile des öffentlichen Lebens eingeschränkt werden. Geschlossen werden Kultur- und Freizeiteinrichtungen, Bars, Clubs und Diskotheken. Weihnachtsmärkte und touristischen Übernachtungen sind nicht mehr erlaubt, und Restaurants bekommen begrenzte Öffnungszeiten. In Bayern sollen ab Mittwoch für Ungeimpfte strikte Kontaktbeschränkungen gelten. Clubs, Diskotheken und Bars müssen für die nächsten drei Wochen schließen, Weihnachtsmärkte soll es nicht geben. Bei Kultur- und Sportveranstaltungen wird die Zuschauerzahl deutlich begrenzt. In extremen Hotspots werden zudem weite Teile des öffentlichen Lebens heruntergefahren.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach befürchtet, dass es ähnliche Maßnahmen auch bald in anderen Bundesländern geben könnte. „Wir sind in eine so schwierige Lage gekommen, dass es auch in anderen Bundesländern - zumindest in Teilen anderer Bundesländer - so hohe Fallzahlen geben wird, auch Hospitalisierungen geben wird, dass wir dort auch also lokal Dinge schließen müssen“, erklärt der 58-Jährige. Er hoffe zudem, dass es nicht zu einem solchen Schritt wie in Österreich kommen werde, wo ab Montag ein erneuter Lockdown beginnt. (dpa/dh) HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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