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CureVac: Probanden fühlen sich „hängen gelassen“ – trotz Impfung ohne Zulassung keine Freiheiten

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Von: Daniel Hagen

Der Corona-Impfstoff von CureVac lässt weiter auf sich warten. Darunter leiden auch die Probanden, die damit geimpft wurden – und trotzdem keine Freiheiten genießen.

Als Ende 2020 mit Hochdruck an der Forschung für einen Corona-Impfstoff gearbeitet wird, gilt das Unternehmen CureVac aus Tübingen (Baden-Württemberg*) als einer der Vorreiter. Die Bundesregierung hat so viel Vertrauen, dass bereits im Vorfeld 24,5 Millionen Dosen des Vakzins bestellt werden. Doch das Mittel lässt weiter auf sich warten und ist mittlerweile von Konkurrenten wie BioNTech, Moderna oder Johnson & Johnson abgehängt worden. Neben den Aktionären von CureVac leiden auch die Teilnehmer der klinischen Studien – denn obwohl viele von ihnen eine Impfung erhalten haben und immun sind, genießen sie keine Freiheiten.

NameCureVac
Gründung2000
SitzTübingen
LeitungFranz-Werner Haas

CureVac-Impfstoff: Probanden sind geimpft – erhalten aber keine Freiheiten

Wie HEIDELBERG24.de* bereits berichtet hat, verzögert sich die Zulassung des Impfstoffs von CureVac massiv*. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn könnte das Vakzin wohl erst im August zugelassen werden. Auch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) rechnet nicht mit einem früheren Zeitpunkt. Die Bundesregierung plant den Impfstoff nicht mal mehr für die laufende Impfkampagne ein*.

Der Grund für die massiven Verzögerungen liegt wohl darin, dass es bei CureVac nicht genügend Probanden gegeben hat. Dabei muss es sich um infizierte Personen handeln, um die Wirksamkeit des Stoffes zu ermitteln. Davon gibt es bislang wohl nur 59 von vorgeschriebenen 160. Da die Corona-Fallzahlen aktuell sinken ist auch unklar, wie lange die Studie noch braucht. Darunter leiden vor allem die Teilnehmer, die den Impfstoff bereits erhalten haben und wahrscheinlich immung gegen das Coronavirus* sind.

CureVac-Impfstoff: Auch Boris Palmer hat an Studie teilgenommen

„Mittlerweile rasen alle an mir vorbei, sind ein- oder zweifach geimpft, stolz im Impfbüchlein, genießen auch wieder Vorzüge und Möglichkeiten. Und ich bin geimpft und kriege es nicht eingetragen. Nach außen hin dokumentieren kann ich es nicht“, sagt Ursula Branscheid-Kouyaté in einem Beitrag des SWR. Die Tübingerin gehört zu den über 1.000 Teilnehmer:innen der CureVac-Studie und ist vor fast einem Jahr geimpft worden. Weil das Mittel aber noch nicht zugelassen ist, muss sie trotzdem weiterhin Corona-Tests über sich ergehen lassen und kann nicht die Freiheiten nutzen, die andere Geimpfte haben. Die 52-Jährige komme sich daher „hängen gelassen“ vor.

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat bereits im April die Europäische Arzneimittelagentur (EMA), den Prozess der Notfallzulassung für CureVac endlich zu beschleunigen. Das könnte auch damit zusammenhängen, dass der Grünen-Politiker im letzten Jahr ebenfalls an der Studie teilgenommen hat, wie bw24.de* berichtet. (dh) HEIDELBERG.de und bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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