Falsches Versprechen?

dm-Kundin will Sonnenspray kaufen – und erlebt einen Schock

dm: Sonnenschutz-Produkte sind im Sommer ein Verkaufsschlager in jeder Drogerie. Doch eine Kundin wird beim Blick auf die Inhaltsstoffe eines Sonnensprays bitter enttäuscht:

  • dm*: Eine Kundin kauft ein Sonnenspray in der Drogerie – nach dem Blick auf die Inhaltsstoffe verfasst sie sofort eine Beschwerde.
  • Wurde auf der Sonnenspray-Verpackung ein falsches Versprechen gegeben?
  • dm reagiert auf die Beschwerde der Kundin – und auch der Hersteller kommt zu Wort:

Karlsruhe - Die erfolgreiche Drogerie-Kette dm bietet über 12.500 verschiedene Artikel in ihren Filialen an – darunter auch zahlreiche Produkte zum Sonnenschutz. Der Run auf Sonnencreme, After-Sun-Lotionen oder Sonnenspray ist bei der Drogerie natürlich vor allem im Sommer groß. Wie HEIDELBERG24* berichtet, erlebte eine Kundin, die sich für die sonnige Saison eindecken wollte, jedoch beim Blick auf die Verpackung eines Sonnensprays von dm eine Überraschung – und zeigte sich sichtlich enttäuscht.

dm: Kundin schaut sich Inhaltsstoffe von Sonnenspray an – und ist enttäuscht

dm ist bekannt dafür, seinen Kunden viele Produkt-Alternativen für nachhaltiges Einkaufen anzubieten. So verzichtet die Drogerie bei einer Auswahl an Artikeln auf Plastik, wirbt mit der Entwicklung von klimaneutralisierten Produkten mit einem „kleinstmöglichen ökologischen Fußabruck“ und bietet mit der Eigenmarke Alverde auch eine breite Auswahl an Naturkosmetik. Doch das Sonnenspray, das eine Kundin Ende Juni bei dm kaufte, hielt sein ökologisches Versprechen offenbar nicht ganz ein.

dm-Kundin liest sich Inhaltsstoffe von Sonnenspray durch – und verfasst sofort Beschwerde (Fotomontage)

Als sie die Inhaltsstoffe des Sonnenschutz-Produkts genauer unter die Lupe nahm, entlarvte die dm-Kundin das falsche Versprechen des Herstellers. Sie hatte sich offenbar bewusst ein Sonnenspray ausgesucht, auf dem damit geworben wird, dass es keine Nanopartikel enthält. Der Blick auf die Liste der Zutaten war jedoch enttäuschend. Erst kürzlich warnte die Verbraucherzentrale Kunden vor bestimmten Produkte, bei denen die Hersteller mit „Mogelpackungen“ und versteckten Preiserhöhungen* getrickst haben. Doch bei dem Sonnenspray von dm wurde das Versprechen des Herstellers offenbar erst gar nicht eingehalten.

dm: Kundin beschwert sich bei Drogerie – falsches Versprechen auf Sonnenspray-Verpackung?

„Acrylates / C10-30 Alkyl Acrylate Crosspolymer“ ist offenbar eines der Inhaltsstoffe, die in dem Sonnenspray verarbeitet wurden. Diese flüssigen Kunststoffe werden laut „Codecheck“ oft in Sonnenschutz-Produkten verwendet und sind, weil sie als schwer abbaubar gelten, als bedenklich einzustufen. Die Stoffe haben offenbar eine ähnlich schädliche Auswirkung auf die Umwelt, wie Mikroplastik. Auch in einigen Sonnencremes für Babys hat Öko-Test flüssiges Plastik entdeckt*.

Nachdem die dm-Kundin diesen Inhaltsstoff im Sonnenspray entdeckt hat, postet sie sofort Bilder des Produkts und seiner Inhaltsstoffe auf der Facebook-Seite von dm. „Das gilt wohl nicht als Nanopartikel?“, fragt sie im Posting und schreibt dazu: „Bin etwas enttäuscht von der Produktdarstellung“. Die Reaktion von dm auf diese Beschwerde folgt wenige Tage später:

dm reagiert auf die Facebook-Beschwerde der enttäuschten Kundin nur mit einem Zitat des Herstellers – denn bei dem Sonnenspray handelt es sich nicht um eine Eigenmarke der Drogerie. „Bei den in den Sonnensprays verwendeten Cross- und Co-Polymeren handelt es sich um flüssige Kunststoffe, die wir in der jetzigen Rezeptur als Filmbildner benötigen, um die Wasserfestigkeit der Sprays zu erhöhen und somit den ausgelobten Schutz zu gewährleisten“, heißt es in der Erklärung des Produzenten.

dm: Beschwerde über Facebook – so äußert sich Sonnenspray-Hersteller

Der Hersteller selbst ist offenbar ebenfalls nicht wirklich zufrieden mit den Inhaltsstoffen seines Produktes. Denn im Zitat unter dem Post auf der dm-Facebook-Seite heißt es: „Auch wir sind mit der Benutzung von flüssigen Kunststoffen in unseren Sonnensprays nicht 100% glücklich. Klarstellen möchten wir, dass es sich bei den genannten Inhaltsstoffen nicht um die klassischerweise als Mikroplastik bezeichneten kleinen Plastikkügelchen handelt, welche in Zahncremes, Peelings, etc. vorkommen können.“

Mit dieser Erklärung unter der Beschwerde sind einige dm-Kunden ganz und gar nicht zufrieden. Ein Kunde hakt nochmal nach: „Also nochmal vereinfacht dargestellt: Das Produkt enthält Kunststoff, aber um das Produkt besser zu vermarkten hat man den Kunststoff als Liquid umgeformt? Gesundheitsschädlich?“ Doch auch auf diese Frage hin verweist dm auf den Hersteller.

Eine weitere Kundin findet, dass es jedoch durchaus in der Verantwortung von dm liegt, was in den Märkten angeboten wird und was nicht. Eine andere kommentiert hingegen: „Was kann da dm dafür? Es ist nicht die Aufgabe von dm zu überprüfen, ob das Etikett mit den Inhaltsstoffen übereinstimmt.“ Der Fall der enttäuschten dm-Kundin zeigt auf jeden Fall, dass sich der Blick auf die Inhaltsstoffe vor dem Kauf eines Produkts definitiv lohnen kann. (kab) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © dm/ARTIS-Uli Deck / Screenshot Facebook dm

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