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Delta-Variante: Astrazeneca, Biontech und Co. – Wie gut schützt mein Impfstoff?

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Von: Robin Eichelsheimer

Die Delta-Variante des Coronavirus ist auf dem Vormarsch, der Anteil der Infektionen mit der Mutation aus Indien wächst von Tag zu Tag. Wie groß ist der Impfschutz gegen B.1.617.2?

Noch sinken in Deutschland die aktuellen Coronavirus-Fallzahlen, doch mit dem positiven Trend könnte bald Schluss sein. Während in zahlreichen Bundesländern die Sommerferien bevorstehen und das Infektionsgeschehen in den vergangenen Wochen überschaubar blieb - die bundesweite 7-Tage-Inzidenz liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts derzeit (Stand: 29. Juni) nur noch bei 5,4 -, sehnen sich die Deutschen mehr denn je nach einer Rückkehr zur Normalität.

Doch vor allem die Delta-Variante aus Indien bereitet zahlreichen Bürgern Kopfzerbrechen, droht, uns und unserem Sommerurlaub einen Strich durch die Rechnung zu machen. Doch ist die Sorge überhaupt berechtigt? Und wie groß ist der Impfschutz gegen die Mutation B.1.617.2? HEIDELBERG24* klärt auf.

Delta-Variante breitet sich aus – Anteil der Infektionen in Deutschland bei bis zu 50 Prozent

Um Diskriminierung und Stigmatisierung zu verhindern, setzt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Juni 2021 nicht mehr auf Bezeichnungen nach Ländern, in denen die Varianten des Coronavirus entdeckt wurden, sondern verwendet ab sofort nur noch neutrale Namen für die Mutationen*. Daraus ergeben sich nun folgende Bezeichnungen:

Weil diese erstmals auf dem indischen Subkontinent festgestellte Variante nicht nur eine, sondern gleich zwei Veränderungen an einem Oberflächenprotein hat, wird B.1.617.2 auch als „Doppelmutante*“ bezeichnet.

Die als höchst ansteckend geltende Variante des Coronavirus greift nach einer Ausbruchswelle in England, wo Premierminister Boris Johnson erst jüngst die Corona-Maßnahmen um vier weitere Wochen verlängert hatte, auch in Deutschland immer mehr um sich.

Wie Lothar Wieler, Präsident des RKI, am Montag in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern berichtete, mache die Delta-Variante bei uns mittlerweile einen Anteil von mindestens 35 Prozent aus. Noch wahrscheinlicher sei es, dass der Anteil derzeit tatsächlich sogar auf rund 50 Prozent zu schätzen sei, da die Daten bereits einige Tage alt seien, so Wieler weiter. Konkrete Zahlen liegen wohl erst am Mittwochabend vor – dann veröffentlicht das RKI die neuen Angaben zu den Virusvarianten-Anteilen. Besonders tückisch: Die Symptome von Delta unterscheiden sich von denen anderer Corona-Typen!

Delta-Variante: So gut schützt eine Impfung mit Astrazeneca

Auswertungen der britischen Gesundheitsbehörde „Public Health England“ (PHE) zufolge liegt die Wirksamkeit des Impfstoffs von Astrazeneca gegen die Delta-Variante bei rund 60 Prozent. Die Zahl bezieht sich jedoch auf Menschen, die vollständig – sprich zweimal geimpft sind.

Die Studie des PHE zeigt außerdem, dass eine vollständige Impfung mit Astrazeneca schwere Krankheitsverläufe nach einer Corona-Infektion um bis zu 92 Prozent verringert. Somit sind doppelt geimpfte Personen selbst bei einer Ansteckung mit der Delta-Variante mit hoher Wahrscheinlichkeit vor einem Krankenhausaufenthalt geschützt.

Aber: Laut PHE-Datenanalyse sind Menschen, die lediglich einmal mit Astrazeneca geimpft wurden, deutlich weniger geschützt – und das, obwohl das Vakzin eigentlich bereits nach der ersten Impfung gut vor schweren Krankheitsverläufen schützt. Hier spricht die britische Gesundheitsbehörde von einem Immunschutz von nur 33 Prozent gegen eine Covid-19-Erkrankung drei Wochen nach der ersten Dosis.

Delta-Variante: So gut schützt eine Impfung mit Biontech

Ebenso wie das Vakzin von Astrazeneca sorgt auch eine Impfung mit Biontech für eine sehr hohe Wirksamkeit gegen die Delta-Variante. Unternehmensangaben zufolge liegt der Schutz des mRNA-Impfstoffs bei rund 90 Prozent. Zu nahezu deckungsgleichen Ergebnissen kommt auch die Ende Mai veröffentlichte PHE-Studie: Demzufolge schützt das Biontech-Vakzin zwei Wochen nach der zweiten Dosis bis zu 88 Prozent gegen eine durch die Delta-Variante ausgelöste symptomatische Covid-19-Erkrankung. Mit einem Schutz von rund 96 Prozent ist das Risiko einer stationären Behandlung nach einer Infektion sogar nochmals vier Prozent geringer als mit einer Impfung mit Astrazeneca.

Aber auch bei Biontech gilt: Wer nur einmal geimpft wurde, ist weitaus weniger geschützt als Vollgeimpfte. Eine in „The Lancet“ veröffentlichte Studie gibt an, dass Menschen, die noch nicht ihre zweite Dosis erhalten hatten, lediglich zu 32 Prozent vor Covid-19 infolge einer Infektion mit der Delta-Variante geschützt sind.

Delta-Variante: So gut schützt eine Impfung mit Moderna und Johnson & Johnson

Aufgrund der Neuartigkeit der Delta-Variante liegen bezüglich der Wirksamkeit noch nicht zu jedem in Deutschland zugelassenen Impfstoff fundierte Ergebnisse vor – so muss die Wirksamkeit der Vakzine von Moderna und Johnson & Johnson weiter untersucht werden.

Aber: Ersten Studien zufolge ist auch bei diesen beiden Impfstoffen mit positiven Ergebnissen zu rechnen. Gerade auch das Vakzin von Moderna, das auf derselben mRNA-Technologie basiert wie der Impfstoff von Biontech, sollte laut Anthony Fauci, dem obersten medizinischen Berater des US-Präsidenten Joe Biden, einen ähnlich hohen Schutz bieten wie der Wirkstoff des Unternehmens aus Mainz. Das verriet der Immunologe im Interview mit der „Washington Post“.

Biontech, Astrazeneca, und Co.: Schutz vor Delta-Variante – Fazit

Auch wenn die Zahlen der Infektionen mit der Delta-Variante hierzulande steigen, gibt es noch keinen Grund zur Panik. Wichtigstes Mittel im Kampf gegen das Coronavirus und seine Varianten bleiben weiterhin die Impfungen. Auch wenn weitere Studienergebnisse vor allen Dingen zu den Vakzinen von Moderna und Johnson & Johnson noch ausstehen, ist bislang grundsätzlich festzustellen, dass alle Impfstoffe symptomatische Covid-Erkrankungen infolge einer Infektion mit der Delta-Variante nach vollständiger Immunisierung und Hospitalisierung mit sehr großer Verlässlichkeit verhindern. (rob) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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