1. Heidelberg24
  2. Verbraucher
  3. Einkauf & Test

Aldi, Edeka und Netto: Russische Produkte fliegen aus den Regalen

Erstellt:

Von: Tobias Becker

Kommentare

Discounter und Supermärkte in Deutschland setzen ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine und nehmen Produkte aus den Regalen. Dazu zählen unter anderem auch Aldi, Edeka und Rewe.

Der Krieg in der Ukraine geht weiter. Russland greift den Staat in Osteuropa seit knapp einer Woche an und sorgt täglich für düstere Schlagzeilen. Gleichzeitig folgen Reaktionen vieler Staaten und Unternehmen in Form von Sanktionen gegen Russlands Präsident Wladimir Putin sowie seine Oligarchen. Diese sollen zum einen Druck auf Russland ausüben, zum anderen Solidarität mit der Ukraine und ein Zeichen gegen den Krieg darstellen. Fußballvereine kündigen Verhältnisse mit russischen Sponsoren, Verbände schließen das Land von Turnieren aus, Weltkonzerne wie die BASF spenden Millionen zur Unterstützung*.

Obwohl Discounter und Supermärkte aufgrund der aktuellen Umstände sowie der Corona-Krise bereits ein beliebtes Produkt strikt rationieren müssen*, ziehen sie ebenfalls Konsequenzen aus den Geschehnissen – und das hat für Kunden Auswirkungen auf das Sortiment, wie HEIDELBERG24* berichtet.

Discounter reagieren auf Ukraine-Krieg: Erster Discounter nimmt Produkte aus Regal – andere ziehen nach

Mit als erstes hat die Discounterkette Netto angekündigt, ab sofort russische Ware zu boykottieren. Die Tochtergesellschaft der Salling Group (Dänemark) ist weitestgehend im Norden und Osten der Bundesrepublik tätig. Um gegen den Krieg zu protestieren, gab Netto bekannt, in Russland hergestellte Artikel aus den Regalen zu nehmen – darunter Spirituosen wie Wodka, aber auch Süßwaren und Fertiggerichte. Insgesamt rund 15 Artikel sollen das sein – in 340 Märkten auf acht Bundesländer in Deutschland verteilt.

Dem Beispiel von Netto folgte nun auch Rewe. Der Handelsriese kündigte an, dass Rewe und Discounter-Tochter Penny Lebensmittel, die in Russland produziert werden, auf zentraler Ebene auslisten werde*, wie Merkur.de berichtet. Allerdings wird keine Ware, die bereits vorhanden ist, vernichtet. Vielmehr sollen Bestände nach und nach an Tafel-Organisationen gespendet werden. Ganz ähnlich sieht es Berichten zufolge auch Edeka. Dort wird bereits ermittelt, welche Produkte im Sortiment mit Unternehmen aus Russland oder welchen, die in Oligarchen-Hand sind, in Verbindung stehen. Allerdings weist Edeka darauf hin, dass selbstständige Edeka-Kaufleute auf regionaler und lokaler Ebene diese Produkte weiter anbieten können.

Ein ähnliches Vorgehen gab es auch in den USA. Dort machten verschiedene Bundesstaaten gegen Alkohol aus Russland mobil. In Ohio, Iowa, New Hampshire, Pennsylvania, Utah und Virginia wurde zum Boykott aufgerufen. Zwar macht der russische Wodka nur einen Bruchteil der importierten Ware in den USA aus – dennoch ist es ein Zeichen gegen das, was gerade in der Ukraine passiert.

Discounter reagieren auf Ukraine-Krieg: Auch Aldi Süd setzt Zeichen

Auf HEIDELBERG24*-Anfrage teilt Discounter-Riese Aldi* Süd mit, dass man zutiefst betroffen von der aktuellen Situation, die die Friedensordnung in Europa bedroht, sei. „Für uns als Unternehmen war und ist eine freiheitliche und demokratische Grundordnung seit jeher die Basis unseres Handelns. Unsere Gedanken sind bei den Menschen, die von der Situation betroffen sind“, teilt eine Sprecherin von Aldi Süd mit.

NameAldi
SitzEssen/Mühlheim an der Ruhr
Gründung1946
GründerKarl und Theo Albrecht

Das zeigt sich auch in der Reaktion von Aldi. Derzeit werde über einen deutschen Importeur der Standardartikel „Russian Vodka 700ml“ aus Russland bezogen, aber: „Wir haben entschieden, den Artikel auf unbestimmte Zeit auszulisten.“ So will auch Aldi Süd ein Zeichen in der aktuellen Situation setzen, wie es seitens der Sprecherin heißt. Eine ähnliche Maßnahme ergriff laut Berichten auch Aldi Nord bereits. Beim Schwesterunternehmen wird ebenfalls Schnaps aus Russland der Regale verwiesen. Eine Antwort auf die Anfrage an den Neckarsulmer Discounter Lidl steht bislang noch aus. (tobi)*HEIDELBERG24 und Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare