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Aldi: „Verbrauchertäuschung“ – Heftige Vorwürfe wegen Chips-Verpackung

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Von: Daniel Hagen

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Mogelpackungen stehen leider in jedem Supermarkt und Discounter. Eine Aldi-Kundin muss das auch bemerken konfrontiert den Discounter – der ihr antwortet.

Jeder kennt diese Vorfreude, die Verpackung eines leckeren Nahrungsmittels zu öffnen und sich dann über den Inhalt herzumachen. Besonders schlimm ist es aber, wenn es sich um eine sogenannte Mogelpackung handelt – also eine Packung, die mehr Inhalt vorgaukelt, als am Ende drin ist. Nicht umsonst vergibt die Verbraucherzentrale Bundesverband e. V. alljährlich den unrühmlichen Titel „Mogelpackung des Jahres“. Auf eine solche Verpackung ist auch eine Kundin bei Aldi hereingefallen und klagt dem Discounter auf Facebook ihr Leid.

UnternehmenAldi
ZugehörigkeitDiscount-Einzelhandelskette
HauptsitzEssen
GründerKarl & Theo Albrecht
Umsatz106,3 Milliarden USD (2019)

Aldi: Kundin beschwert sich über Chips-Tüte

„Enttäuschend, wenn man die Chipspackung öffnet und die Tüte mehr als halb leer ist... das ist wirklich Verbrauchertäuschung und unnötig viel Verpackung für so wenig Inhalt“, schreibt eine Aldi-Kundin auf Facebook. Im Bild dazu sieht man eine halbleere Chipstüte der Marke „Sun Snacks Wave Chips“, hergestellt von der IBU GmbH, die zum Unternehmen „Lorenz“ gehört. Doch nicht nur diese Marke scheint es mit dem Inhalt der Packung nicht ganz ernstzunehmen. So erklärt eine Kommentatorin, dass dies bei fast allen Chipsherstellern so sei – außer bei Pringles.

Eine Frau beschwert sich über eine Chips-Packung von Aldi. (Symbolfoto)
Eine Frau beschwert sich über eine Chips-Packung von Aldi. (Symbolfoto) © HEIDELBERG24/Celine Burghardt/Daniel Karmann/dpa

Auch Aldi antwortet auf die Beschwerde und liefert eine Erklärung für die halbleere Tüte. „Wir würden auch gerne kleinere Tüten verwenden, allerdings ist das nicht ganz so einfach. In der Tüte befindet sich eine spezielle Schutzatmosphäre, die dafür sorgt, dass die Chips zum einen knackig bleiben und außerdem nicht zerbröselt bei dir ankommen“, schreibt der Discounter. Und tatsächlich werden manche Produkte – wie zum Beispiel Chips, Nüsse oder Wurstaufschnitt – unter „Schutzatmosphäre“ verpackt. Ein verändertes Luftgas-Gemisch wird in die Tüte gepumpt, um die Bakterien darin zu ersticken und das Produkt länger haltbar zu machen. hna.de hat vor kurzem übrigens alle Kandidaten für die „Mogelpackung des Jahres“ vorgestellt.

Aldi: Verbraucherzentrale wittert Betrug mit Schutzatmosphäre

Sind solche halbleeren Verpackungen also leider unvermeidbar? Wohl nicht immer. Denn die Verbraucherzentrale Hamburg vermutet, dass viele Hersteller diesen Trick bewusst nutzen, um möglichst wenig Inhalt einfüllen zu müssen! Aldi und Co. nutzen übrigens auch einen fiesen Einkaufswagen-Trick, um ihre Kunden zu manipulieren. Vor ein paar Monaten hat sich auch ein anderer Kunde über eine dreiste Mogelpackung bei Aldi aufgeregt.

„Die Gesetzeslage zu Luftpackungen ist schwammig und für einen Laien kaum zu durchschauen. Als Richtwert für die Beurteilung von Verpackungen gilt die 30-Prozent-Grenze für den Luftanteil. Wird dieser überschritten, lässt dies auf eine Luftpackung schließen, es sei denn er kommt produktbedingt zustande oder ist technisch unumgänglich. Weil es viele Ausnahmen und Sonderfälle gibt, muss jedes beanstandete Produkt im Einzelfall geprüft werden“, schreibt die Verbraucherzentrale dazu. (dh) HEIDELBERG24 und hna.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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