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Coronavirus: Sind Geimpfte so ansteckend wie Ungeimpfte? Studien zeigen klares Ergebnis

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Von: Daniel Hagen

Biontech - Labor
Studien kommen zu dem Schluss, dass Geimpfte so ansteckend sein können wie Ungeimpfte. (Symbolfoto) © Stefan Albrecht/Biontech/dpa

Neue Studien kommen zu dem Schluss, dass Geimpfte genau so ansteckend sind, wie Ungeimpfte – zumindest, wenn es um die Delta-Variante geht.

Bekannterweise ist die Delta-Variante des Coronavirus* mehr als doppelt so ansteckend, als die normale Version. Neue Studien aus Großbritannien und den USA zeigen aber ein besorgniserregendes Bild. Demnach sollen Geimpfte genau so ansteckend sein wie Ungeimpfte. Wer jetzt aber glaubt, dass eine Impfung keinen Sinn ergibt, irrt sich gewaltig. Denn die Impfung kann einen vor einem Besuch auf der Intensivstation schützen. Bei aktuell wieder steigenden Zahlen und der Gefahr einer vierten Welle sind das gute Nachrichten. Welche Studien zu diesen Ergebnissen kommen, verrät HEIDELBERG24.de*.

„Einige erste Erkenntnisse zeigen, dass das Viruslevel derer, die sich mit der Delta-Variante* infiziert haben und bereits geimpft gewesen sind genauso hoch ist wie das Level ungeimpfter Personen“, heißt es in einem Bericht der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England, der dem „Guardian“ vorliegt. Dadurch könnten Geimpfte genauso ansteckend sein wie Ungeimpfte. Laut dem PHE brauche es aber noch mehr Studien und Analysen, um zu bestätigen, ob das wirklich der Fall ist.

Coronavirus: Sind Geimpfte so ansteckend wie Ungeimpfte?

Auch Daten der US-Seuchenschutzbehörde CDC deuten darauf hin, dass Geimpfte das Delta-Virus ebenso übertragen können wie Ungeimpfte. Eine aktuelle Studie der britischen Universität Oxford mit 2,5 Millionen untersuchten Abstrichen kommt ebenfalls zu dem bereits genannten Ergebnis. In der gleichen Studie kommen die Experten zudem zu dem Schluss, dass zwei Impfungen mit Biontech*/Pfizer oder AstraZeneca einen guten Schutz vor der Delta-Variante bieten – auch, wenn die Wirksamkeit mit der Zeit nachlässt.

„Die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ist immer noch geringer, wenn Sie zwei Dosen erhalten haben. Aber wenn Sie es tun, haben Sie eine ähnliche Viruskonzentration wie jemand, der überhaupt nicht geimpft wurde“, erklärt Sarah Walker, Professorin für medizinische Statistik und Epidemiologie an der Universität Oxford gegenüber der Zeitung „Die Presse“. Oxford-Wissenschafter Koen Pouwels ist sich zudem sicher, dass eine Herdenimmunität durch die Delta-Variante schwerer zu erreichen sei. Die Studie muss aber erst noch unabhängigen Experten gerpüft werden.

Coronavirus: Vakzine schützen vor schwerem Verlauf

Geimpfte Menschen müssen also weiterhin vorsichtig sein, wenn sie sich nicht selbst oder andere anstecken wollen. Doch was bringt eine Impfung dann überhaupt? Selbst wenn man sich ansteckt, kann sie einen vor einem schweren Verlauf schützen. Das zeigt eine Studie der britischen Gesundheitsbehörde Public Health England von Ende Juni. So schütze der Impfstoff von BioNTech/Pfizer zu 96 Prozent vor einem schweren Krankheitsverlauf, der von AstraZeneca zu 92 Prozent – allerdings nur, bei zwei Injektionen.

„Diese enorm wichtigen Ergebnisse beweisen, dass die Impfstoffe einen wesentlichen Schutz gegen einen schweren Krankheitsverlauf durch die Delta-Variante bieten“, sagt Dr. Mary Ramsay vom PHE. Die sogenannten Impfdurchbrüche – also eine symptomatische Infektion bei einem Geimpften – lassen sich darauf zurückführen, dass die Delta-Variante Eigenschaften gebildet hat, um sich den Antikörpern besser entziehen zu können. (dh) HEIDELBERG24.de ist ein Angbot von IPPEN.MEDIA.

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