Überprüfung auf Antikörper

dm: Mega-Zoff um Corona-Test – Experten wollen Verwendung verhindern  

Der freiverkäufliche Corona-Test von dm steht bereits seit geraumer Zeit in der Kritik. Jetzt prüft das Sozialministerium Baden-Württemberg, ob der Verkauf des Testkits unterbunden werden kann.

Update vom 5. November: Ist der Corona-Test von dm in Baden-Württemberg bald illegal? Geht es nach der Rechtsauffassung des Sozialministerium in Baden-Württemberg, sollen die Corona-Testkits wieder aus den Regalen bei dm verschwinden. Die Behörde begründet ihr Vorgehen mit der Einschätzung, dass Tests dieser Art ausschließlich in die Hände von medizinischem Fachpersonal gehören. Hierfür soll es auch eine eindeutige Rechtsordnung geben, welche in der Medizinprodukte-Abgabeverordnung (MPAV) festgehalten ist. Ob die Rechtsauffassung des Sozialministeriums auf den Corona-Test von dm zutrifft, ist aber umstritten. Denn obgleich die Blutentnahme vom Käufer selbst ausgeführt wird, muss der Test anschließend per Post an ein Labor geschickt und dort ausgewertet werden.

Unabhängig von dieser Fragestellung hat es bereits zuvor Kritik an dem Corona-Test von dm gegeben, da der Test eine akute Corona-Infektion nicht nachweisen kann. Der dm-Test informiert lediglich darüber, ob Antikörper vorliegen. Diese bilden sich im Verlauf einer Infektion mit dem Coronavirus. So können sich Menschen mit dem Coronavirus anstecken und keine Symptome aufweisen, da die Krankheit Covid-19 bei ihnen nicht ausgebrochen ist. Entsprechend informiert der Corona-Test von dm die Kunden nur darüber, ob sie sich in der Vergangenheit bereits mit dem Coronavirus infiziert haben.

Corona-Test bei dm – Experten warnen Verbraucher

Experten warnen jedoch eindringlich davor, sich in falscher Sicherheit zu wiegen. Denn eine zweite Infektion mit dem Coronavirus ist trotz Antikörper nicht gänzlich auszuschließen. Selbst wenn das Virus für eine Personen weniger gefährlich ist, kann ein Infizierter andere Menschen mit SARS-CoV-2 anstecken; darunter natürlich auch Personen, für die ein schwerer Krankheitsverlauf wahrscheinlicher ist.

Corona-Test bei dm – was taugt das das Produkt?

Erstmeldung vom 27. Oktober:Hatte ich schon einmal Corona?“ – diese Frage stellt sich vermutlich jeder, der sich seit Ausbruch der Pandemie noch nicht testen gelassen hat. In 95 Prozent der Fälle weisen die Infizierten kaum oder gar keine Symptome auf. Es ist daher durchaus denkbar, dass man sich seit Ausbruch der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert und davon gar nichts gemerkt hat.

Firmadm Drogeriemarkt
SitzKarlsruhe
GründerGötz Werner

Um nun eine Antwort auf die drängende Corona-Frage zu finden, gibt es mehrere Wege. Einer davon führt seit kurzem zum Drogeriemarkt dm aus Karlsruhe. Dort gibt es einen Corona-Test für rund 60 Euro zu kaufen. Allerdings: Forscher stehen dem Produkt sehr kritisch entgegen. Der Grund hierfür ist einfach: Der Test gibt nicht an, ob der Käufer aktuell am Coronavirus erkrankt ist und kann daher Betroffene in falscher Sicherheit wiegen.

Corona-Test bei dm – so funktioniert er

Corona-Test bei dm von der Firma cerascreen

Wer aktuell auf die Homepage von dm navigiert, wird den Corona-Test* nicht übersehen können. Ganz groß auf der Webseite und in einer knallroten Verpackung wird die Ware beworben. Darüber berichtet HEIDELBERG24 und BW24*. Der Test ist nur online erhältlich und wird wie folgt angewendet:

In der Verpackung finden dm-Kunden eine Lanzette; damit müssen sich die Tester Blut abnehmen. Es wird darauf hingewiesen, dass bestimmte Personengruppen, wie Schwangere nur in Absprache mit ihren Arzt den Test machen sollen. Die Blutprobe wird in ein Labor geschickt und das Ergebnis soll binnen 48 Stunden vorliegen. Der Corona-Antikörper-Test funktioniert einfach und schnell – dennoch gibt es ein großes „Aber“.

Corona-Test bei dm: Labor prüft auf Antikörper – Forscher üben Kritik

Der Corona-Test wird von dem Unternehmen cerascreen bei dm gelistet. Die Firma hat ihren Sitz in Schwerin und bietet verschiedene Gesundheitstests an. Neben dem Corona-Test von dm, verkauft cerascreen auch einen PCR Test – dabei handelt es sich um einen Corona-Test über einen gängigen Rachenabstrich. Zwei Corona-Produkte, deren Analyse-Ergebnisse komplett unterschiedlich ausgerichtet sind – und genau das wird von Kritikern bemängelt.

Denn der Corona-Test von dm kann nur Antikörper nachweisen. Er soll deshalb frühestens 12 Tage NACH einem Corona-Verdacht durchgeführt werden. Er bietet daher keine Sicherheit, ob man aktuell mit dem Coronavirus infiziert ist.

Forscher kritisieren außerdem, dass Antikörper-Tests keinen Aufschluss auf eine Corona-Immunität bieten. Bei der Produktbeschreibung des cerascreen-Tests wird dies erläutert: „Aktuell kann aus einem positiven Antikörpertest noch nicht auf eine Immunität gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geschlossen werden. Es kann aber wahrscheinlich ein Hinweis darauf sein, dass Sie mit SARS-CoV-2 infiziert waren. Der cerascreen Coronavirus Antikörpertest dient dem Nachweis einer bereits abgelaufenen SARS-CoV-2 Infektion und ist nicht zum Nachweis einer akuten Infektion geeignet.“

Der Test gibt also weder Information, ob man derzeit an Corona erkrankt ist, noch ob der Tester immun gegen das Virus ist. Was bliebt ist die Gewissheit ohne Symptome ein Wirt des Coronavirus gewesen zu sein. Wenn Du Dich nicht mit mit dem Coronavirus anstecken willst, solltest Du dringend diese 10 Regeln beachten. (jol) *HEIDELBERG24 und BW24 sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Screenshot Webseite dm Drogeriemarkt

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