1. Heidelberg24
  2. Verbraucher
  3. Einkauf & Test

Aldi: Kunden wütend wegen Masken-Hinweis – „Der bekloppteste Begriff…“

Erstellt:

Von: Josefine Lenz

Kommentare

Aldi - Auf Twitter postet ein Kunde einen wütenden Post, weil der Discounter an den Kassen auf die Maskenpflicht verzichtet:

Corona spaltet die Gesellschaft. Die einen wünschen sich endlich ein Ende der andauernden Regeln, die anderen hoffen auf weitere Verschärfungen, damit die Gesellschaft gesichert wird. Fakt ist: Über einige Maßnahmen kann sicherlich stundenlang diskutiert werden. Eine Coronavirus-Regel, die häufig für Zündstoff sorgt, ist die Maskenpflicht. In den letzten zwei Jahren ist sie immer wieder angepasst worden. Erst reichte eine Stoffmaske aus, dann wurden OP- und FFP2-Masken zur Pflicht. In Baden-Württemberg sollen Bürger künftig nur noch eine FFP2-Maske – oder ein Mundschutz mit ähnlichem Standard – in Innenräumen tragen. In anderen Bundesländern wie Nordrhein-Westfalen gibt es diese strenge Maßnahme nicht, in Bayern wiederum schon.

Ein Kunde des Discounter-Riesen Aldi regt sich nun besonders über die Maskenpflicht-Regelung im Markt auf. Auf Twitter postet er ein Foto eines Hinweisschildes, welches er in einer Filiale von Aldi Nord entdeckt hat. Er löst kurz darauf eine Empörungswelle auf dem sozialen Netzwerk aus. Darüber berichtet HEIDELBERG24.

Aldi-Kunde wütend über Hinweisschild – Keine Maske wegen Plexiglasscheibe

Das Schild der Aldi-Filiale in Nordrhein-Westfalen steht im Kassenbereich. Darauf ist zu lesen: „Kundenhinweis: Nach der aktuellen geltenden Rechtslage ist für unsere Mitarbeiter/-innen innerhalb dieser Kasseneinhausung das Tragen einer medizinischen Gesichtsmaske nicht erforderlich.“ Am oberen Rand des Schildes steht noch der Satz „Aldi ist für euch da #gemeinsamgehtalles“ zu sehen. Der Discounter weist damit auf die Plexiglasscheiben hin, die die Mitarbeiter an der Kasse vor den Kunden abtrennen. Damit sollen sowohl Kunden als auch die Angestellten vor Corona geschützt werden.

Der wütende Aldi-Kunde kann aber nicht nachvollziehen, dass trotz Plexiglasscheibe keine Maske getragen werden muss. „Der bekloppteste Begriff, den ich seit langem gelesen habe: #Kasseneinhausung. Es ist das, wonach es sich anhört. Das magische Schutzschild bei #Aldi &Co. Hallo @ALDINord_Presse, #Omicron f**** euch, wusstet ihr das?“, schreibt der User auf Twitter.

Aldi: Streit um Masken-Verzicht wegen Plexiglas auf Twitter entfacht

Mit dieser Meinung steht der Twitter-Nutzer nicht alleine da. Mehrere Kommentare sind unter dem Wut-Post auf Twitter zu lesen. Unter anderem heißt es: „Können die so machen. Aber dann ist @ALDINord_Presse für mich nicht da. Der Markt regelt, und wen die Angestellten eines Geschäftes durch die Gegend aerosolen, dann geh ich da nicht einkaufen“, „Ich frag mich ja naiverweise noch immer: warum wollen sich die Mitarbeiter nicht selber schützen? Never ever würd ich da ohne dichte FFP2 sitzen“ und „Genau deshalb kaufe ich seit fast zwei Jahren dort nicht mehr ein.“

Andere User beschreiben ähnliche „Zustände“ auch in anderen Discountern und Supermärkten. „Die Problematik sehe ich hier in allen Supermärkten. Bei Aldi hatten hier alle Mitarbeiter:innen gestern die Maske auf. Bei Rewe, Lidl und beim Bäcker nicht!“ Der Mann, der den Post veröffentlicht hat, kommentiert seinen Betrag mit: „Bin überzeugt davon, wenn wir alle konsequent FFP2 tragen würden, dann wären wir auf einem guten Weg.“

Aldi: Plexiglas statt Maske – Forscher warnen vor Ansteckungsgefahr

Aldi selbst hat sich zu dem negativen Twitter-Post noch nicht geäußert. Aber: Laut der Corona-Verordnung von NRW ist es Einzelhändlern erlaubt, auf die Maskenpflicht zu verzichten, wenn Plexiglasscheiben an den Kassen errichtet und genügend Abstand gewahrt werden kann. Aldi reagiert also nur so, wie es von der Regierung vorgeschrieben.

Jedoch: Studien aus den USA und Großbritannien haben nun herausgefunden, dass Schutzwände in den meisten Fällen tatsächlich wenig nützen. Wie der Spiegel berichtet, kommen die Aersolforscher zu der Erkenntnis, dass die Scheiben Luftströme blockieren oder falsch leiten. So könne das Ansteckungsrisiko vor Corona nicht verhindern, sondern sogar verstärkt werden. In Supermärkten beispielsweise sollen Plexiglasscheiben die Viren in Richtung von Kunden und Kollegen lenken. Normalerweise würden Atemteilchen in Märkten mit normaler Belüftung nach 15 bis 30 Minuten durch frische Luft ersetzt. Durch die Schutzwände verändere sich die Zirkulation und es würden „tote Zonen“ geschaffen, in denen sich die Viren stark konzentrieren.

Man sollte also vielleicht grundsätzlich nochmal über die Anbringung von Plexiglaswänden in Discountern und Supermärkten nachdenken. Doch das ist sicherlich nicht die Aufgabe von Aldi, sondern von Gesundheitsexperten. (jol)

Auch interessant

Kommentare