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Aldi und Co.: Mit welchen Marketing-Tricks Discounter uns zum Kauf zwingen

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Von: Tobias Becker

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Durch verschiedene Tricks manipulieren Aldi, Lidl und Co. die Kunden, die mehr einkaufen sollen. Aber es gibt auch Tipps, die dagegen helfen:

Wer kennt es nicht: Man geht bei Aldi, Lidl und Co. einkaufen, weil man einige bestimmte Produkte benötigt – und am Ende landet doch viel mehr im Einkaufswagen. Dann kann es auch an der Kasse wieder länger dauern, wenn man nicht diverse Tipps und Tricks* anwendet. Ob das nur an der Form und Größe des Wagens liegt? Die sind nämlich meist so aufgebaut, dass es den Kunden vorkommt, als sei noch gar nicht so viel drinnen und man können noch etwas mehr einkaufen. Tatsächlich gibt es noch weitere Tricks, die Aldi* und Co. anwenden, um Kunden zu manipulieren. HEIDELBERG24* hat die gängigen Einkaufs-Fallen zusammengefasst.

Aldi, Lidl und Co.: Waren-Anordnung lässt Kunden teurer einkaufen

So sind die Regale bei Aldi Süd, Lidl und anderen Discountern in einer bestimmten Art aufgebaut. Zum einen stehen günstige Produkte meist in den unteren Regalen. Heißt: Ware, die entweder einen ordentlich Gewinn abwirft oder einfach weg muss, wird von den Supermarkt-Mitarbeitern auf Augenhöhe angeordnet. Die Folge: Vor allem Kunden, die schnell zum Einkaufen flitzen, schnappen meist das erstbeste Produkt, ohne auf Preise und andere Artikel der selben Sorte zu achten.

Allerdings sind Kunden, die schnell einkaufen, gar nicht das Ziel von Aldi und Co.. Klar, denn wer in Ruhe einkaufen geht, der entdeckt vielleicht noch das ein oder andere Produkt mehr. Damit keine Hektik aufkommt, greifen Discounter wie Aldi zu einem Trick: Sie sorgen für eine entspannte Atmosphäre. Angenehme Temperaturen, eine Ruhezone im Eingangsbereich - wie Focus schreibt, sorgen Lidl und Co. für gute Stimmung, um Kunden keine Hektik spüren zu lassen.

Ein weiterer Schachzug der Discounter: Die Platzierung von Waren. Knabberzeug neben Säften, Limo und Bier? Das ist kein Zufall, denn es ist wahrscheinlich, dass man schnell noch zur Chipstüte greift, wenn man das Feierabend-Bier einpackt. So hat man am Abend zwar alles zu Hause, aber eventuell dennoch mehr gekauft, als ursprünglich geplant. Nur eine von diversen Einkaufs-Fallen bei Aldi und Co., die Kunden durchschauen sollten*.

Aldi, Lidl und Co.: Manipulation beim Einkauf durch Lampen und Verpackung

Auch das Thema „Frische“ ist wichtig bei der Manipulation der Kunden durch Aldi, die derzeit viel für das Tierwohl umstellen, wie zum Beispiel die 5D-Regel beim Fleisch* oder die Haltungsform bei der Milch*. Zwar gibt es immer mal wieder Ausreißer, die nicht ganz so frisch zu sein scheinen und dadurch zum Lacher im Netz* werden, aber vor allem bei Obst und Gemüse setzen die Discounter auf spezielle Lampen und perfekte Ausleuchtung. Packt man dann Bananen, Äpfel und Salat ein, muss man sich nicht wundern, wenn sie zu Hause etwas anders aussehen.

DiscounterAldi
HauptsitzEssen (Aldi Nord)/Mühlheim an der Ruhr (Aldi Süd)
GründerKarl & Theo Albrecht
Filialen weltweit11.235 (2019)
Jahresumsatz81,8 Milliarden Euro (2019)

Durch abgepackte und verzehrfertige Produkte, locken Aldi und Co. ebenfalls die Kunden, denn die bekommen das Gefühl, etwas besonderes zu kaufen. Dabei ist es nur eine andere Verpackung. Ein ähnliches Prinzip verfolgen beispielsweise auch die Backautomaten und -stationen, die durch den guten Backgeruch locken.

Oft müssen Kunden im Laden gegen den Uhrzeigersinn laufen, also linksherum. Studien haben herausgefunden, dass diese „Kundenlenkung“ etwas höhere Umsätze verspricht. Warum, ist nicht ganz sicher. Die Mehrheit der Kunden sind Rechtshänder – vielleicht fällt ihnen so der Griff ins Regal leichter.

Aldi, Lidl und Co.: Mit diesen Tipps kaufen Kunden sicher ein

Und wem ist schon aufgefallen, dass man im Supermarkt oft gegen den Uhrzeigersinn läuft? Angeblich sind rund 80 Prozent der Menschen Rechtshänder. Geht man gegen den Uhrzeigersinn sind die wichtigen Regal, wie die mit Wurst, Käse oder Milchprodukten, auf der rechten Seite. Der Griff zum Produkt soll so leichter fallen. Das könnte allerdings tatsächlich ein Zufall sein.

Bleibt nur die Frage: Wie können Kunden gegen die Manipulation durch Aldi, Lidl und Co. angehen? Da gibt es einige kleine Tipps und Tricks, wie zum Beispiel nicht hungrig einkaufen zu gehen. Die Augen sind dann nämlich größer als der Magen. Der Einkaufszettel kann ebenfalls helfen, denn dann orientiert man sich beim Einkauf auf das Wesentliche und kauft weniger spontan ein. Das Problem mit den großen Einkaufswägen lässt sich ebenfalls umgehen: Der eigene Korb oder eine Tragetasche. Ob man sie trägt oder in den Einkaufswagen stellt, spielt kaum eine Rolle. Wichtig ist nur, dass der Gang zur Kasse ansteht, sobald sie voll sind. (tobi) *HEIDELBERG24 ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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