Warnung vor Methanol in Produkt

Rückruf bei Edeka: Desinfektionsmittel nicht benutzen – Gebrauch kann zu Erblindung führen

Offenburg - In Baden-Württemberg gibt es aktuell einen großen Rückruf bei Edeka von Desinfektionsmittel. Für Kunden besteht eine akute Gefahr: unter anderem droht bei Augenkontakt Erblindung.

Die zweite Corona-Welle rollt über Deutschland. Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus* effektiv zu verhindern, werden Virologen nicht müde zu betonen, wie wichtig die Einhaltung der Corona-Regeln sind. Neben Kontaktbeschränkung und dem Abstandsgebot, kommen wichtige Hygienemaßnahmen wie regelmäßiges Händewaschen hinzu. Da Letzteres leider nicht immer und überall möglich ist, führen einige Kunden ein praktisches Hand-Desinfektionsgel mit sich. Mitten in der ohnehin von Unsicherheit geprägten Corona-Pandemie folgt nun ein Produkt-Rückruf*, der es in sich hat: Wie HEIDELBERG24* berichtet, muss der Lebensmittelhändler Edeka ein Desinfektionsgel zurückrufen – es ist hochgradig giftig!

Regionalgesellschaft:Edeka Südwest
Gründung:1927
Hauptsitz:Offenburg (Baden-Württemberg)
Mitarbeiterzahl:44.000 (Stand: 2020)
Märkte im Absatzgebiet:1.163
Umsatz: 8,7 Milliarden Euro

Rückruf bei Edeka: Methanol in Desinfektionsmittel für Kunden gefährlich

Bei dem Produkt von Edeka handelt es sich um den Artikel „Mir24 Desinfektion Handgel“ in den Größen 50 und 100 Milliliter. Der Grund für den Rückruf: Ein Teil der Produkte soll eine hohe Menge an Methanol enthalten. Die chemische Verbindung aus der Gruppe der Alkohole ist toxisch.

Der Hersteller soll nicht über die Erlaubnis verfügen, die Produkte in den Verkehr zu bringen. Zudem verfügt der Artikel nicht über notwendige kindergesicherte Verschlüsse.

Gesundheitsschädliche Auswirkungen können nicht ausgeschlossen werden, insbesondere bei Verschlucken, Hautkontakt oder Einatmen des Inhalts“, lässt Edeka wissen.

Rückruf von Desinfektionsmittel bei Edeka: Spielt Supermarkt-Riese die Gefahr herunter? Erblindung droht

Gegenüber der Gefahreneinschätzung seitens Edeka geht das Verbraucherschutz-Portal „produktrueckrufe.de“ einen Schritt weiter und warnt eindringlich vor schwerwiegenden Folgen. Dabei werden beängstigende Vergiftungssymptome beschreiben: Zunächst können Kopfschmerzen, Schwächegefühl, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen auftreten.

Methanol schädigt darüber hinaus auch die Nerven, vor allem den Sehnerv. Die Schädigung des Sehnervs ist dauerhaft und führt schrittweise zur Erblindung. Ein solcher Schaden durch das Edeka-Desinfektionsmittel wäre unumkehrbar. Zudem kann Methanol auch lebensgefährlich sein: Eine Atemlähmung durch eine Methanol-Vergiftung führt zum Tod.

Wenn der chemischen Stoff verschluckt oder eingeatmet wird sowie in die Augen gelangt, können schon zwischen 10 und 15 Milliliter Methanol zu den genannten schweren Vergiftungen führen. Auch RUHR24 berichtet über das toxische Desinfektionsgel von Edeka: Demnach sollen im betroffenen Hygiene-Produkt auf 100 Gramm zwischen 65,3 und 68,7 Gramm Methanol enthalten sein. 

Rückruf: Edeka entschuldigt sich bei seinen Kunden

Die Artikel sind bei Edeka und Marktkauf in Baden-Württemberg*, Rheinland-Pfalz, dem Saarland, Südhessen und teilen Bayerns angeboten worden. Kunden könnten die Artikel auch ohne Kassenbon im Markt zurückgeben und bekommen den Kaufpreis erstattet.

Schließlich entschuldigt sich Edeka bei seinen Kunden in Deutschland: „Edeka Südwest legt größten Wert auf Produktsicherheit und -qualität und bedauert diesen Vorfall sehr. Weitere Informationen erhalten Kunden beim Lieferanten (Mir24 GmbH) unter der Telefonnummer +49 6172 27 968 10.“

Produkt-Rückruf: So erfahren Kunden von aktuellen Warnungen

In den meisten Fällen informieren auch die Supermärkte und Discounter über ihre Internetseiten und Soziale Medien über Rückrufe von fehlerhaften Produkten. Sofern eine schwerwiegende Gesundheitsbedrohung besteht, verbreitet auch die Katastrophen-Warnapp KATWARN einen Produkt-Rückruf mittels einer Push-Nachricht direkt auf das Handy.

Eine weitere Möglichkeit für Kunden, sich über die aktuellen Rückrufe zu informieren, sind Internetportale, die sich auf diese Meldungen spezialisiert haben. Dazu gehört zum Beispiel www.produktrueckrufe.de oder www.lebensmittelwarnung.de Doch Achtung: Auf diesen Seiten findet sich nicht immer ein vollständiger Überblick über alle aktuellen Produkt-Rückrufe.

Produktinformationen über zurückgerufene Lebensmittel oder andere Waren erhalten Kunden auch bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin. Auf der Internetseite der Behörde finden Kunden neben aktuellen Produkt-Rückrufen auch eine Datenbank für „Gefährliche Produkte in Deutschland“ sowie Entscheidungshilfen bei der Auswahl von Produkten. (esk) *HEIDELBERG24 ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

Aufgepasst: Weiterer Rückruf betrifft glutenfreie Nudeln

Rubriklistenbild: © Federico Gambarini/dpa & Screenshot Edeka

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